Lüpnitz, Mila
geboren
19.10.1888 Pzungiani bei Kaunas/Litauen gestorben
22.11.1946 Berlin Beruf
Schneiderin, Kommunalpolitikerin Konfession
jüdisch; konfessionslosWirken
Werdegang
- Damenschneiderin in Stuttgart, bis 1921 in Köln, dann in Kassel
- 1920 Mitglied der KPD
- 23.12.1921 Untersuchungshaft wegen angeblich „versuchter Sprengverbrechen auf die große Eisenbahn-Verbindungsbrücke über die Fulda, durch welche während des Märzputsches Truppen und Polizeinachschübe in das mitteldeutsche Aufstandsgebiet verhindert werden sollten“
- 1923 Delegierte auf dem VIII. Parteitag der KPD in Leipzig
- 4.5.1924-4.2.1933 Stadtverordnete in Kassel (1924-1930 für die KPD, ab 1930 für die KPO), dort 1927-1929 Vorsitzende der KPD-Fraktion
- „die am meisten mit ihren Redebeiträgen auffallende und wortgewaltigste Stadtverordnete der Jahre 1924 bis 1933“ (Lengemann, Bürgerrepräsentation, S. 579)
- 1928 dreimonatige Reise in die Sowjetunion, danach Ablehnung der Übertragung des sowjetischen Modells auf Deutschland
- 9.2.1929 Gründungsmitglied der KPO in Kassel
- Herbst 1929 Ausschluss aus der KPD „wegen fortgesetzten Verstoßes gegen die Parteidisziplin, wegen Verstoßes gegen die Statuten der KPD und Kommunistischen Internationale sowie wegen unkommunistischen Verhaltens“
- Ende der 1920er / Anfang der 1930er Jahre Mitglied des Elternbeirates am Kasseler Realgymnasium II
- 1935 Übersiedlung nach Berlin, wo der Ehemann in der Anonymität eine selbstständige Bauschlosserei betrieb
Funktion
- Kassel, Stadtverordnetenversammlung, Mitglied (KPD), 1924-1930
- Kassel, Stadtverordnetenversammlung, Mitglied (KPO), 1930-1933
Lebensorte
Stuttgart; Köln; Kassel; Berlin
Familie
Partner
Lüpnitz, Karl* Wilhelm, * Berlin 26.7.1882, † 1952, Klaviermacher, Vertreter, 1906 Mitbegründer der (sozialistischen) Freien Jugendorganisation in Stuttgart, linker USPD-Mann in Kassel, 1920 KPD-Mitglied, KPD-Parteisekretär in Köln, dann in Kassel, nach 1933 selbstständiger Bauschlosser in Berlin, Sohn des Carl Lüpnitz
Nachweise
Literatur
- Lengemann, Bürgerrepräsentation und Stadtregierung in Kassel 1835–1996, Teil 2, Marburg 2009, S. 579
- Dölle/Hamm-Mühl/Wagner, Damenwahlen. Die weiblichen Stadtverordneten in Kassel 1919–1933, Kassel 1992, S. 63-70
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Lüpnitz, Mila“, in: Hessische Biografie <https://lagis.hessen.de/de/personen/hessische-biografie/alle-eintraege/14772_luepnitz-mila> (aufgerufen am 13.04.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
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