Kretschmer, Ernst

Kretschmer, Ernst
Wirken
Werdegang
- bis 1.8.1906 Besuch des Gymnasiums Cannstadt sowie der Seminare Schönthal und Urach, dort Abitur
- 1906-1912 zweisemestriges Studium der Philosphie, dann der Medizin an den Universitäten Tübingen und München
- Herbst 1912 Medizinisches Staatsexamen
- 1913 Approbation zum Arzt
- ab 1.8.1913 Assistent an der Tübinger Psychiatrischen Klinik
- Frühjahr 1914 Ernennung zum etatsmäßigen Assistenten, später Oberarzt
- 30.5.1914 Promotion zum Dr. med.
- 8.1914-1918 Kriegsdienst im Ersten Weltkrieg
- 6.8.1918 Venia Legendi im Fach Psychiatrie und Neurologie an der Universität Tübingen
- 1.5.1922 Ernennung zum Oberarzt an der Psychiatrischen und Nervenklinik der Universität Tübingen
- 26.7.1923 Ernennung zum außerordentlichen Professor an der Universität Tübingen
- 1.4.1926 Ernennung zum ordentlichen Professor der Psychiatrie und zum Direktor der Psychiatrischen und Nervenklinik der Universität Marburg
- 21.11.-17.12.1929 Beurlaubung zur Eröffnungsfeier des Staatlichen Psychiatrischen Instituts in New York
- 17.11.-27.11.1930 Beurlaubung für eine Vortragsreise an die Universitäten Amsterdam, Utrecht, Leyden und Groningen
- 1933 Förderndes Mitglied der SS
- 11.11.1933 Unterzeichnung des Bekenntnisses der deutschen Professoren zu Adolf Hitler
- 2.-12.10.1938 Beurlaubung für die Teilnahme an dem Internationalen Kongress für Kriminologie in Rom
- Mitglied des Erbgesundheitsobergericht
- beratender Psychiater der Wehrmacht
- 1939-1945 Kriegsdienst im Zweiten Weltkrieg
- 1941 Teilnahme an einer Sitzung des Beirats der Aktion T4
- 1946 Verleihung des Titels Dr. phil. h. c. der Universität Bonn
- ab 1.4.1946 ordentlicher Professor und Direktor der Universitäts-Nervenklinik Tübingen
- 1952 Verleihung des Titels Dr. h. c. der Universität Santiago de Chile
- 31.3.1957 Emeritierung, danach Vertretung des Lehrstuhls bis 31.11.1959
- 1958 Verleihung des Großen Bundesverdienstkreuzes
Funktion
- Marburg, Universität, Medizinische Fakultät, Dekan, 1943-1945
Studium
1906-1912 zweisemestriges Studium der Philosphie, dann der Medizin an den Universitäten Tübingen und München
Akademische Qualifikation
- 30.5.1914 Promotion zum Dr. med.
- 6.8.1918 Venia Legendi im Fach Psychiatrie und Neurologie an der Universität Tübingen
Akademische Vita
- Tübingen, Universität / Medizinische Fakultät / Psychiatrie und Neurologie / Privatdozent / 1918-1923
- Tübingen, Universität / Medizinische Fakultät / Psychiatrie und Neurologie / außerordentlicher Professor / 1923-1926
- Marburg, Universität / Medizinische Fakultät / Psychiatrie / ordentlicher Professor / 1926-1946
- Tübingen, Universität / Medizinische Fakultät / Psychiatrie / ordentlicher Professor / 1946-1957
- Tübingen, Universität / Medizinische Fakultät / Psychiatrie / Vertretungsprofessor / 1957-1959
Akademische Ämter
1943-1945 Dekan der Medizinischen Fakultät der Universität Marburg
Mitgliedschaften
1936 Mitglied der Academia Leopoldina
ab 1937 Korrespondierendes Mitglied der Gesellschaft für Neurologie und Psychiatrie Buenos Aires sowie der Gesellschaft für Medizinische Psychologie Paris
1939 Ehrenmitglied der Gesellschaft für Gerichtliche Medizin Buenos Aires
1949 Ehrenmitglied der Amerikanischen Psychiatrischen Gesellschaft.
1958 Mitglied der Norwegischen Akademie der WIssenschaften Oslo
Werke
Lebensorte
Cannstatt; Schönthal; Urach; Marburg; Tübingen; München
Statusgruppe
Wissenschaftler/in
Familie
Vater
Kretschmer, Ernst, * 1857, Pfarrer in Wüstenrot, Sohn des Ernst Kretschmer, Armenpfleger in Stuttgart, und der Marie Dann
Mutter
Bengel, Luise, * 1862, Tochter des Karl Ernst Albrecht Bengel, Dr. med., Oberamtsarzt in Maulbronn, und der Luise Hiller
Nachweise
Literatur
- Louisa Günther, Psychiatrische Alltagsforschung an der Marburger Philipps-Universität in der NS- und Nachkriegszeit : Analyse der Dissertationen unter Prof. E. Kretschmer und Prof. W. Villinger im Zeitraum von 1926 bis 1959, Gießen 2022 (Online-Ressource)
- Heiner Fangerau/Sascha Topp/Klaus Schepker (Hrsg.), Kinder- und Jugendpsychiatrie im Nationalsozialismus und in der Nachkriegszeit. Zur Geschichte ihrer Konsolidierung, Berlin 2017
- Katrin Günther, Diagnose „Psychopath“. Die Behandlung von Soldaten und Zivilisten in der Marburger Universitäts-Nervenklinik 1939-1945, Marburg 2008 (Online-Ressource)
- Bernhard Matz, Die Konstitutionstypologie von Ernst Kretschmer. Ein Beitrag zur Geschichte von Psychiatrie und Psychologie des Zwanzigsten Jahrhunderts, Berlin 2002
- Neue deutsche Biographie, Bd. 13, Berlin 1982, S. 15 (Eduard Seidler)
- Gerhard Aumüller u. a. (Hrsg.), Die Marburger Medizinische Fakultät im „Dritten Reich“, München 2001, S. 722
- Auerbach, Catalogus professorum academiae Marburgensis 2, Von 1911 bis 1971, Marburg 1979, S. 294 f.
- Schnack, Marburger Gelehrte in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, Marburg 1977, S. 288-298 (Walter Theodor Winkler)
Bildquelle
Universitätsarchiv Marburg, Bildersammlung
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildung: siehe Angaben unter Bildquelle
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Kretschmer, Ernst“, in: Hessische Biografie <https://lagis.hessen.de/de/personen/hessische-biografie/alle-eintraege/16543_kretschmer-ernst> (aufgerufen am 11.04.2026)
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