Lange, Gerson
Wirken
Werdegang
- Besuch der jüdischen Schule "Hascharath Zwi" in Halberstadt
- 1880-1887 Besuch des humanistischen Gymnasiums in Halberstadt
- Ostern 1887 erfolgreiches Bestehen der Reifeprüfung
- ab Sommersemester 1887 Mathematik-Studium an der Universität Berlin
- Studium am Berliner Hoffmann'schen Rabbiner-Seminar (Schüler von Hoffmann, Hildesheimer, Berliner und Barth), Abschluss mit Ss'micha (Rabbinatsordination)
- 1891 Promotion an der Universität Halle-Wittenberg
- Anstellung an der Berliner Religionsschule der "Adass Yisroel"
- August 1893 bis März 1897 stellvertretender Direktor der Religionsschule in Hannover
- 1897-1901 Rabbiner des "Vereins zur Wahrung des überlieferten Judentums in der Provinz Westfalen" mit Sitz in Warburg (Amtsantritt 27.5.1897, eingeführt vom Fuldaer Rabbiner Dr. Michael Cahn
- ab 22.4.1901 Direktor der Realschule der Israelitischen Religionsgesellschaft Frankfurt am Main
- 1919 schwere Erkrankung und Beurlaubung
- 1923 Tod im Alter von 55 Jahren
Mitgliedschaften
Vereinigung der traditionell-gesetzestreuen Rabbiner Deutschlands
Mitbegründer und Vorsitzender des "Bundes gesetzestreuer jüdischer Lehrer Deutschlands (Chissuk Emunoh)"
Vorsitzender im "Unterstützungsverein für emeritierte Lehrer, Lehrerwitwen und Waisen Jeschurun"
Gründer der "Jüdisch-Literatischen Gesellschaft in Frankfurt am Main"
Vorsitzender der Orts- und Jugendgruppe der "Agudas Jisroel" in Frankfurt am Main
Werke
- Dissertation: "Über die linearen, homogenen Differentialgleichungen, denen die Periodicitätsmoduln Abelscher Integrale genügen für den Fall, dass die Irrationalität dritten Grades ist". Halle an der Saale 1891
Lebensorte
Berlin; Hannover; Warburg; Frankfurt am Main
Familie
Vater
Lange, Isaac (Jizhak), geboren 1828, gestorben 1880, Rabbinatsassessor (Dayan), Klaus-Rabbiner in Halberstadt
Mutter
Lange, Rosa, geborene Wetzlar
Partner
Lange, Sara, geborene Biberfeld, geboren Breslau 6.5.1873, Emigration in die Niederlande, Deportation ab Westerbork 16.2.1944, gestorben Konzentrationslager Bergen-Belsen 17.3.1945, Tochter des Abraham Biberfeld und der Helene Biberfeld, geborene Mugdan
Verwandte
- Lange, Hildegard <Tochter>, geboren Warburg 16.11.1898, Heirat mit Walther Joseph Frankfurt am Main 27.6.1923
- Lange, Elfriede <Tochter>, geboren Warburg 24.11.1899, verheiratete Hepner, Emigration nach Frankreich 14.11.1938
- Lange, Rosy <Tochter>, geboren Frankfurt am Main 4.7.1901, verheiratete Adler, Emigration in die Vereinigten Staaten von Amerika Januar 1939, gestorben 1977
- Lange, Eva <Tochter>, geboren Frankfurt am Main 1905, Heirat mit Erwin Stroh Frankfurt am Main 20.3.1929, gestorben Konzentrationslager Auschwitz zu einem unbekannten Zeitpunkt
- Lange, Lieselotte <Tochter>, geboren Frankfurt am Main 1906, verheiratete Rumpler
- Lange, Isaak <Sohn>, geboren Frankfurt am Main 14.11.1909, Emigration in die Niederlande, Deportation ab Westerbork 15.2.1944 mit Ziel Konzentrationslager Bergen-Belsen, von dort Deportation mit Ziel Konzentrationslager Theresienstadt 10.4.1945, auf dem Weg dorthin in Tröbitz befreit 23.04.1945
- Lange, Marcus <Bruder>, geboren Halberstadt 19.12.1879, Heirat mit Hermine Kaufmann Frankfurt am Main 22.2.1909, Emigration nach Israel 1939, gestorben Jerusalem 1943, Dr. phil., Rabbiner
- Lange, Jacob <Bruder>, geboren Halberstadt 27.6.1873, Heirat mit Elsa Posen Frankfurt am Main 11.2.1903, gestorben Frankfurt am Main 23.3.1918, Dr. med., Arzt
Nachweise
Quellen
- HStAM Bestand 903 Nr. 10880 (Frankfurt V, Sterbenebenregister, 1923, Nr. 972)
- HStAM Bestand 926 Nr. 134 (Lagerstandesamt Bergen-Belsen, Sterbenebenregister, 1951, Nr. 1170)
- Gedenkbucheintrag Lange, Sara
- Gedenkbucheintrag Stroh, Eva
Literatur
- Arnsberg, Die Geschichte der Frankfurter Juden seit der Französischen Revolution, Bd. 3, Darmstadt 1983, S. 262 f.
- Biographisches Handbuch der Rabbiner, Teil 2: Die Rabbiner im Deutschen Reich 1871–1945, München 2009, S. 364, Nr. 2332
- Realschuldirektor Dr. Gerson Lange. In: Der Israelit, Frankfurt am Main, 11.10.1923, 64. Jahrgang, Nr. 41, S. 1 f.
Siehe auch
Extern
Biografische Angebote
Nachnutzung
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Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Lange, Gerson“, in: Hessische Biografie <https://lagis.hessen.de/de/personen/hessische-biografie/alle-eintraege/18484_lange-gerson> (aufgerufen am 01.11.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
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