Lanninger, Karl Ludwig*
geboren
24.11.1889 Frankenthal (Pfalz) gestorben
10.11.1963 Frankfurt am Main Beruf
Ingenieur, Erfinder, Fabrikant, Kommunalpolitiker Konfession
katholisch GND-Explorer
160411882Andere Namen
Weitere Namen
Lanninger, Carl Ludwig*
Wirken
Werdegang
- Ausbildung zum Ingenieur
- als Techniker mit Fragen der landwirtschaftlichen Bewässerung befasst
- im Ersten Weltkrieg als Pionier für die Entwässerung der Schützengräben erfolgreich
- erste Patente für Verfahren der Beregnungstechnik
- 1919 Gründung der Firma Sänger & Lanninger
- 1923 Umwandlung der Firma in „Lanninger-Regner AG“ unter kaufmännischer und technischer Leitung Lanningers
- Entwicklung von über 130 Patenten im Bereich der Beregnungstechnik
- Beitritt zur Deutschen Zentrumspartei in den 1920er Jahren
- ab 1928 Mitglied des Handels- und Industriebeirates der Zentrumspartei für Hessen-Nassau, ab 1929 Vorsitzender
- 23.1.1933 als Nachrücker im Frankfurter Stadtparlament für Max Bongard ernannt
- 7.2.1933 durch Zwangsauflösung des Stadtparlaments Ende der Mandatszeit nach wenigen Stunden
- weiterhin für die Zentrumspartei politisch engagiert
- sichert sich im Interesse seines verschuldeten Unternehmens die Unterstützung des nationalsozialistischen Frankfurter Magistrats
- verbesserte wirtschaftliche Entwicklung in den 1930er Jahren
- nach eigenen Angaben zunehmende Konflikte mit der NSDAP und DAF
- 1937 Eintritt in die NSDAP, angeblich der Form halber zur Sicherung seiner Gesundheit und der Existenz seiner Firma
- 1939-1944 im Heeresdienst, aber aufgrund längerer Beurlaubungen und u.k.-Abstellungen noch mit der Leitung des Unternehmens befasst
- 1944 weitgehende Zerstörung der Lanninger-Werke durch Bombenangriffe
- 3.1945 führt Instandsetzung der zerstörten Wasser- und Kanalleitungen in Frankfurt durch
- 1946 Eintritt in die CDU
- 1947 nach Denunzierung Spruchkammer-Anklage wegen NSDAP-Mitgliedschaft
- Einstufung als „nicht belastet“
- nach 1945 Wiederaufbau der Lanninger-Werke
- in Vorträgen und Publikationen erfolgreiche Verbreitung seiner Ideen der künstlichen Bewässerung und der Bekämpfung des Hungers
- 1949 Ehrensenator der Technischen Hochschule Darmstadt
- Ehrungen durch Bundesverdienstkreuz Erster Klasse und die große Silberne Max-Eyth-Medaille
- 1962 Übernahme der Lanninger-Regner AG durch die Mannesmann AG, dort stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender
Funktion
- Frankfurt am Main, Stadtverordnetenversammlung, Mitglied (SPD), 1933
Lebensorte
Frankfurt am Main
Familie
Partner
Pietsch, Nora, * Berlin 21.3.1892, Heirat Berlin 7.7.1919
Verwandte
Lanninger, Reinhold <Sohn>, * Frankfurt am Main 5.9.1920
Nachweise
Quellen
- HStAM Bestand 903 Nr. 426 (Frankfurt, Sterbenebenregister, 1963, Nr. 6993)
Literatur
- Bermejo, Die Opfer der Diktatur. Frankfurter Stadtverordnete und Magistratsmitglieder als Verfolgte des NS-Staates, Frankfurt am Main 2006, S. 231 ff.
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Lanninger, Karl Ludwig*“, in: Hessische Biografie <https://lagis.hessen.de/de/personen/hessische-biografie/alle-eintraege/16821_lanninger-karl-ludwig> (aufgerufen am 19.04.2026)
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