Menchen, Johann
belegt seit
1460 gestorben
15.2.1504 Beruf
Präbendar, Notar, Kanoniker, Scholaster, Rat, Diener, Probst, Kanzler Titel
Dr. decret.Wirken
Lebensorte
Kirchhain; Erfurt; Wetter (Hessen)
Familie
Verwandte
Menchen, Johann <Neffe>, studiert ab 1495 in Bologna, übernimmt am 23.12.1493 das Kononikat der St. Apostel Kirche in Köln
Leben
Aus der Biografie
Biogramm bei Demandt, Personenstaat
Aus Kirchhain1, wird 1460 in Erfurt immatrikuliert2, ist zwischen 1466 und 1472 Präbendar in Wetter3, stellt 1469 Februar 17 als kaiserlicher Notar in Rom ein Notariatsinstrument aus4, wird 1471 um Februar 14 Kanoniker in Fritzlar5, promoviert 1475 Juli 15 in Bologna zum Licentiaten decretorum6, wird vor 1479 Januar 5 Scholaster des Fritzlarer Kapitels7. An diesem Tage bittet Landgraf Heinrich III. das Kapitel, Menchen zu beurlauben, da er ihn zu ... unsers lieben bruders [Hermann] und unser eigen merglichen notsachen im hove zu Rome bedorfe, daran . . uns und unser beider landen und leuten vast viel und groiß gelegen si8. Schon 1479 Januar 17 ist Menchen in Marburg auf dem Wege nach Rom9, promoviert auf der Durchreise in Bologna 1479 Februar 22 zum Dr. decretorum10 und kehrt vor 1479 Juli 25 wieder nach Marburg zurück11. 1480 September 3 wird er von Landgraf Heinrich III. zum Rat und Diener auf Lebenszeit bestellt, um ihm und seinen Erben mit seinem raite, dienst und kunst zu dienen. Er erhält 34 fl. Rats- und Dienergeld und im landgräflichen Dienst Kost und Futter, Nagel und Eisen und Ersatz seines reisigen Schadens; dazu erhält er die jährliche Hofkleidung12. 1481 Mai 14 ist er auf einem Tage des Hofmeisters Hans von Dörnberg mit den Markgräfischen in Würzburg mit anderen hessischen Räten zugegen13. Im gleichen Jahr wird Menchen auch kurkölnischer Rat14. Im August 1481 teilt Landgraf Heinrich dem Fritzlarer Kapitel mit, daß Meister Adam Rothart seine Fritzlarer Propstei zu seinen (des Landgrafen) Händen gestellt und er diese ihrem Scholaster Dr. Johann Menchen befohlen habe15. Dieser erhält die Propstei auch craft eins bebstlichen legaten versehung16, doch wird dies vom Papst wieder rückgängig gemacht, wogegen Menchen mit tatkräftiger Unterstützung Erzbischof Hermanns von Köln 1484 appelliert. Auch Erzbischof Berthold von Mainz nimmt sich seiner an, ernennt ihn zu seinem Kaplan und entbindet ihn von der Residenzpflicht in Fritzlar17. Menchen bleibt Propst zu Fritzlar bis zu seinem Tode und Inhaber zahlreicher anderer Pfründen18, denn hauptberuflich ist er als Kanzler Erzbischof Hermanns von Köln nachweisbar seit 1483 Oktober 1619. Er starb 1504 Februar 1520. Der zu seinem Testamentsvollstrecker ernannte Marburger Schöffe Hans von St. Nabor, der 1509 Juli 9 (!) gewisse Einkünfte Menchens für das Siechenhaus vor Marburg bestimmt, nennt ihn in geistlichen rechten doctor, zu Xanten, zu sant Severin in Collen, zu Frißlar, zu sant Steffen zu Mentz probist, archidiacon21 und Colscher canzler22.
Aus Kirchhain1, wird 1460 in Erfurt immatrikuliert2, ist zwischen 1466 und 1472 Präbendar in Wetter3, stellt 1469 Februar 17 als kaiserlicher Notar in Rom ein Notariatsinstrument aus4, wird 1471 um Februar 14 Kanoniker in Fritzlar5, promoviert 1475 Juli 15 in Bologna zum Licentiaten decretorum6, wird vor 1479 Januar 5 Scholaster des Fritzlarer Kapitels7. An diesem Tage bittet Landgraf Heinrich III. das Kapitel, Menchen zu beurlauben, da er ihn zu ... unsers lieben bruders [Hermann] und unser eigen merglichen notsachen im hove zu Rome bedorfe, daran . . uns und unser beider landen und leuten vast viel und groiß gelegen si8. Schon 1479 Januar 17 ist Menchen in Marburg auf dem Wege nach Rom9, promoviert auf der Durchreise in Bologna 1479 Februar 22 zum Dr. decretorum10 und kehrt vor 1479 Juli 25 wieder nach Marburg zurück11. 1480 September 3 wird er von Landgraf Heinrich III. zum Rat und Diener auf Lebenszeit bestellt, um ihm und seinen Erben mit seinem raite, dienst und kunst zu dienen. Er erhält 34 fl. Rats- und Dienergeld und im landgräflichen Dienst Kost und Futter, Nagel und Eisen und Ersatz seines reisigen Schadens; dazu erhält er die jährliche Hofkleidung12. 1481 Mai 14 ist er auf einem Tage des Hofmeisters Hans von Dörnberg mit den Markgräfischen in Würzburg mit anderen hessischen Räten zugegen13. Im gleichen Jahr wird Menchen auch kurkölnischer Rat14. Im August 1481 teilt Landgraf Heinrich dem Fritzlarer Kapitel mit, daß Meister Adam Rothart seine Fritzlarer Propstei zu seinen (des Landgrafen) Händen gestellt und er diese ihrem Scholaster Dr. Johann Menchen befohlen habe15. Dieser erhält die Propstei auch craft eins bebstlichen legaten versehung16, doch wird dies vom Papst wieder rückgängig gemacht, wogegen Menchen mit tatkräftiger Unterstützung Erzbischof Hermanns von Köln 1484 appelliert. Auch Erzbischof Berthold von Mainz nimmt sich seiner an, ernennt ihn zu seinem Kaplan und entbindet ihn von der Residenzpflicht in Fritzlar17. Menchen bleibt Propst zu Fritzlar bis zu seinem Tode und Inhaber zahlreicher anderer Pfründen18, denn hauptberuflich ist er als Kanzler Erzbischof Hermanns von Köln nachweisbar seit 1483 Oktober 1619. Er starb 1504 Februar 1520. Der zu seinem Testamentsvollstrecker ernannte Marburger Schöffe Hans von St. Nabor, der 1509 Juli 9 (!) gewisse Einkünfte Menchens für das Siechenhaus vor Marburg bestimmt, nennt ihn in geistlichen rechten doctor, zu Xanten, zu sant Severin in Collen, zu Frißlar, zu sant Steffen zu Mentz probist, archidiacon21 und Colscher canzler22.
Nachweise
Fußnoten
- Er darf nicht verwechselt werden mit seinem Neffen Johann Menchen, auf den 1493 Dezember 23 das Kanonikat an der Kirche St. Aposteln zu Köln überging, das Dr. Johann Menchen 1484 Oktober 8 erhalten hatte. Dieser Johann studiert erst ab 1495 in Bologna (vgl. Gundlach III S. 172 f. und Heldmann, Akadem. Fritzlar in ZHG 56, 1927 S. 383 f.). – Vielleicht gehört zu dieser Familie auch Ludwig Kemps gen. Menchen, der zu Stausebach auf dem der Kirchhainer Pfarrkirche gehörigen St. Michelshofe sitzt und 1497 Dezember 9 von Landgraf Wilhelm III. in seinen besonderen Schutz genommen wird (Kopiar 15 Nr. 100). ↑
- Gundlach a. a. O. (nach der Erfurter Matrikel I S. 281). ↑
- A. Heldmann, Zur älteren Gesch. von ... Wetter (ZHG 34, 1901) S. 90 f. mit eingehenden Personalangaben über Menchen. ↑
- Struck, Wetzlar Nr. 1016. ↑
- Best. 105 II Stift Fritzlar,- Korrespondenzen. ↑
- Heldmann, Akadem. Fritzlar (ZHG 56, 1927) S. 387. ↑
- Best. 105 II Stift Fritzlar, Korrespondenzen. Noch 1478 war er Kanoniker. ↑
- Ebd. ↑
- Rechn. I, Marburg Kammerschreiber (2/3 Bl. 47v.). ↑
- Siehe Anm. 6. ↑
- Küch, Marburger Rechtsquellen II S. 317. Es begleitete ihn Herr Wilhelm von Bibra. ↑
- Gundlach II Nr. 11. Das Ratsgeld zahlt ihm der hessische Wartspfennig des Düsseldorfer Zolles (Rechn. I, 40/10, 40/11 zu 1493 und 1494 November 11). ↑
- Rechn. I, Darmstadt (37/3 Bl. 103): außer ihm waren anwesend: Hans Wallbrunn d. Ä. gen. Gans, Heinrich v. Mosbach, Dr. Ludwig zum Paradies, Asmus Döring, Gernand von Schwalbach und Johann von Nordeck zur Rabenau. ↑
- Heldmann, Zur älteren Gesch. von ... Wetter (ZHG 34, 1901) S. 91. ↑
- Best. 105 II Stift Fritzlar, Korrespondenzen. ↑
- Vgl. ebd. und Rechn. I, Ziegenhain: der schultheiß zu Treysa und ich verzert 2 pt. doctor Mennichen halber die Probistie zu Fritzlar inzunemen (Gundlach). ↑
- Vgl. Gundlach III S. 171 und Heldmann, Akadem. Fritzlar (ZHG 56, 1927) S. 383 f. ↑
- Ebd. ↑
- In einer Urkunde Erzbischof Hermanns von Köln von diesem Tage lautet die Unterschrift: commissione domini Coloniensis Jo. Menchen cancellarius sst. (Schminckes Diplomatarium Bd. 9 S. 288). ↑
- Kopiar 222 Bl. 60v. enthält nur das Todesjahr, den Tag gibt Heldmann in beiden genannten Arbeiten an. ↑
- Als Propst von St. Stephan zu Mainz war er zugleich Archidiakon seiner Heimat, des Oberlahngaues. ↑
- Küch, Marburger Rechtsquellen I Nr. 175. ↑
Quellen
Literatur
- Demandt, Der Personenstaat der Landgrafschaft Hessen im Mittelalter. Ein „Staatshandbuch“ Hessens vom Ende des 12. bis zum Anfang des 16. Jahrhunderts, Teil 1, Marburg 1981, S. 568, Nr. 2025
- Struck, Urkundenbuch der Stadt Wetzlar III: Das Marienstift zu Wetzlar im Spätmittelalter. Regesten 1351–1500, Marburg 1969
- Gundlach, Die hessischen Zentralbehörden von 1247 bis 1604, Bd. 2: Urkunden und Akten, Marburg 1932
- Heldmann, Das akademische Fritzlar im Mittelalter, in: Zeitschrift des Vereins für Hessische Geschichte und Landeskunde 56 (1927), S. 347-435
- Küch, Quellen zur Rechtsgeschichte der Stadt Marburg, Bd. 1, Marburg 1918
- Weißenborn, Erfurter Matrikel 1: Päpstliche Stiftungsbullen, Statuten von 1447, Allgemeine Studentenmatrikel, erste Hälfte (1392–1492), Halle an der Saale 1881
- Küch, Quellen zur Rechtsgeschichte der Stadt Marburg, Bd. 2, Marburg 1931
- Gundlach, Die hessischen Zentralbehörden von 1247 bis 1604, Bd. 3: Dienerbuch, Marburg 1930, S. 172 f.
Nachnutzung
Rechtehinweise
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Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Menchen, Johann“, in: Hessische Biografie <https://lagis.hessen.de/de/personen/hessische-biografie/alle-eintraege/21608_menchen-johann> (aufgerufen am 21.04.2026)
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