Hessen, Johann von

 
belegt seit
8.3.1491
gestorben
1531
Beruf
Diener, Knecht, Schultheiß, Amtmann, Rentmeister
GND-Explorer
1394943954

Wirken

Lebensorte

Mainz

Familie

Vater

Hessen, Ludwig II. Landgraf von, * 7.9.1438, † Reichenbach 8.11.1471

Mutter

Holzheim, Margarethe von, Tochter des Sittich von Holzheim und der Margarethe Gaugrebe

Partner

N.N., Gertrud

Verwandte

Leben

Aus der Biografie

Biogramm bei Demandt, Personenstaat
Natürlicher Sohn Landgraf Ludwigs II. und der Margarethe, Tochter Sittichs von Holzheim1, studiert in Mainz, bringt es aber nur bis zu den untersten Weihen2 und ist schon 1491 März 8 verheiratet, als ihn Landgraf Wilhelm III. zum lebenslänglichen Diener und Knecht mit einem reisigen Pferd und Harnisch annimmt3. Er erhält dafür aus der Kellerei Rüsselsheim 20 MI. Hafer, 6 MI. Korn, beides in Mainzer Maß, 1 Fd. Heu, 6 fl. als Dienergeld und Hofkleidung wie die anderen reisigen Knechte. Der Landgraf freit ihm 30 Morgen Acker und 10 Morgen Wiese mitsamt Haus und Hof. Wenn sein Schwiegervater (sweer) nicht mehr landgräflicher Schultheiß zu Trebur ist4, soll Johann dieses Amt erhalten mit den gleichen Freiheiten wie die anderen Schultheißen im Oberlande. Dient Johann außerhalb seines Amtes erhält er Futter, Kost, Nagel und Eisen und Ersatz seines reisigen Schadens5. Schultheiß zu Trebur unter Landgraf Wilhelm III.6 Er scheint das Amt jedoch aufgegeben und als reisiger Knecht in den Dienst des Liutbert Kratzenstein getreten zu sein7, woraus sich erklären könnte, daß er 1498 zusammen mit seiner Frau Gertrud als Inhaber eines Hauses in Siegen genannt wird8. In diesem Falle dürfte er mit jenem Hessen identisch sein, den Landgraf Wilhelm III. 1499 Januar 17 [erneut] auf drei Jahre zum reisigen Diener mit Pferd und Harnisch bestellt9. 1503 September 7 gestattet Landgraf Wilhelm II. seinem „natürlichen Bruder Johann von Hessen“ Güter von Guntram von Biedenfeld zu erwerben10. 1503 November 15 ist er Amtmann in Frankenberg11 und wird 1506 auch als Rentmeister daselbst bezeichnet12. 1507 August 2413, 1508 Dezember 1214 und noch 1515 September 1515 wird er Amtmann in Frankenberg und Wolkersdorf genannt. Durch fortgesetzte Übergriffe macht er sich so verhaßt, daß er 1510 beinahe erschlagen worden wäre und 1514 vorübergehend ins Waldeckische fliehen muß16. Ende 1515 verliert er das Frankenberger Amt, erhält aber unmittelbar darauf das Amt Grünberg, wo er 1515 Dezember 617, 1516 Oktober 9 und Dezember 718, zuletzt 1517 März 619 als Rentmeister und Amtmann bezeugt ist. Hier macht er sich ebenso verhaßt und verliert um Ostern 1517 auch dieses Amt20. Dessen ungeachtet setzt er sein wüstes Treiben fort und wird schließlich 1531 erschlagen21.

Nachweise

Fußnoten

  1. Vgl. Knetsch, Beiträge (ZHG 40, 1907) S. 287 ff. und K. A. Eckhardt, Margarethe von Hessen (HJL 20, 1970) S. 151 f. Vgl. auch Franz, Haina II Nr. 1343 mit Anm. 1, der einen Stiefsohn Johanns, Johann Weber, Orgelmacher, als Hainaer Mönch nachweist, der 1527 abgefunden wurde. Johann von Hessen hatte ihm 1520 eine Rente von 5 fl. auf sein Haus zu Siegen angewiesen (ebd.).
  2. Ebd.
  3. Urkk., Bestallungen. – Kopiar 131 Nr. 45.
  4. Das war (wahrscheinlich) Henne Luley (siehe dort). Johanns Frau hieß Gertrud, die ihren Mann überlebte und 1532 in Siegen wohnte. Eine Tochter Elisabeth kommt 1531 als Frau eines Johann Wolff von Geismar vor, der wahrscheinlich ein illegitimer Sproß eines Wolff v. Gudenburg war (so Knetsch und Eckhardt a. a. O.).
  5. Siehe Anm. 3.
  6. Das Rep. 1 verzeichnet für dessen Regierungszeit den Dienstrevers Johanns über das Treburer Schultheißenamt, was jedoch auch nur eine unscharfe Bezeichnung der Bestallung von 1491 sein kann.
  7. Eckhardt, Margarethe von Hessen (HJL 20, 1970) S. 151 f.
  8. Ebd.
  9. Siehe unter Hesse, dessen Vornamen in der Bestallung nicht genannt wird.
  10. Kopiar 13 Nr. 140.
  11. Rechn. I, Frankenberg (48/16 Bl. 2).
  12. Rechn. I, Ämterrezesse (15/3 Bl. 7v.
  13. Schunder, Oberhessische Klöster I Nr. 688.
  14. Rechn. I, Kassel Kammerschreiber (122/8 Bel.).
  15. Schunder, Oberhessische Klöster I Nr. 705. Als Vogt zu Wolkersdorf wird er 1515 auch in Rechn. I, Ämterrezesse (15/5 Bl. 56) bezeichnet.
  16. Siehe Anm. 1.
  17. Siehe Anm. 1.
  18. Best. 257, Fragmenta actorum des Hofgerichts Bd. VIII Nr. 34.
  19. Eckhardt, Oberhessische Klöster III Nr. 1322.
  20. 1517 Mai 13 ist Johannes Lauer Verweser des Rentmeisteramtes zu Grünberg (siehe dort).
  21. Siehe Anm. 1.

Quellen

Literatur

Nachnutzung

Rechtehinweise

Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Hessen, Johann von“, in: Hessische Biografie <https://lagis.hessen.de/de/personen/hessische-biografie/alle-eintraege/20720_hessen-johann-von> (aufgerufen am 18.04.2026)

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