Eisenbach, Rörich I. von
Familie
Vater
Eisenbach, Heinrich I. von, belegt 1332-1354, Amtmann, Truppenführer, Schiedsmann
Partner
Schlitz, Margarethe von
Verwandte
- Eisenbach, Johann II. von <Bruder>
- Eisenbach, Heinrich II. von <Bruder>
- Eisenbach, Rörich von <Sohn>, 1399-1422 dritter Erbmarschall
Leben
Aus der Biografie
Biogramm bei Demandt, Personenstaat
Ritter, Sohn des Heinrich von Eisenbach, wird 1367 von Landgraf Heinrich II. mit dem hessischen Erbmarschallamt belehnt1, nachdem sich der Landgraf mit den Brüdern Rörich und Heinrich (I.) von Eisenbach verglichen und ihnen 1366 März 8 die Pfandsumme auf den Gerichten Felda, Bobenhausen und Ulrichstein um 40 Pfd.2 und im gleichen Jahr für das Gericht Felda nochmals um 100 Pfd. erhöht hatte3. Diese Erhöhung der Pfandbeträge hängt offenbar zusammen mit einer von ihm anerkannten Schuldforderung der Brüder in Höhe von 1960 Pfd., wie sie ihre Abrechnung für sich und ihren verstorbenen Bruder Johann (II.) mit dem Landgrafen am 14. April 1366 ergeben hatte. Danach hatte Johann Verluste erlitten, als er die Tochter Landgraf Heinrichs Il. Adelheid, Gemahlin König Kasimirs (III.) des Großen, von Polen, auf ihrer Flucht vom polnischen Hofe zurück an den väterlichen Hof nach Kassel im September 1356 geleitet und dabei im Harz überfallen worden war4, während Rörich ein Zelter verloren gegangen war, als er die Königin nach Ungarn geleitet hatte. Rörich und Heinrich waren außerdem im Dienst des Landgrafen vor Villmar, ihr Bruder Johann durch den Grafen von Arnsberg zu Schaden gekommen, woraus sich die weitgespannte, umfassende Dienstleistung der Brüder für den Landgrafen ergibt. Die Entschädigung von 1960 Pfd. Heller weist Landgraf Heinrich ebenfalls auf das Gericht Felda an5. Dann hat sich Rörich jedoch wahrscheinlich mit dem Sternerbund gegen die Landgrafen gestellt6 und dürfte deshalb das Erbmarschallamt verloren haben, wenn er nicht sogar im Sternerkrieg umgekommen ist. Anders ist es nämlich kaum zu erklären, daß 1374 März 4 die beiden Vettern Rörich II. und Johann II. von Eisenbach mit dem Erbmarschallamt belehnt werden, nachdem sie offenbar auf Grund einer Art Sühneleistung einer Änderung der Erbmarschallsverleihung zugestimmt und auf darauf begründete Forderungen verzichtet haben7. Rörich, der auch Marschall des Stiftes Fulda war8, lebte nach Angabe Kuchenbeckers und Landaus bis gegen 13959 und war mit Margarethe von Schlitz verheiratet10.
Ritter, Sohn des Heinrich von Eisenbach, wird 1367 von Landgraf Heinrich II. mit dem hessischen Erbmarschallamt belehnt1, nachdem sich der Landgraf mit den Brüdern Rörich und Heinrich (I.) von Eisenbach verglichen und ihnen 1366 März 8 die Pfandsumme auf den Gerichten Felda, Bobenhausen und Ulrichstein um 40 Pfd.2 und im gleichen Jahr für das Gericht Felda nochmals um 100 Pfd. erhöht hatte3. Diese Erhöhung der Pfandbeträge hängt offenbar zusammen mit einer von ihm anerkannten Schuldforderung der Brüder in Höhe von 1960 Pfd., wie sie ihre Abrechnung für sich und ihren verstorbenen Bruder Johann (II.) mit dem Landgrafen am 14. April 1366 ergeben hatte. Danach hatte Johann Verluste erlitten, als er die Tochter Landgraf Heinrichs Il. Adelheid, Gemahlin König Kasimirs (III.) des Großen, von Polen, auf ihrer Flucht vom polnischen Hofe zurück an den väterlichen Hof nach Kassel im September 1356 geleitet und dabei im Harz überfallen worden war4, während Rörich ein Zelter verloren gegangen war, als er die Königin nach Ungarn geleitet hatte. Rörich und Heinrich waren außerdem im Dienst des Landgrafen vor Villmar, ihr Bruder Johann durch den Grafen von Arnsberg zu Schaden gekommen, woraus sich die weitgespannte, umfassende Dienstleistung der Brüder für den Landgrafen ergibt. Die Entschädigung von 1960 Pfd. Heller weist Landgraf Heinrich ebenfalls auf das Gericht Felda an5. Dann hat sich Rörich jedoch wahrscheinlich mit dem Sternerbund gegen die Landgrafen gestellt6 und dürfte deshalb das Erbmarschallamt verloren haben, wenn er nicht sogar im Sternerkrieg umgekommen ist. Anders ist es nämlich kaum zu erklären, daß 1374 März 4 die beiden Vettern Rörich II. und Johann II. von Eisenbach mit dem Erbmarschallamt belehnt werden, nachdem sie offenbar auf Grund einer Art Sühneleistung einer Änderung der Erbmarschallsverleihung zugestimmt und auf darauf begründete Forderungen verzichtet haben7. Rörich, der auch Marschall des Stiftes Fulda war8, lebte nach Angabe Kuchenbeckers und Landaus bis gegen 13959 und war mit Margarethe von Schlitz verheiratet10.
Nachweise
Fußnoten
- Kopiar 1 Nr. 171. – Siehe auch Kuchenbecker, Erbhofämter, Beweistümer Lit. Z und BB und Landau, Ritterburgen III S. 385 ff. ↑
- Urkk., Gen.-Rep. Felle. – Ziegenhainer Repert. des Oberfürstenthums F-L 3/2. ↑
- Vgl. Kuchenbecker, Erbhofämter, Beweistümer S. 24 und Landau, Ritterburgen III S. 385. ↑
- Landau, Ritterburgen III S. 385 und Anm. 27 S. 403. ↑
- S. ebd. III S. 386. ↑
- Dieses vermutet derselbe ebd. sicher zu Recht auf Grund des Verwandtschaftsverhältnisses zu Friedrich von Lißberg, einem Haupt der Sterner. ↑
- Vgl. dazu die Ausführungen unter Johann III. und Rörich II. von Eisenbach. ↑
- Urkk., Stift Rasdorf von 1364 Juni 3. Noch 1415 bekundet Hermann von Reckerode als Schiedsmann eines Streites zwischen Georg von Kralucke und Abt Johann von Fulda, daß Rörich dieses Amt innehatte. – Vgl. auch Landau, Ritterburgen III S. 389. ↑
- Landau ebd. nach Kuchenbecker, Erbhofämter S. 39. Ich hege an diesem Datum Zweifel, da es sicher nicht zutrifft, daß Rörich II. das Erbmarschallamt erst nach seines Vaters, Rörichs I., Tod um 1395 übernommen habe. Siehe auch unten unter Johann III. und Rörich II. ↑
- Landau, Ritterburgen III S. 386. ↑
Quellen
Literatur
- Demandt, Der Personenstaat der Landgrafschaft Hessen im Mittelalter. Ein „Staatshandbuch“ Hessens vom Ende des 12. bis zum Anfang des 16. Jahrhunderts, Teil 1, Marburg 1981, S. 173, Nr. 563
- Gundlach, Die hessischen Zentralbehörden von 1247 bis 1604, Bd. 3: Dienerbuch, Marburg 1930, S. 54
- Landau, Die hessischen Ritterburgen und ihre Besitzer, Bd. 3, Kassel 1836
- Johann Philipp Kuchenbecker, Gegründete Abhandlung von denen Erb-Hof-Aemtern der Landgrafschaft Hessen, Marburg 1744
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Eisenbach, Rörich I. von“, in: Hessische Biografie <https://lagis.hessen.de/de/personen/hessische-biografie/alle-eintraege/19543_eisenbach-roerich-i-von> (aufgerufen am 13.04.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
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