Lismann, Hermann

Lismann, Hermann
Wirken
Werdegang
- 1897 Reifeprüfung am Gymnasium in München
- der Versuch, das väterliche Werk zu übernehmen, scheiterte
- 1898-1903 Studium an der Münchner Kunstakademie, Schüler von Heinrich Knirr (1862-1944) und Franz von Stuck
- Studium der Kunstgeschichte und Philosophie in Lausanne
- künstlerische Ausbildung in Rom
- 1904-1914 künstlerische Ausbildung in Paris, dem Kreis der Maler Pascin Moll, Albert Weissgerber (1878-1915) und Rudolf Levy (1875-1944) angehörend
- 1914 vor Ausbruch des Krieges Übersiedlung nach Frankfurt am Main
- 1914/15-1918 Soldat im Ersten Weltkrieg, davon zwei Jahre als Infanterist, danach Leiter der Auslandsabteilung für deutsche Kriegsgefangene beim Roten Kreuz in Frankfurt am Main
- ab 1918 Eröffnung eigener Malschule sowie Dozent an der Städtischen Akademie für Malerei
- 1922-1933 Führungen im Auftrag des Volksbildungsheimes
- 1930-1935 Lehrauftrag für Zeichnen und Maltechnik an der Philosophischen Fakultät der Universität Frankfurt am Main
- 1934 Berufsverbot
- 1935-1938 Leiter von Kursen für jüdische Jugendliche, denen er bei der Berufsausbildung für die Emigration half
- 1938 Emigration nach Frankreich (seine Frau blieb in Frankfurt am Main zurück)
- 1939 zweimalige Internierung in Frankreich, Flucht ins unbesetzte Gebiet nach Montauban (Dept. Tarn et Garonne)
- 1942 deutsche Gefangenschaft, Verschleppung ins Lager Gurs
- 4.3.1943 aus dem französischen Lager Drancy in das Vernichtungslager Majdanek bei Lublin deportiert, verschollen
- Die meisten seiner Kunstwerke wurden durch den Krieg zerstört oder sind verschollen, das Kupferstichkabinett des Städelschen Kunstinstitutes besitzt noch einige Zeichnungen sowie südfranzösische Landschaftsbilder
- 1959, 1968 und 1979/80 Werkausstellungen anlässlich seines 80., 90. und 100. Geburtstag in Frankfurt am Main
Studium
Studium an der Münchner Kunstakademie, Schüler von Professor von Stuck
Studium der Kunstgeschichte und Philosophie in Lausanne
Netzwerk
Akademische Vita
- Frankfurt am Main, Städtische Akademie für Malerei // Dozent / Philosophie der Kunst / 1918-1934
- Frankfurt am Main, Städtische Akademie für Malerei // Dozent / Technik der Malerei / 1918-1934
Werke
- Grenzen der Künste
- Die Elemente der bildlichen Darstellung
Lebensorte
München; Lausanne; Rom; Paris; Frankfurt am Main
Familie
Vater
Lismann, Benjamin, GND, 1832–1906, Betreiber eines Kupferwalzwerkes in München, Sohn des Heinemann Lismann
Mutter
Ganz, Julie, 1838-1920, jüdisch
Partner
Merkert, Maria, (⚭ München 1906) 1884-1962, katholisch, blieb 1938 in Frankfurt am Main, maßgebende Mitwirkende der Ausstellung `Hermann Lismann 1878-1943. Gedächtnisausstellung zum 80. Geburtstag` 1959
Verwandte
- Lismann, Franziska (Fränzi*) Anna <Tochter>, geboren Paris 1906, gestorben Frankfurt am Main 1962, nicht jüdisch, 1936 Eheschließung mit Adolf Katzenstein in Paris, Auswanderung über Ascona nach Palästina
- Lismann, Peter <Sohn>, geboren Frankfurt am Main 1920
- Katzenstein, Adolf <Schwiegersohn>, jüdisch, gestorben 23.4.1974, beerdigt auf dem jüdischen Friedhof Rat-Beil-Straße, Kosmopolit
- Lismann, Abraham <Onkel>, GND, Unternehmer, Wirkungsort: München
- Lismann, Heinrich <Cousin>, geboren Frankfurt am Main 1870, gestorben Richmond (Virginia/USA) 1950, Teilhaber des Bankgeschäfts „Gebrüder Lismann“, 1933 Emigration in die USA
Nachweise
Literatur
- Neue deutsche Biographie, Bd. 14, Berlin 1985, S. 685 f. (Christine Uslular-Thiele)
- Heuer/Wolf (Hrsg.), Die Juden der Frankfurter Universität, Frankfurt am Main/New York 1997, S. 255-257
- Frankfurter Biographie, Bd. 1, Frankfurt am Main 1994, S. 463 f. (Sabine Hock)
- Arnsberg, Die Geschichte der Frankfurter Juden seit der Französischen Revolution, Bd. 3, Darmstadt 1983, S. 274-276
Bildquelle
Siehe auch
Extern
Biografische Angebote
- Neue Deutsche Biographie: Öffnet in neuem Fenster
- Index Deutsche Biographie: Öffnet in neuem Fenster
- Frankfurter Personenlexikon: Öffnet in neuem Fenster
- Kalliope - Verbundkatalog Nachlässe, Autographensammlungen und Verlagsarchive: Öffnet in neuem Fenster
- Wikipedia: Öffnet in neuem Fenster
- Objektdatenbank KHK = Objektdatenbank Hessen Kassel Heritage: Öffnet in neuem Fenster
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildung: siehe Angaben unter Bildquelle
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Lismann, Hermann“, in: Hessische Biografie <https://lagis.hessen.de/de/personen/hessische-biografie/alle-eintraege/18587_lismann-hermann> (aufgerufen am 22.04.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
https://lagis.hessen.de/resolve/de/bio/18587