Kindinger, Jakob

 
geboren
5.7.1905 Reichenbach (Odenwald)
gestorben
17.11.1986 Bensheim
Beruf
Politiker, Gewerkschafter, Kommunist, NS-Widerstandskämpfer
GND-Explorer
132862387

Wirken

Werdegang

  • Steinmetz
  • 1923 Eintritt in die hessische Schutzpolizei
  • als wandernder Steinmetz in Werkstätten im Schwarzwald, der Schweiz und Oberfranken tätig
  • in Oberfranken Eintritt in die Gewerkschaftsbewegung und Ausprägung eines Klassenbewusststeins
  • 1932 Mitglied der KPD-Ortsgruppe Bensheim
  • 1933 wiederholt verhaftet und zwei Wochen Internierung im Konzentrationslager Osthofen
  • 30.5.1935 Verhaftung in das Gestapo-Gefängnis Darmstadt, wegen Vorbereitung zum Hochverrat zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt, im Aschendorfer Moor interniert, am Entlassungstag Schutzhaft im KZ Buchenwald
  • insgesamt 10 Jahre in Haft, seit 1938 im Konzentrationslager Buchenwald, dort Vorarbeiter im Steinbruch
  • Blockältester, versteckte im April 1945 mit seinem gesamten Block (1100 Personen) im KZ vier englische Piloten und Emil Carlenbach unter den Fußbodenbrettern des Blocks bis zur wenige Tage später erfolgten Befreiung des KZ durch die Amerikaner
  • 11.4.1945 Aufstand der KZ-Insassen und Festnahme der SS-Leute
  • 1945 Straßenmeister der Stadt Bensheim
  • 1945-1952 Vorsitzender des Betriebsrat
  • 1946-1953 zweiter Vorsitzender des DGB-Ortsausschusses und 1946-1952 Mitglied des Bezirksvorstands der ÖTV, zugleich Vertreter des VVN (Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes)
  • 1950 (als Nachfolger von Jakob Zeiss) erfolglose Kandidatur für den Hessischen Landtag im Wahlkreis 48: Bergstraße (KPD)
  • 1952 Mitglied des Vorstands der ÖTV der Fachgruppe Kommunalverwaltung des Landkreises Bergstraße
  • 1946 erster Sekretär der Ortsgruppe Bensheim der KPD, Mitglied der Kreisleitung und des Kreissekretariats, 1951 Mitglied des Landesvorstands der KPD Hessen
  • 1945-1946 Mitglied des Bürgerrats in Bensheim
  • 1948-1952 Stadtverordneter in Bensheim (KPD)
  • 1952-1956 Mitglied des Kreistags im Kreis Bergstraße
  • 1952-1956 1. Sekretär der KPD in deren Landeskontrollkommission (L.K.K.) Hessen, 1956 Verbot der KPD
  • 1956-1960 Stadtverordneter in Bensheim (ÜIBB – Überparteiliche Initiative Bensheimer Bürger)
  • ca. 1972 Mitglied der DKP
  • 1952 Mitgründer der „Kanalpartei“ im Bensheimer Stadtteil Griesel (Partei zur Propagierung der Kanalisierung des Griesels)
  • Mitglied der Karnevalsgesellschaft „Rote Funken“

Lebensorte

Bensheim

Familie

Vater

Kindinger, Johann, Steinmetz in Reichenbach

Mutter

Hochgenug, Elise

Partner

Kollerer, Maria, * 11.9.1907, † 26.6.1990, Heirat Reichenbach 19.4.1930, führte mit der Tochter ein Geschäft für Friseurartikel, seit Anfang der 1970er Jahre ein Textilgeschäft

Verwandte

Hunger, Else, geb. Kindinger <Tochter>, * 24.8.1930, † 11.5.1993, verheiratet mit Kurt Hunger, * 5.3.1925, † 4.3.1985, führen das Textilgeschäft fort

Nachweise

Literatur

Bildquelle

Unknown authorUnknown author, Jakob Kindinger 1970 01, CC BY-SA 3.0 (beschnitten)

Siehe auch

Extern

Biografische Angebote

Nachnutzung

Rechtehinweise

Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildung: siehe Angaben unter Bildquelle

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Kindinger, Jakob“, in: Hessische Biografie <https://lagis.hessen.de/de/personen/hessische-biografie/alle-eintraege/17211_kindinger-jakob> (aufgerufen am 14.04.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

https://lagis.hessen.de/resolve/de/bio/17211