Fischer, Peter* Adam
geboren
27.7.1896 Unterliederbach (Kreis Höchst) gestorben
29.4.1972 Frankfurt am Main Beruf
Schlosser, Dreher, Kommunalpolitiker Konfession
katholischWirken
Werdegang
- 1902-1910 Besuch der Volksschule, seit 1906 zusätzlich der Gewerbeschule
- 1910 Lehre als Schlosser und Dreher
- 1916-1918 Teilnahme am Ersten Weltkrieg
- 1918 Mitglied des Soldatenrates in Frankfurt am Main, Eintritt in die USPD
- seit 1919 im Eisenbahnausbesserungswerk Nied beschäftigt, Mitglied im Betriebsrat
- Mitglied im Deutschen Eisenbahnerverband
- 1919 Eintritt in die KPD
- aktive Beteiligung am Kampf gegen die Besetzung des Rheinlandes und am Ruhrkampf 1923
- 1924-1933 Vorsitzender der Höchster KPD
- 1923-1928 Stadtverordneter und Fraktionsvorsitzender der KPD im Höchster Stadtparlament
- 1928 nach Eingemeindung von Höchst nach Frankfurt am Main Wahl zum Mitglied des Frankfurter Stadtparlaments, keine Wiederwahl im Mai 1928
- 1929-1933 Stadtverordneter der KPD in Frankfurt am Main
- 4.3.1933 Verhaftung von der Gestapo auf Veranlassung von Josef Schimmel, Verwüstung seines Büros bei der Arbeitsgemeinschaft Sozialpolitischer Organisationen (ARSO) durch die SA
- März-Juni 1933 Verhöre und Misshandlungen in der SA-Kaserne in Höchst und durch die Gestapo
- weitere Schikanen und Hausdurchsuchungen, Verlust der Arbeitsstelle
- 1936-1944 Tätigkeit als Eisendreher in Frankfurt-Griesheim
- 3.1944 Flucht vor der Gestapo nach Essen
- 8.1944 kurzzeitige Inhaftierung – vermutlich im Zusammenhang mit der Aktion Gitter wegen seiner Tätigkeit als ehemaliger kommunistischer Stadtverordneter
- 3.1945 Führende Beteiligung an einer Versammlung von SPD, KPD, Zentrum und Gewerkschaften zur Bildung einer Notverwaltung für die westlichen Vororte
- 30.3.1945 Ernennung zum ehrenamtlichen Mitglied des „Beirats“ der US-Militärregierung
- Neuorganisation der kommunalen Strukturen durch die „Stadthauptmannschaft Westfrankfurt“
- maßgebliche Beteiligung am Aufbau zahlreicher Frankfurter Institutionen
- Auflösung des „Beirats“ und der „Stadthauptmannschaft“ nach Konflikten mit der amerikanischen Militärregierung
- 9.1945 als Vertreter der KPD zum Mitglied des Frankfurter „Bürgerrats“ ernannt
- Austritt aus der KPD
- bis 5.1946 als Parteiloser im Bürgerrat tätig, dann nicht mehr gewählt
- nach 1948 Rückzug aus dem öffentlichen Leben
- 1946-1956 als Vertreter für Hartmetallfirmen beschäftigt
Funktion
- Höchst am Main, Stadtverordnetenversammlung, Mitglied (KPD), 1923-1928
- Frankfurt am Main, Stadtverordnetenversammlung, Mitglied (KPD), 1928
- Frankfurt am Main, Stadtverordnetenversammlung, Mitglied (KPD), 1929-1933
Familie
Vater
Fischer, Adam, katholisch, Schlossermeister
Mutter
Becker, Katharina, katholisch
Partner
Schellenberger, Johanna Auguste, * Unterliederbach 12.3.1896, Heirat Unterliederbach 15.10.1921, Hebamme
Verwandte
Fischer, Hannelore <Tochter>, * Frankfurt am Main 6.7.1935
Nachweise
Quellen
- HStAM Bestand 914 Nr. 2593 (Oberliederbach, Geburtsnebenregister, 1896, Nr. 85)
Literatur
- Bermejo, Die Opfer der Diktatur. Frankfurter Stadtverordnete und Magistratsmitglieder als Verfolgte des NS-Staates, Frankfurt am Main 2006, S. 114 ff.
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Fischer, Peter* Adam“, in: Hessische Biografie <https://lagis.hessen.de/de/personen/hessische-biografie/alle-eintraege/16699_fischer-peter-adam> (aufgerufen am 22.04.2026)
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