Stein, Leopold

Stein, Leopold
Andere Namen
Weitere Namen
Stein, Löb
Wirken
Werdegang
- Besuch der Elementarschule in Adelsdorf und Privatunterricht in Latein beim dortigen Ortspfarrer
- mit 15 Jahren Schüler der Jeschiwa des Fürther Rabbiners Wolf Hamburger (1770-1850), gefördert durch den Altmendelssohnianer Aron Wolfsohn (1754-1835), GND
- 1826 Verordnung der bayerischen Regierung, dass jeder zukünftige Rabbiner ein Gymnasium und eine Universität besucht haben muss
- Besuch der Gymnasien in Erlangen, Bayreuth und Würzburg
- 31.8.1832 Gymnasialabsolutorium
- Wintersemester 1832/33 bis Wintersemester 1834/35 Studium der philosophischen Wissenschaften an der Universität Würzburg
- August 1834 Staatsprüfung in Bayreuth
- ab 17.9.1835 Distriktrabbiner in Burgkunstadt
- 26.12.1843 Ernennung zum "zweiten Rabbiner" in Frankfurt am Main und damit zum Stellvertreter des Oberrabbiners Salomon Abraham Trier (1758-1846)
- 24.5.1844 Antritt der Rabbinerstelle in Frankfurt am Main
- 26.10.1844 Installierung einer Orgel in der Frankfurter Hauptsynagoge wird Teil der Gottesdienstreform
- 15.-28.7.1845 Vorsitzender der zweiten Rabbinerversammlung in Frankfurt am Main
- Januar 1851-November 1861 Herausgeber der Zeitschrift "Der israelitische Volkslehrer: eine Monatsschrift erbaulichen und belehrenden Inhalts"
- 1854 Abriss der bisherigen Frankfurter Hauptsynagoge
- 28.6.1855 Grundsteinlegung des Neubaus der Frankfurter Hauptsynagoge in der Börnestraße
- 23.3.1860 Einweihung der neuen Frankfurter Hauptsynagoge, deren Innenausstattung den liturgischen Besonderheiten der Reformbewegung entsprach
- der während der Festpredigt geäußerte Protest wegen seines fehlenden Stimmrechts in Kultusbeschlüssen führt zum Konflikt mit den Gemeindeältesten
- 11.09.1861 Promotion an der Universität Tübingen (statt einer gesonderter Dissertation wurde als Promotionsleistung der zehnte Band der Zeitschrift "Der israelitische Volkslehrer" sowie eine Übersetzung mit Einleitung des religionsphilosophischen Lehrgedichts "Corona regis" eingereicht)
- Herbst 1862 Niederlegung des Rabbineramtes
- 1862-1873 Leiter des "Pensionats Stein", einer "Höheren Töchterschule und Erziehungsanstalt"
- 1866-1880 Prediger in der liberalen "Westend-Union" in Frankfurt am Main
- 1880 Eintritt in den Ruhestand
Funktion
- Burgkunstadt, Rabbiner, 1835-1844
- Frankfurt am Main, Rabbiner, 1844-1862
Netzwerk
Rückert, Friedrich <Freund>
Werke
Lebensorte
Adelsdorf; Erlangen; Bayreuth; Würzburg; Burgkunstadt; Frankfurt am Main
Familie
Vater
Stein, Abraham Löb, geboren ca. 1769, gestorben 1846, ab 1815 Rabbiner in Adelsdorf
Mutter
Stein, Gella, geborene Sußmann, geboren ca. 1778, gestorben 1841
Partner
Stein, Leonore, geborene Wertheimer, geboren Mitwitz (Oberfranken) 26.11.1820, Heirat Oberlangenstadt (Oberfranken) 2.5.1839, gestorben Frankfurt am Main 21.12.1869, Tochter des Hopfenhändlers Sandel Wertheimer aus Mitwitz und der Getta Wertheimer, geborene Künstler, aus Burghaslach
Verwandte
- Stein, Sigismund Theodor <Sohn>, geboren Burgkunstadt 2.4.1840, gestorben Frankfurt am Main 27.9.1891
- Stein, Dorothea Karoline <Tochter>, geboren Burgebrach 12.3.1841, Heirat mit Ludwig Samuel Dann, gestorben Augsburg 1900
- Stein, Franziska <Tochter>, geboren Burgkunstadt 26.2.1842, Heirat mit Moses Wiesenthal, gestorben Homburg vor der Höhe 6.3.1877
- Stein, Isaak Leopold <Sohn>, geboren Burgkunstadt 12.6.1843, angenommener Name James Lee Styne, gestorben Canton/Ohio 1890
- Stein, Isabella <Tochter>, geboren Frankfurt am Main 10.9.1844, Heirat mit Salomon Feisenberger, gestorben Frankfurt am Main 21.4.1914
- Stein, Leonhard Louis <Sohn>, geboren Frankfurt am Main 15.4.1846, gestorben Sunbury/Pennsylvania 25.9.1912
- Stein, Louise Wilhelmine <Tochter>, geboren Frankfurt am Main 18.7.1850, gestorben Frankfurt am Main 15.11.1855
- Stein, Bettina Friederike <Tochter>, geboren Frankfurt am Main 30.1.1852, Heirat mit Heinrich Landauer, gestorben Augsburg 1921
Nachweise
Quellen
- HStAM Bestand 903 Nr. 10268 (Frankfurt am Main (1851–1875), Sterbenebenregister, 1869, Nr. 1756)
- HStAM Bestand 903 Nr. 10355 (Frankfurt am Main, Sterbenebenregister, 1882, Nr. 2805)
- ISG FFM Bestand S2 Nr. 522
- UAT Bestand 131/11b Nr. 12 (Universitätsarchiv Tübingen: Promotionsakte Leopold Stein)
- UAT Bestand 132/61-1861 Nr. 17 (Universitätsarchiv Tübingen: Doktordiplom Leopold Stein)
Literatur
- Allgemeine deutsche Biographie, Bd. 35, Leipzig 1893, S. 660 f. (Adolf Brüll)
- Frankfurter Biographie, Bd. 2, Frankfurt am Main 1996, S. 422 f. (Birgit Weyel)
- Arnsberg, Die Geschichte der Frankfurter Juden seit der Französischen Revolution, Bd. 3, Darmstadt 1983, S. 488-492
- Biographisches Handbuch der Rabbiner, Teil 1: Die Rabbiner der Emanzipationszeit in den deutschen, böhmischen und großpolnischen Ländern 1781–1871, München 2004, S. 834, Nr. 1711
- Carsten Wilke, Geographischer und quellenkundlicher Index zur Geschichte der Rabbinate im deutschen Sprachgebiet 1780-1918, Duisburg 1999, S. 204
- Leo Baeck Institute: Leopold Stein Collection (AR 3263)
Weblinks
Bildquelle
Leo Baeck-Institut
Siehe auch
Extern
Biografische Angebote
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- Index Deutsche Biographie: Öffnet in neuem Fenster
- Frankfurter Personenlexikon: Öffnet in neuem Fenster
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- Kalliope - Verbundkatalog Nachlässe, Autographensammlungen und Verlagsarchive: Öffnet in neuem Fenster
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Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildung: siehe Angaben unter Bildquelle
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Stein, Leopold“, in: Hessische Biografie <https://lagis.hessen.de/de/personen/hessische-biografie/alle-eintraege/18694_stein-leopold> (aufgerufen am 30.10.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
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