Riedesel, Eckhard
belegt seit
27.3.1405 belegt bis
3.6.1433 Beruf
Amtmann, Landvogt, Schultheiß, RatWirken
Funktion
- Marburg, Amtmann, 1410-1433
Lebensorte
Marburg
Familie
Partner
N.N., Else
Verwandte
Riedesel, Kraft <Bruder>, belegt 1403–3.6.1433, Kriegshelfer, Amtmann
Leben
Aus der Biografie
Biogramm bei Demandt, Personenstaat
Riedesel, Eckhard1, ist 1405 März 27 Amtmann Johanns von Isenburg-Büdingen auf der Hardeck2, wird 1410 Juli 13 von Landgraf Hermann auf ein Jahr zum obersten Amtmann zu Marburg und Landvogt an der Lahn bestellt mit dem Auftrag, das Amt zu bereiten und seine Bürger und Bauern zu schützen und schirmen. Er erhält jährlich 30 MI. Korn und 60 MI. Hafer, 6 Fd. Bier, 6 Kühe, 2 Fischereien, die 5-Schillingbußen zu Marburg, Hufbeschlag, Heu und Stroh für 6 [reisige] Pferde und bei auswärtigen Diensten Verpflegung. Belegt der Landgraf Marburg in Fehdezeiten, dann soll ihm diese Zeit an der Vergütung abgezogen werden und er nur Futter und Mahl wie die übrigen Amtleute erhalten, aber gleichwohl Amtmann dort bleiben. Der Landgraf leiht ihm außerdem 60 fl.3. Eckhard bleibt Landvogt an der Lahn auch unter Landgraf Ludwig I., der seine Bestallung 1416 Juni 5 erneuert mit der Auflage, auf dem Schloß Frauenberg zu wohnen und dem obersten Amtmann des Fürstentums, Eckhard von Röhrenfurth, zu gehorchen4. Obwohl auch diese Bestallung [zunächst] nur auf ein Jahr befristet ist, bleibt Eckhard Landvogt an der Lahn bis mindestens 1433 Juni 35. In dieser Stellung wird er Anfang 1433 von der Stadt Nürnberg sogar als Schultheiß der Stadt Gelnhausen bezeichnet6. Heimlicher wird er oft genannt7. 1415 Mai 15 verpfändet Landgraf Ludwig ihm und seiner Frau Else für eine Forderung von 900 fl. das halbe Schloß Schotten, und zwar die Burg der Schenken zu Schweinsberg daselbst mit dem Zubehör, das zur ersten Schenkenburg gehört, sowie das halbe Gericht Schotten mit den zugehörigen Dörfern8. 1419 Januar 6 und 1426 April 14 verbürgt und besiegelt er die wichtigen hessisch-thüringischen Verträge über die Rückgabe der Werrastädte Eschwege, Sontra und Wanfried an Hessen9. Er vermittelt zusammen mit Eckhardt von Röhrenfurth das 1419 Februar 23 geschlossene Bündnis zwischen Herzog Adolf von Berg und der Stadt Köln einer- und Herzog Otto von Braunschweig und Landgraf Ludwig von Hessen andererseits, das gegen Erzbischof Dietrich von Köln gerichtet ist, wofür sie von der Stadt Köln 1000 fl. „Weinkaufgeld“ erhalten10. 1430 März 30 bekundet Eckhard, daß ihm Landgraf Ludwig Burg und Stadt Homberg/O. für 3000 fl. verschrieben hat, nach deren Rückzahlung er dem Landgrafen Homberg wieder einräumen wird11. 1423 Juli 22 gehört er zu den Vermittlern der Sühne zwischen Landgraf Ludwig, dem Abt und der Stadt Hersfeld12. Schließlich ist er 1432 November 23 zugegen, als sich die Stadt Braunschweig von der Verratsklage ihres Herzogs Wilhelm in Gegenwart Markgraf Johanns von Brandenburg und Landgraf Ludwigs I. von Hessen und ihrer Räte reinigt13.
Riedesel, Eckhard1, ist 1405 März 27 Amtmann Johanns von Isenburg-Büdingen auf der Hardeck2, wird 1410 Juli 13 von Landgraf Hermann auf ein Jahr zum obersten Amtmann zu Marburg und Landvogt an der Lahn bestellt mit dem Auftrag, das Amt zu bereiten und seine Bürger und Bauern zu schützen und schirmen. Er erhält jährlich 30 MI. Korn und 60 MI. Hafer, 6 Fd. Bier, 6 Kühe, 2 Fischereien, die 5-Schillingbußen zu Marburg, Hufbeschlag, Heu und Stroh für 6 [reisige] Pferde und bei auswärtigen Diensten Verpflegung. Belegt der Landgraf Marburg in Fehdezeiten, dann soll ihm diese Zeit an der Vergütung abgezogen werden und er nur Futter und Mahl wie die übrigen Amtleute erhalten, aber gleichwohl Amtmann dort bleiben. Der Landgraf leiht ihm außerdem 60 fl.3. Eckhard bleibt Landvogt an der Lahn auch unter Landgraf Ludwig I., der seine Bestallung 1416 Juni 5 erneuert mit der Auflage, auf dem Schloß Frauenberg zu wohnen und dem obersten Amtmann des Fürstentums, Eckhard von Röhrenfurth, zu gehorchen4. Obwohl auch diese Bestallung [zunächst] nur auf ein Jahr befristet ist, bleibt Eckhard Landvogt an der Lahn bis mindestens 1433 Juni 35. In dieser Stellung wird er Anfang 1433 von der Stadt Nürnberg sogar als Schultheiß der Stadt Gelnhausen bezeichnet6. Heimlicher wird er oft genannt7. 1415 Mai 15 verpfändet Landgraf Ludwig ihm und seiner Frau Else für eine Forderung von 900 fl. das halbe Schloß Schotten, und zwar die Burg der Schenken zu Schweinsberg daselbst mit dem Zubehör, das zur ersten Schenkenburg gehört, sowie das halbe Gericht Schotten mit den zugehörigen Dörfern8. 1419 Januar 6 und 1426 April 14 verbürgt und besiegelt er die wichtigen hessisch-thüringischen Verträge über die Rückgabe der Werrastädte Eschwege, Sontra und Wanfried an Hessen9. Er vermittelt zusammen mit Eckhardt von Röhrenfurth das 1419 Februar 23 geschlossene Bündnis zwischen Herzog Adolf von Berg und der Stadt Köln einer- und Herzog Otto von Braunschweig und Landgraf Ludwig von Hessen andererseits, das gegen Erzbischof Dietrich von Köln gerichtet ist, wofür sie von der Stadt Köln 1000 fl. „Weinkaufgeld“ erhalten10. 1430 März 30 bekundet Eckhard, daß ihm Landgraf Ludwig Burg und Stadt Homberg/O. für 3000 fl. verschrieben hat, nach deren Rückzahlung er dem Landgrafen Homberg wieder einräumen wird11. 1423 Juli 22 gehört er zu den Vermittlern der Sühne zwischen Landgraf Ludwig, dem Abt und der Stadt Hersfeld12. Schließlich ist er 1432 November 23 zugegen, als sich die Stadt Braunschweig von der Verratsklage ihres Herzogs Wilhelm in Gegenwart Markgraf Johanns von Brandenburg und Landgraf Ludwigs I. von Hessen und ihrer Räte reinigt13.
Nachweise
Fußnoten
- Becker, Die Riedesel I S. 112 passim, jedoch nur beiläufig. Eckhard war übrigens nicht Hofmeister (wie schon Gundlach bemerkt). ↑
- Scriba, Oberhessische Regg. II Nr. 1947. Die Hardeck ist ein Bergschloß bei Büdingen. ↑
- Gundlach II Nr. 7. ↑
- Ebd. Nr. 8. ↑
- Struck, Wetzlar Nr. 822. – Noch 1424 Mai 21 wird er im Marburger Stadtbuch (Bl. 47) ausdrücklich als Amtmann zu Marburg bezeichnet. ↑
- StA. Nürnberg, Briefbuch 10 Bl. 124. ↑
- Zuerst 1419 Januar 8 (Urkk., Samtarchiv Schubl. 43 Nr. 132) und noch 1430 Oktober 22 (Urkk., Familien: Hund). ↑
- Kopiar 4 Nr. 334. Daneben wird der landgräfliche Amtmann zu Schotten genannt. ↑
- Eckhardt, Eschweger Rechtsquellen Nrr. 161, 171. ↑
- Diemar, Hessen und Köln (MOHG NF 8, 1899) Nr. 21, 22. Insgesamt zahlte die Stadt 7000 fl. Weinkaufgeld (ebd.). ↑
- Aus Gen.-Rep. Homberg/O. an das StA. Darmstadt abgegeben. ↑
- Kopiar 4 Nr. 525. ↑
- StadtA. Braunschweig Urkk., Nrr. 665, 666. ↑
Quellen
Literatur
- Demandt, Der Personenstaat der Landgrafschaft Hessen im Mittelalter. Ein „Staatshandbuch“ Hessens vom Ende des 12. bis zum Anfang des 16. Jahrhunderts, Teil 1, Marburg 1981, S. 674, Nr. 2410
- Struck, Urkundenbuch der Stadt Wetzlar III: Das Marienstift zu Wetzlar im Spätmittelalter. Regesten 1351–1500, Marburg 1969
- Eckhardt, Quellen zur Rechtsgeschichte der Stadt Eschwege, Bd. 1, Marburg 1959
- Gundlach, Die hessischen Zentralbehörden von 1247 bis 1604, Bd. 3: Dienerbuch, Marburg 1930, S. 205
- Becker, Die Riedesel zu Eisenbach, Bd. 1: Vom ersten Auftreten des Namens bis zum Tod Hermanns III. Riedesel 1500, Offenbach am Main 1923
- Gundlach, Die hessischen Zentralbehörden von 1247 bis 1604, Bd. 2: Urkunden und Akten, Marburg 1932
- Diemar, Hessen und die Reichsstadt Köln im 15. Jahrhundert, in: Mitteilungen des Oberhessischen Geschichtsvereins NF 8 (1899), S. 1-186
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Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Riedesel, Eckhard“, in: Hessische Biografie <https://lagis.hessen.de/de/personen/hessische-biografie/alle-eintraege/22089_riedesel-eckhard> (aufgerufen am 14.04.2026)
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