Botta, Johann Georg* Alexander
geboren
22.10.1899 Tarnowitz (heute Tarnowskie Góry/Polen) gestorben
19.2.1978 Kelkheim (Taunus) Beruf
Kaufmann, Arbeiter, Kommunalpolitiker Konfession
konfessionslos; katholischWirken
Werdegang
- nach Besuch der „Knaben-Simultanschule“ in Tarnowitz Tätigkeit in einer Anwaltskanzlei
- erlernter Beruf Kaufmann im Güterexpeditionswesen bei der Eisenbahndirektion Kattowitz (heute Katowice/Polen)/ Stahlhammer
- 1917 in Berlin-Spandau in der Geschützgießerei tätig
- Ende 1918 kurzer Militäreinsatz
- 1921 Flucht ins Deutsche Reich nach Volksabstimmung in Schlesien, danach wohnhaft in Höchst am Main
- ab 1927 Arbeiter bei der Stadtgemeinde Höchst am Main im städtischen Straßenbau
- 1929 (nach anderslautenden Angaben 1931) Eintritt in die KPD und die „Revolutionäre Gewerkschaftsopposition“ (RGO)
- 1931 Betriebsrat im städtischen Straßenbau Frankfurts
- 12.3.1933 Wahl zum Stadtverordneten für die KPD, aufgrund des am 20.3.1933 erlassenen politischen Betätigungsverbots nicht verpflichtet
- Mai 1933 acht Tage „Schutzhaft“, Entlassung aus dem Dienst der Stadt Frankfurt am Main
- 19.8.1933 Freispruch im Prozess wegen politischer Vergehen vor dem Kasseler Oberlandesgericht
- trotz Verbots Fortsetzung der Tätigkeit für die KPD mit Kontakten zu kommunistischen Funktionären in Wiesbaden und Saarbrücken
- 1934 Planung gemeinsamer Widerstandsarbeit und Bildung einer Einheitsfront mit der SPD
- 5.4.1935 Festnahme wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“ durch die Gestapo
- schwere Misshandlungen bei Vernehmungen und im Gefängnis
- Prozess vor dem Oberlandesgericht Kassel und dem Volksgerichtshof
- Botta vermutete Spitzel der Gestapo innerhalb der KPD, daher Preisgabe von Namen und wichtigen Informationen über die Widerstandsarbeit der KPD.
- 31.7.1936 wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“ vom Volksgerichtshof zu fünf Jahren Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverlust verurteilt
- 1937 nach eigener Aussage bekennender Christ
- Haftverbüßung in Frankfurt und Freiendietz, ab April 1939 im Strafgefangenenlager IV Walchum und weiteren Moorlagern im Emsland
- 21.3.1940 vorzeitige Haftentlassung
- 4.1940 Eintritt in die katholische Kirchengemeinde Frankfurt-Unterliederbach
- Beschäftigung als Kohlen- und Brikettträger
- lehnt Zusammenarbeit mit der Gestapo trotz Schikanen ab
- 5.1.1944 zum Strafbataillon 999 nach Baumholder eingezogen
- 1944-1946 amerikanische Gefangenschaft
- 3.5.1946 Rückkehr nach Frankfurt, beschuldigt als Verräter und Gestapo-Kollaborateur
- Einstufung im Spruchkammerverfahren in Gruppe I als Hauptschuldiger
- ab 3.1947 Verbüßung der Haftstrafe im Arbeitslager Kassel-Niederzweren und Darmstadt
- 13.6.1950 Entlassung nach Berufungsverfahren
- 27.2.1953 Einstellung des Verfahrens wegen fehlender Voraussetzungen für die Einreihung in Gruppe I oder II der Hauptschuldigen
- 17.9.1954 Antrag auf Entschädigung wegen politischer Verfolgung abgelehnt
Funktion
- Frankfurt am Main, Stadtverordnetenversammlung, Mitglied (KPD), 1933
Lebensorte
Tarnowitz; Kattowitz; Berlin; Höchst am Main
Familie
Vater
Botta, Alexander, Eisenbahnschaffner
Mutter
Brudlik, Pauline
Partner
Roth, Elisabeth, (⚭ Höchst am Main 12.5.1923) * Höchst am Main 30.7.1904, † Kelkheim 30.5.1972
Verwandte
- Botta, Friedrich <Sohn>, * 12.2.1922
- Botta, Elfriede <Tochter>, * 15.11.1925
- Botta, Erwin <Sohn>, * 7.1.1928
- Botta, Richard Wilhelm <Sohn>, * 12.1.1934
Nachweise
Quellen
- HStAM Bestand 903 Nr. 878 (Höchst am Main (Frankfurt-Höchst), Heiratsnebenregister, 1923, Nr. 68)
Literatur
- Bermejo, Die Opfer der Diktatur. Frankfurter Stadtverordnete und Magistratsmitglieder als Verfolgte des NS-Staates, Frankfurt am Main 2006, S. 49 ff.
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Botta, Johann Georg* Alexander“, in: Hessische Biografie <https://lagis.hessen.de/de/personen/hessische-biografie/alle-eintraege/16579_botta-johann-georg-alexander> (aufgerufen am 11.04.2026)
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