Jucho, Friedrich Siegmund
geboren
4.11.1805 Frankfurt am Main gestorben
24.8.1884 Frankfurt am Main Beruf
Jurist, Notar, Advokat, Abgeordneter Titel
Dr. jur. GND-Explorer
117213179
Jucho, Friedrich Siegmund
Wirken
Werdegang
- Besuch des Städtischen Gymnasiums in Frankfurt am Main
- seit 1823 Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Halle
- 1823 Mitglied der Alten Halleschen Burschenschaft in Halle, wegen seiner Mitgliedschaft in dieser Burschenschaft wurde er von der Universität Halle verwiesen
- seit 1824 Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Jena
- 1824 Mitglied der Jenaischen Burschenschaft
- seit 1826 Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Gießen
- 1826 Mitglied der Alten Gießener Burschenschaft Germania
- 1827 Promotion zum Dr. jur. an der Universität Gießen
- 1827 Advokat, ab 1829 in Frankfurt am Main
- Führer der freiheitlichen Bewegung in Frankfurt am Main und Umgebung
- 1832 Teilnahme am Hambacher Fest
- seit 1832 Mitglied des Press- und Vaterlandsvereins und seiner Frankfurter Filiale sowie des „Mittwochs-Collegs“
- Vorsteher des Brückenaukollegs und der Vereinigung der radikalen Anführer der liberalen Bewegung in Frankfurt am Main
- 1834 Verhaftung nach dem Frankfurter Wachensturm, obwohl er sich daran nicht beteiligt hatte; ihm wurde zur Last gelegt, dass er am Wachensturm beteiligten Aufständischen zur Flucht verholfen habe
- 1834-1837 Untersuchungshaft in der Konstablerwache in Frankfurt am Main
- 1837-1839 Untersuchungshaft in der Festung Hartenberg bei Mainz
- 25.5.1839 Entlassung aus der Haft
- seit 1840 wieder Rechtsanwalt in Frankfurt am Main
- 1846/47 Teilnahme an Aktionen der vormärzlichen Bewegung
- 3.3.1848 Schriftführer der Frankfurter Reitbahnversammlung
- 1848 Mitglied des Frankfurter Vorparlaments, dessen Verhandlungsberichte er herausgab
- 28.4.1848 mit 6.650 von 8.615 abgegebenen Stimmen als Abgeordneter der Freien Stadt Frankfurt am Main in die Nationalversammlung gewählt
- 18.5.1848-30.5.1849 Mitglied der Deutschen Nationalversammlung für den Wahlbezirk Frankfurt am Main (Frankfurt) (Westendhall 1848, Märzverein 1848-1849)
- Erbkaiserlicher Schriftführer der Nationalversammlung
- Mitglied der Deputation, die Erzherzog Johann von Österreich in Wien über seine Wahl zum Reichsverweser informierte
- 1848-1849 Mitglied der Verfassunggebenden Versammlung der Freien Stadt Frankfurt
- 25.-28.6. 1849 Teilnehmer an der Gothaer Versammlung
- 7.7.1849 Mitbegründer des „Patriotischen Vereins“
- nach der Auflösung der Nationalversammlung übernahm er deren Eigentum und Archiv mit dem Original der Verfassungsurkunde
- 1850-1865 Mitglied der Gesetzgebenden Versammlung der Freien Stadt Frankfurt
- 1852 gewaltsame Abnahme des Archivs der Nationalversammlung durch die städtischen Behörden, die es anschließend dem Deutschen Bund übergaben; die Verfassungsurkunde hatte J. vorsorglich nach England in Sicherheit gebracht
- 1857-1866 Mitglied der Ständigen Bürgerrepräsentation der Freien Stadt Frankfurt
- 1866 Rückzug aus der aktiven Politik
- 1870 Übersendung der Verfassungsurkunde an den Präsidenten des Deutschen Bundes Eduard von Simson, der sie später dem Archiv des Deutschen Reichstags übergab
- 1872 Vorsitzender des Deutschen Notarvereins
Funktion
- Frankfurt am Main, Freie Stadt, Verfassunggebende Versammlung, Mitglied, 1848-1849
- Frankfurt am Main, Freie Stadt, Gesetzgebende Versammlung, Mitglied, 1850-1865
- Frankfurt am Main, Freie Stadt, Ständige Bürgerrepräsentation, Mitglied, 1857-1866
Lebensorte
Frankfurt am Main; Halle an der Saale; Jena
Familie
Vater
Jucho, Martin, Notar
Partner
- Roediger, Charlotte Susanne, 1821–1842, Tochter des Conrad Roediger, Advokat, Konsistorialrat und Notar in Offenbach am Main
- Roediger, Elise Catharina, (⚭ 28.12.1843) * Offenbach am Main 16.7.1814, † Frankfurt am Main 8.4.1873, Halbschwester der ersten Ehefrau
Nachweise
Quellen
- HStAM Bestand 903 Nr. 10274 (Frankfurt am Main (1851–1875), Sterbenebenregister, 1873, Nr. 584)
Literatur
- Allgemeine deutsche Biographie, Bd. 50, Leipzig 1905, S. 707-710 (Rudolf Jung)
- Best/Weege, Biographisches Handbuch der Abgeordneten der Frankfurter Nationalversammlung 1848/49, Düsseldorf 1996, S. 195
- Lengemann, MdL Hessen 1808–1996. Biographischer Index, Marburg 1996, S. 202 (Frost/Lengemann)
- Frankfurter Biographie, Bd. 1, Frankfurt am Main 1994, S. 376 f. (Sabine Hock)
- Koch (Hrsg.), Die Frankfurter National-Versammlung 1848/49. Ein Handlexikon der Abgeordneten der deutschen verfassungsgebenden Reichs-Versammlung, Kelkheim 1989, S. 232 f. (Patricia Stahl)
Bildquelle
anonym, Friedrich Siegmund Jucho, als gemeinfrei gekennzeichnet, Details auf Wikimedia Commons
Siehe auch
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Quellen und Materialien
Extern
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Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildung: siehe Angaben unter Bildquelle
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Jucho, Friedrich Siegmund“, in: Hessische Biografie <https://lagis.hessen.de/de/personen/hessische-biografie/alle-eintraege/14543_jucho-friedrich-siegmund> (aufgerufen am 16.04.2026)
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