Herborn, Meister Johann von
belegt seit
15.5.1460 belegt bis
1486 Beruf
Zimmermann, Werkmeister, Diener, Büchsenmeister GND-Explorer
1394615426Andere Namen
Weitere Namen
Herbern, Johann
Leben
Aus der Biografie
Biogramm bei Demandt, Personenstaat
Zimmermann, wird 1460 Mai 15 von Landgraf Ludwig II. als Werkmeister und Diener angenommen, uns unser buwe zu machen und darinne zcu raden und zcu helfen. Für die Dauer seines Dienstes gibt er ihm die landgräfliche Mühle zu Berghausen an der Fulda, gen. die Neue Mühle, mit dem Mahlbann der zugeordneten Dörfer, wie sie vordem Bartholomäus, der Zimmermann Landgraf Ludwigs I.1, innegehabt hat. Der Landgraf versprichte ihm jährlich 24 fl. Lohn, (Hof)Kleidung wie seinen Schützen, Futter für ein Pferd und eine freie Wohnung. Dafür erhält Johann für seine Arbeiten keinen weiteren Lohn, jedoch die dafür erforderlichen Geräte und Knechte. Die Späne, die außerhalb der landgräflichen Häuser anfallen, darf er behalten. Wenn ihn Graf Johann von Nassau zurückfordert, muß der Landgraf ihn wieder ziehen lassen2. Das ist offenbar auch geschehen, denn die Urkunde von 1463 Februar 21, die die lebenslängliche Bestallung von Johann Herbern3 vorsah, ist zwar ausgefertigt, aber nicht besiegelt und nicht behändigt4. Hierin werden ihm auch die Funktionen eines Büchsenmeisters aufgetragen, nämlich die kleinen und großen Büchsen auf den Feldzügen zu bedienen. Zugleich erlaubt ihm der Landgraf, auch außerhalb des Landes Bauaufträge anzunehmen (was einen weiten Ruf seines Könnens voraussetzt). Herborn muß aber in hessische Dienste zurückgekehrt sein und auch Büchsenmeisterfunktionen ausgeübt haben, denn 1476 Dezember 8 schickt ihn Landgraf Heinrich III. mit anderen aus, zu erkunden, ob man mit den Büchsen vor den Ebersberg in Westfalen fahren könne5. Im gleichen Monat zahlt der Marburger Kammerschreiber Meister Johann dem Zimmermann 24 fl. Dienstgeld6. 1477 Juli 20 geht ein Bote von Marburg zu ihm nach Köln7. 1481 arbeitet Meister Johann 61 Tage in Friedewald mit 7 weiteren Zimmerleuten und 2 Schreinern8 und 1486 85 Tage mit 6 weiteren Zimmerleuten9 sowohl in Marburg an Schloß und Renthof10 wie in Friedewald11.
Zimmermann, wird 1460 Mai 15 von Landgraf Ludwig II. als Werkmeister und Diener angenommen, uns unser buwe zu machen und darinne zcu raden und zcu helfen. Für die Dauer seines Dienstes gibt er ihm die landgräfliche Mühle zu Berghausen an der Fulda, gen. die Neue Mühle, mit dem Mahlbann der zugeordneten Dörfer, wie sie vordem Bartholomäus, der Zimmermann Landgraf Ludwigs I.1, innegehabt hat. Der Landgraf versprichte ihm jährlich 24 fl. Lohn, (Hof)Kleidung wie seinen Schützen, Futter für ein Pferd und eine freie Wohnung. Dafür erhält Johann für seine Arbeiten keinen weiteren Lohn, jedoch die dafür erforderlichen Geräte und Knechte. Die Späne, die außerhalb der landgräflichen Häuser anfallen, darf er behalten. Wenn ihn Graf Johann von Nassau zurückfordert, muß der Landgraf ihn wieder ziehen lassen2. Das ist offenbar auch geschehen, denn die Urkunde von 1463 Februar 21, die die lebenslängliche Bestallung von Johann Herbern3 vorsah, ist zwar ausgefertigt, aber nicht besiegelt und nicht behändigt4. Hierin werden ihm auch die Funktionen eines Büchsenmeisters aufgetragen, nämlich die kleinen und großen Büchsen auf den Feldzügen zu bedienen. Zugleich erlaubt ihm der Landgraf, auch außerhalb des Landes Bauaufträge anzunehmen (was einen weiten Ruf seines Könnens voraussetzt). Herborn muß aber in hessische Dienste zurückgekehrt sein und auch Büchsenmeisterfunktionen ausgeübt haben, denn 1476 Dezember 8 schickt ihn Landgraf Heinrich III. mit anderen aus, zu erkunden, ob man mit den Büchsen vor den Ebersberg in Westfalen fahren könne5. Im gleichen Monat zahlt der Marburger Kammerschreiber Meister Johann dem Zimmermann 24 fl. Dienstgeld6. 1477 Juli 20 geht ein Bote von Marburg zu ihm nach Köln7. 1481 arbeitet Meister Johann 61 Tage in Friedewald mit 7 weiteren Zimmerleuten und 2 Schreinern8 und 1486 85 Tage mit 6 weiteren Zimmerleuten9 sowohl in Marburg an Schloß und Renthof10 wie in Friedewald11.
Nachweise
Fußnoten
- Siehe dort. ↑
- Kopiar L 3 fol. 210v. ↑
- C. Knetsch, die Casseler Bildhauerfamilie Herber (Hessenkunst 1923 S. 40) sieht in ihm den ersten Kasseler Ahnen dieser Künstlerfamilie. Knetsch meint, Herborn habe „wohl den großen neuen Flügel des Casseler Schlosses mit steinernem Erdgeschoß und erkergeschmücktem Holzaufbau errichtet, von dem uns die hessische Congeries zum Jahre 1466 erzählt“. ↑
- Diese Urkunde wurde merkwürdigerweise vom Schultheißen zu Allendorf an der Werra als Umschlag seiner Jahresrechnung 1476/77 verwendet (jetzt abgelöst und zu Urkk., Bestallungen, Baumeister). ↑
- S. von Herbertshausen, Konze. ↑
- Rechn. I, Marburg Kammerschreiber (2/1 Bl. 35). ↑
- Ebd. 2/1 Bl. 78v. ↑
- Ebd. 2/5 Bl. 67. Die 7 Zimmerleute waren: Neuenkirchen, Henne Schuppe, Ludwig Scherpe, Wiegand von Rotenburg, Peter von Rotenburg, Lauternbach und Nikolaus. Von den Schreinern wird nur Meister Polter namentlich genannt. ↑
- Rechn. I, Marburg Kammerschreiber (2/7 Bl. 47v. f.). Die Zimmerleute waren: Hennchen von Linne, Herpenhenne, Bilsenhenne, Werner, Gobelhennchen und Lunhennchen. ↑
- Ebd. 2/7 Bl. 50. Auf dem Schloß war er am „neuen Gemach“ tätig zusammen mit Hennchen von Linne, Herpenhenne und Werner. ↑
- Ebd. 2/7 Bl. 55: er erhält 15 fl. uf rechenung des nuwin husis zu hauwin. ↑
Quellen
Literatur
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Herborn, Meister Johann von“, in: Hessische Biografie <https://lagis.hessen.de/de/personen/hessische-biografie/alle-eintraege/20663_herborn-meister-johann-von> (aufgerufen am 11.04.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
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