Domarus, Max Eugen
Wirken
Netzwerk
Lindner, Theodor <Lehrer>, GND, * Breslau 29.4.1843, † Halle an der Saale 24.11.1919, Historiker
Lebensorte
Hildesheim; Münster (Westfalen); Berlin; Halle an der Saale; Rom; Hannover
Familie
Mutter
Domarus, Emilie von
Partner
Rühl, Bertha, (⚭ Hannover 8.11.1897) * Worms 12.1.1873, † Wiesbaden 5.3.1951, katholisch, Tochter des Johann Ludwig* Rühl und der Maria* Antonie Sturm
Verwandte
Domarus, Max <Sohn>, GND, * Wiesbaden 13.12.1911, † Würzburg 4.6.1992, Historiker, Lehrer, Schriftsteller und Publizist
Leben
Aus der Biografie
Geboren in Westpreußen, besuchte Domarus das berühmte Josefinum in Hildesheim, wo er das Abitur ablegte. Ab 1888 absolvierte er in Münster, Berlin und Halle an der Saale ein Studium der Geschichte. Nach seinem Examen begann als Doktorand von Theodor Lindner (1843–1919) seine Promotion, die er am 17. Dezember 1891 mit einer Arbeit über die Beziehungen der deutschen Könige von Rudolf von Habsburg bis Ludwig dem Bayern zu Dänemark abschloss. Dank seiner bis dato guten Leistungen konnte Domarus 1893 ein Stipendium der Görres-Gesellschaft erwerben, welches ihm einen vierjährigen Forschungsaufenthalt in Italien ermöglichte. Die längste Zeit hielt er sich in Rom, vornehmlich im Vatikanarchiv, auf.
Seine Erfahrungen und tiefgreifenden Kenntnisse des Archivwesens ermöglichten Domarus den Eintritt in den preußischen Archivdienst. Hier begann er im August 1897 als Archivhilfsarbeiter am Staatsarchiv Hannover. Nach zwei Jahren wurde er zum Archivassistenten ernannt und am 1. April 1900 an das Wiesbadener Staatsarchiv versetzt. Genau 21 Jahre nach dem Beginn seines Dienstes in Wiesbaden wurde er zum Archivdirektor ernannt und übte diesen Posten bis zu seiner Pensionierung am 1. Oktober 1931 aus. Durch „persönliches Mißgeschick und die Ungunst der Zeit“, so der Verfasser seines Nachrufes, daran gehindert größere wissenschaftliche Arbeiten vorzulegen, trat Domarus jedoch mit zahlreichen Publikationen zur Orts- und Landesgeschichte in Erscheinung. Während seiner Archivarszeit verfasste Domarus über 50 Arbeiten zur nassauischen Landesgeschichte, die sich unter anderem mit der Geschichte und Entwicklung St. Georgenstiftes in Limburg an der Lahn beschäftigten. Für seine Monografie zur Geschichte der Gemeinde Dernbach bei Montabaur verlieh ihm jene Westerwaldgemeinde die Ehrenbürgerwürde. Nach seiner Pensionierung führte Domarus Ordnungsarbeiten in verschiedenen Pfarrarchiven des Bistums Limburg durch.
In seiner Wahlheimat Wiesbaden, in der er 1946 verstarb, engagierte er sich in zahlreichen karitativen Einrichtungen und Vereinen, so war er Leiter des Akademischen Hilfsbundes für Kriegsbeschädigte, zweiter Vorsitzender des Lesevereins, Vorsitzender der hiesigen Ortsgruppe des Verbandes katholischer Akademiker und Mitglied des Kirchenvorstandes der Bonifatiuskirche.
Oliver Teufer
Nachweise
Quellen
- HStAM Bestand 925 Nr. 2964 (Wiesbaden, Sterbenebenregister, 1946, Nr. 479)
- HStAM Bestand 925 Nr. 2995 (Wiesbaden, Sterbenebenregister, 1951, Nr. 474)
Literatur
- Renkhoff, Nassauische Biographie, 2. Aufl., Wiesbaden 1992, S. 143, Nr. 800
- Wiesbaden. Das Stadtlexikon, hrsg. vom Magistrat der Landeshauptstadt Wiesbaden, Darmstadt 2017, S. 173 (Oliver Teufer)
- Aloys Schmidt, Nachruf auf Max Domarus, in: Archiv für mittelrheinische Kirchengeschichte (1949), S. 367 f.
Weblinks
Siehe auch
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Domarus, Max Eugen“, in: Hessische Biografie <https://lagis.hessen.de/de/personen/hessische-biografie/alle-eintraege/17220_domarus-max-eugen> (aufgerufen am 19.04.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
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