Falkenberg, Kunzmann von
Leben
Aus der Biografie
Biogramm bei Demandt, Personenstaat
Ritter, wird 1385 Juli 22 als Ersatzmann für Werner von Falkenberg als Treuhänder für die Städte Grebenstein, Immenhausen und Wolfhagen bestimmt, die Landgraf Hermann II. zur Sicherung des Kriegskostenersatzes, den er Erzbischof Adolf von Mainz in Höhe von 20000 fl. zu leisten hat, zum Pfand setzen muß1. In den Vergleichsverhandlungen zwischen Landgraf Hermann und seinen Gegnern (Mainz, Braunschweig, Thüringen und Meißen) wird Kunzmann 1388 Juli 30 von Landgraf Hermann wahlweise als Obermann vorgeschlagen2, ist zusammen mit seinem Vetter Johann 1391 Juli 4 „Warner“ im Hochverratsprozeß Landgraf Hermanns gegen 28 benannte Kasseler Patrizier3, tritt jedoch bereits 1391 November 5 zusammen mit Hans und seinen Vettern, den Brüdern Johann (Hans) und Werner von Falkenberg zur Densburg, mit einer Adelsgruppe unter Führung des Mainzer Landvogtes Konrad Spiegel in ein dreijähriges Bündnis und Schutzverhältnis zu Erzbischof Konrad von Mainz (gegen Landgraf Hermann von Hessen)4 und bürgt 1392 Dezember 20 für Erzbischof Konrad gegenüber Kraft von Hatzfeld, dem der Erzbischof bis zum kommenden 24 Juni 400 fl. zahlen muß5. 1393 Mai 3 tritt Kunzmann gegen eine Zahlung von 900 fl. in die Dienste Erzbischof Konrads von Mainz6, der nach seinem Friedensschluß mit Landgraf Hermann 1394 seinen Anteil an den eroberten hessischen Städten Rotenburg, Melsungen und Niedenstein an Burkhard von Schöneberg und Kunzmann amtsweise übergibt, um sie dem Landgrafen gemäß den Verträgen zu überantworten7. Er bleibt aber auch weiterhin mit Landgraf Hermann in Verbindung, dem er 1397 April 9 verspricht, die ihm vom Landgrafen geliehenen 40 Vt. Korn hessischen Maßes bis Michaelis in Alsfelder Maß zurückzugeben8 und für den er 1398 März 14 gegenüber Graf Heinrich von Waldeck bürgt, der Landgraf Hermann die Stadt Rhoden für 2000 Mark Silber verpfändet hatte9. Infolge seiner weiteren Verbindung mit den mainzischen Parteigängern in Hessen wird er der 1400 Juni 5 bei Kleinenglis erfolgten Ermordung Herzog Friedrichs von Braunschweig beschuldigt, worauf er in schwere Bedrängnis durch die Braunschweiger Herzöge und Landgraf Hermann von Hessen gerät, obwohl er sich umso fester an Mainz anschließt und 1403 Juni 9 von Erzbischof Johann zum Oberamtmann des Stiftes Fulda, das sich dem Schutz des Erzbischofs unterstellt hatte, gegen ein Dienstgeld von 1000 fl. eingesetzt wird10. Da er jedoch von König Ruprecht als Mörder zu Verbannung und Gefängnis verurteilt worden war, konnte er seine mächtige Stellung zwischen Mainz und Hessen nicht behaupten, sich allerdings auch der Vollstreckung des königlichen Rechtsspruches solange entziehen, bis er 1417 starb11.
Ritter, wird 1385 Juli 22 als Ersatzmann für Werner von Falkenberg als Treuhänder für die Städte Grebenstein, Immenhausen und Wolfhagen bestimmt, die Landgraf Hermann II. zur Sicherung des Kriegskostenersatzes, den er Erzbischof Adolf von Mainz in Höhe von 20000 fl. zu leisten hat, zum Pfand setzen muß1. In den Vergleichsverhandlungen zwischen Landgraf Hermann und seinen Gegnern (Mainz, Braunschweig, Thüringen und Meißen) wird Kunzmann 1388 Juli 30 von Landgraf Hermann wahlweise als Obermann vorgeschlagen2, ist zusammen mit seinem Vetter Johann 1391 Juli 4 „Warner“ im Hochverratsprozeß Landgraf Hermanns gegen 28 benannte Kasseler Patrizier3, tritt jedoch bereits 1391 November 5 zusammen mit Hans und seinen Vettern, den Brüdern Johann (Hans) und Werner von Falkenberg zur Densburg, mit einer Adelsgruppe unter Führung des Mainzer Landvogtes Konrad Spiegel in ein dreijähriges Bündnis und Schutzverhältnis zu Erzbischof Konrad von Mainz (gegen Landgraf Hermann von Hessen)4 und bürgt 1392 Dezember 20 für Erzbischof Konrad gegenüber Kraft von Hatzfeld, dem der Erzbischof bis zum kommenden 24 Juni 400 fl. zahlen muß5. 1393 Mai 3 tritt Kunzmann gegen eine Zahlung von 900 fl. in die Dienste Erzbischof Konrads von Mainz6, der nach seinem Friedensschluß mit Landgraf Hermann 1394 seinen Anteil an den eroberten hessischen Städten Rotenburg, Melsungen und Niedenstein an Burkhard von Schöneberg und Kunzmann amtsweise übergibt, um sie dem Landgrafen gemäß den Verträgen zu überantworten7. Er bleibt aber auch weiterhin mit Landgraf Hermann in Verbindung, dem er 1397 April 9 verspricht, die ihm vom Landgrafen geliehenen 40 Vt. Korn hessischen Maßes bis Michaelis in Alsfelder Maß zurückzugeben8 und für den er 1398 März 14 gegenüber Graf Heinrich von Waldeck bürgt, der Landgraf Hermann die Stadt Rhoden für 2000 Mark Silber verpfändet hatte9. Infolge seiner weiteren Verbindung mit den mainzischen Parteigängern in Hessen wird er der 1400 Juni 5 bei Kleinenglis erfolgten Ermordung Herzog Friedrichs von Braunschweig beschuldigt, worauf er in schwere Bedrängnis durch die Braunschweiger Herzöge und Landgraf Hermann von Hessen gerät, obwohl er sich umso fester an Mainz anschließt und 1403 Juni 9 von Erzbischof Johann zum Oberamtmann des Stiftes Fulda, das sich dem Schutz des Erzbischofs unterstellt hatte, gegen ein Dienstgeld von 1000 fl. eingesetzt wird10. Da er jedoch von König Ruprecht als Mörder zu Verbannung und Gefängnis verurteilt worden war, konnte er seine mächtige Stellung zwischen Mainz und Hessen nicht behaupten, sich allerdings auch der Vollstreckung des königlichen Rechtsspruches solange entziehen, bis er 1417 starb11.
Nachweise
Fußnoten
- Friedensburg, Landgraf Hermann II. (ZHG 21, 1885) S. 259 Beilage 11. ↑
- Codex Dipl. Saxoniae I B 1 Nr. 267. ↑
- Urkk., Gen.-Rep. Cassel (Notariatsinstrument von 1391 Dezember 26). ↑
- StA Würzburg MIB 12 fol. 87 ff. ↑
- Ebd. MIB 12 fol. 145v. Mitbürgen waren Friedrich von Hertingshausen, Werner von Falkenberg und Gottfried von [Löwenstein-]Schweinsberg. ↑
- Landau, Ritterburgen III S. 71 ff., Demandt, Corvey S. 168 ff. ↑
- Ebd. ↑
- Urkk., Samtarchiv Schubl. 71 Nr. 13. ↑
- Urkk., Waldecker Urkk. Nr. 673. ↑
- Siehe Anm. 6. ↑
- Siehe Anm. 6. ↑
Literatur
- Demandt, Der Personenstaat der Landgrafschaft Hessen im Mittelalter. Ein „Staatshandbuch“ Hessens vom Ende des 12. bis zum Anfang des 16. Jahrhunderts, Teil 1, Marburg 1981, S. 205, Nr. 650.
- Friedensburg, Landgraf Hermann II. der Gelehrte von Hessen und Erzbischof Adolf I. von Mainz 1373–1390, in: Zeitschrift des Vereins für Hessische Geschichte und Landeskunde 21 (1885)
- Landau, Die hessischen Ritterburgen und ihre Besitzer, Bd. 3, Kassel 1836
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Falkenberg, Kunzmann von“, in: Hessische Biografie <https://lagis.hessen.de/de/personen/hessische-biografie/alle-eintraege/19661_falkenberg-kunzmann-von> (aufgerufen am 17.04.2026)
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