Aßmann, Richard
geboren
27.2.1878 Fürstenau (Schlesien) heute Milin (Mietków)/Polen gestorben
28.4.1966 Frankfurt am Main Beruf
Telegrafensekretär, Kommunalpolitiker Konfession
evangelischWirken
Werdegang
- 1912 Übersiedlung nach Frankfurt am Main
- Telegraphensekretär bei der Deutschen Reichspost
- 1922 Mitglied im „Christlichen Verein Junger Männer“ (CVJM), ab 1923 Erster Vorsitzender im Frankfurter Bezirk Nord-Ost
- Vorstandsmitglied der evangelischen Kirchengemeinde Frankfurt am Main Nordost
- 1928 Eintritt in den Christlichen Volksdienst
- 1929 Zusammenschluss des Christlichen Volksdienstes mit anderen evangelischen Parteien zum Christlich-Sozialen Volksdienst (CSVD)
- 1929 Vorsitzender der Frankfurter Ortsgruppe Nord-Ost, Mitarbeiter im Vertrauensausschuss
- 1929 erfolglose Kandidatur bei den preußischen Kommunalwahlen auf der Liste der „Evangelischen Volksgemeinschaft (Christlicher Volksdienst)“
- 12.3.1933 erfolglose Kandidatur für das Frankfurter Stadtparlament auf der Liste des CSVD
- 20.7.1933 nach Selbstauflösung des CSVD am 30.6.1933 als Nachrücker im Stadtparlament für Wilhelm Brüchner festgestellt, Einführung am 3.10.1933
- Teilnahme an den Sitzungen des Stadtparlaments als fraktionsloser Stadtverordneter, als solcher keine Berufung in einen der Fachausschüsse
- 31.12.1933 Ende der Amtszeit als Frankfurter Stadtverordneter
- in der Folgezeit engagiertes Eintreten gegen die NS-Weltanschauung, Kritik am Vorgehen des NS-Regimes gegen die Kirche und gegen die Verfolgung jüdischer Mitbürger
- als Mitglied des Gemeindebruderrats der Bekennenden Kirche St. Nicolai und Vorstandsvorsitzender der Nord-Ost-Kirchengemeinde Widerstand gegen die Einflüsse der NSDAP und der „Deutschen Christen“
- regimekritische Aktivität auch in der Jugendarbeit
- nach Kriegsausbruch Verteilung christlicher Schriften an Soldaten und Postbeamte
- trotz wiederholter Aufforderungen kein Beitritt zur NSDAP, daher berufliche Nachteile
- nach zunehmenden Schikanen förderndes Mitglied der SS mit monatlichem Beitrag von 1,50 RM, Zahlung 1939 eingestellt
- Unterstützung verfolgter jüdischer Familien mit Lebensmitteln, Organisation geheimer Sammlungen für Familie eines ins Konzentrationslager deportierten Gemeindemitgliedes
- 1947 Anklage wegen der fördernden Mitgliedschaft der SS, Einstufung zunächst als Mitläufer, dann als Entlasteter
- Frühjahr 1947 Auswanderung in die USA
- 1949 Rückkehr nach Frankfurt am Main
- bis zum Lebensende wohnhaft in Frankfurt am Main
Funktion
- Frankfurt am Main, Stadtverordnetenversammlung, Mitglied (fraktionslos), 1933
Lebensorte
Frankfurt am Main
Familie
Partner
Wetterauer, Emma, * 26.5.1889
Verwandte
Aßmann, Kurt Otto <Sohn>, * Frankfurt am Main 12.6.1919, † Feldlazarett Rozana 28.6.1941 (gefallen), Bäcker, Oberschütze in der 1. Kompanie Kradschützenbataillon 29
Nachweise
Quellen
- HStAM Bestand 903 Nr. 11126 (Frankfurt V, Sterbenebenregister, 1941, Nr. 1153/V)
Literatur
- Bermejo, Die Opfer der Diktatur. Frankfurter Stadtverordnete und Magistratsmitglieder als Verfolgte des NS-Staates, Frankfurt am Main 2006, S. 39 ff.
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Aßmann, Richard“, in: Hessische Biografie <https://lagis.hessen.de/de/personen/hessische-biografie/alle-eintraege/16538_assmann-richard> (aufgerufen am 20.04.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
https://lagis.hessen.de/resolve/de/bio/16538