Hanauer, Wilhelm
geboren
21.7.1866 Richen (Baden) gestorben
14.6.1940 Sayn Beruf
Arzt, Sanitätsrat, Sozialmediziner, Kommunalpolitiker Titel
Prof. Dr. med. Konfession
jüdisch GND-Explorer
139148108Wirken
Werdegang
- 1885 Reifeprüfung am Gymnasium in Bruchsal
- Studium der Medizin an den Universitäten Würzburg, Straßburg und München
- 1890 Approbation in Würzburg
- 1890 Promotion zum Dr. med. an der Universität Würzburg
- ab 1890 praktischer Arzt und Kinderarzt, zuerst in Sinsheim/Baden, ab 1892 in Frankfurt am Main
- 1903-1905 Vertrauensarzt der Allgemeinen Ortskrankenkasse
- Erster Vorsitzender des 1905 gegründeten Vereins „Jüdische Bibliothek und Lesehalle“
- während des Ersten Weltkrieges Sanitätsarzt
- 1917-1924 Stadtverordneter in Frankfurt am Main
- 1919 Habilitation für soziale Medizin an der Universität Frankfurt am Main, Privatdozent
- 1921 Einsatz für die fortschrittliche Gemeindeverfassung des Centralvereins für jüdisches Gemeindeleben
- 1926 nichtbeamteter außerordentlicher Professor für soziale Medizin an der Universität Frankfurt am Main
- „Vorkämpfer der sozialen Ausgestaltung der Tuberkulosefürsorge in Frankfurt a. M.“ (Arnsberg 1983, S. 175)
- aktive Beteiligung im politischen Leben der Israelitischen Gemeinde Frankfurt (Ausschuss, Gemeindevertretung)
- Vorsitzender des Centralvereins für jüdisches Gemeindeleben (konservativ religiös)
- 1933 Entzug der Lehrbefugnis
- 1940 verstarb in der jüdischen Anstalt für Gemütskranke in Sayn „durch die Geschehnisse während der Nazi-Zeit psychisch gebrochen“ (Arnsberg 1983, S. 176)
Studium
Studium der Medizin in Würzburg, Straßburg und München
Akademische Qualifikation
- 1889 Promotion zum Dr. med. an der Universität in Würzburg
- 1891 Habilitation an der Universität in Würzburg
Akademische Vita
- Universität Frankfurt am Main // soziale Medien / a. o. Professor /
Werke
- Zur Therapie der Gelenktuberkulose mit Jodoformölinjectionen (Diss. med. 1899)
- Soziale Hygiene des Jugendalters, Berlin
- Die Säuglingssterblichkeit in Frankfurt a. M.
- Die Arbeiterwohnungsfrage, Leipzig
- Bevölkerungsbewegung der Frankfurter Juden, Israelitisches Gemeindeblatt, November 1924
- Festschrift zur Einweihung des neuen Krankenhauses der Israelitischen Gemeinde zu Frankfurt am Main
- Die jüdische Wohlfahrtspflege in Deutschland. Ihre geschichtliche Entwicklung und ihre gegenwärtige Leistung (1913)
Lebensorte
Bruchsal; Würzburg; Straßburg; München; Frankfurt am Main; Sayn; Sinsheim
Familie
Vater
Hanauer, Moses, Handelsmann, jüdisch
Mutter
Weißbarth, Fani, jüdisch
Partner
Adlerstein, Julie, geboren Bamberg, gestorben Frankfurt am Main 28.3.1932, 64 Jahre alt
Verwandte
Silberberg, Auguste <Tochter>
Nachweise
Quellen
- HStAM Bestand 903 Nr. 10997 (Frankfurt I, Sterbenebenregister, 1932, Nr. 335)
Literatur
- Heuer/Wolf (Hrsg.), Die Juden der Frankfurter Universität, Frankfurt am Main/New York 1997, S. 151-153
- Frankfurter Biographie, Bd. 1, Frankfurt am Main 1994, S. 301
- Arnsberg, Die Geschichte der Frankfurter Juden seit der Französischen Revolution, Bd. 3, Darmstadt 1983, S. 175 f.
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Hanauer, Wilhelm“, in: Hessische Biografie <https://lagis.hessen.de/de/personen/hessische-biografie/alle-eintraege/18344_hanauer-wilhelm> (aufgerufen am 21.04.2026)
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