Gervinus, Georg Gottfried

Gervinus, Georg Gottfried
Wirken
Werdegang
- 1814-1819 Besuch des Gymnasiums in Darmstadt (bis Sekunda)
- 1819-1820 Buchhändlerlehre in Bonn
- ab 1820 kaufmännische Ausbildung bei Ludwig Schwab (Schnittwarengeschäft) in Darmstadt
- Ostern 1825 Abiturientenexamen in Gießen
- 1825-1827 Studium der Philologie an den Universitäten Gießen und Heidelberg
- 1827-1829 Lehrer am privaten Frankfurter Erziehungsinstitut
- 1829 Promotion zum Dr. phil. an der Universität Heidelberg
- 1829-1830 Hauslehrer in der Familie eines englischen Lords in Heidelberg
- Herbst 1830 Habilitation für Geschichte an der Universität Heidelberg, dort bis 1835 Privatdozent
- 1832-1833 einjährige Studienreise durch Italien
- Frühling 1835 Ernennung zum außerordentlichen Professor der Geschichte, Politik und Literaturgeschichte in Heidelberg
- 1835 auch Herausgeber der „Deutschen Jahrbücher zur Aufnahme und Förderung eines gemeinnützigen Zusammenwirkens in Wissenschaft, Kunst und Leben“ (Leipzig)
- 1836 ordentlicher Professor in Göttingen
- 1837 Teilnahme am Protest der „Göttinger Sieben“, Verlust des Lehrstuhls und Landesverweis
- 1837-1844 Privatgelehrter, zunächst in Darmstadt, 1838 in Heidelberg, 1838-1839 Reise nach Italien, 1839 wieder in Darmstadt, ab 1839 wieder in Heidelberg
- ab 1844 Honorarprofessor an der Universität Heidelberg
- 1.7.1847 Begründung der „Deutschen Zeitung“
- 18.5.1848-31.7.1848 Mitglied der Deutschen Nationalversammlung für den Wahlbezirk Provinz Sachsen 4 (Wanzleben) (Casino-Partei), Nachfolger: Heinrich Karl Adolf Köhler
- 1848 Teilnahme an der Heidelberger Versammlung
- 1853 nach Veröffentlichung der „Geschichte des 19. Jahrhunderts“ Prozess wegen Landesverrats und Entzug der Lehrerlaubnis
- nach Freispruch Gelehrter in Heidelberg
- erbitterter Gegner der preußischen Politik
Netzwerk
Schlosser, Friedrich Christoph <Lehrer>, GND, * Jever 17.11.1776, † Heidelberg 23.9.1861, Historiker
Werke
- Titel im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Georg Gottfried Gervinus Leben. Von ihm selbst 1866, 1893.
Lebensorte
Darmstadt; Bonn; Frankfurt am Main; Gießen
Familie
Vater
Gervinus, Georg Gottfried, 1765–1837, Wirt zur Bockshaut in Darmstadt, Gerbermeister, Lederhändler, Sohn des Johann Nikolaus Gervinus, Weißgerber in Darmstadt, und der Anna Felizitas Nungesser
Mutter
Schwarz, Maria Magdarethe, 1772–1837, Glasertochter
Partner
Schelver, Viktoria, Heirat 1836, Musikerin, Professorentochter
Verwandte
Zoeppritz, Catharina, geb. Schwarz <Schwester der Mutter>, 1778–1856, verheiratet 1794 mit Johann Andreas Zoeppritz, 1760-1826, Textilfabrikant
Nachweise
Literatur
- Allgemeine deutsche Biographie, Bd. 9, Leipzig 1879, S. 77-86 (Aug. Thorbecke)
- Neue deutsche Biographie, Bd. 6, Berlin 1964, S. 335-338 (Erich Angermann)
- Stadtlexikon Darmstadt, Stuttgart 2006, S. 306 f. (Ulrich Joost)
- Best/Weege, Biographisches Handbuch der Abgeordneten der Frankfurter Nationalversammlung 1848/49, Düsseldorf 1996, S. 153
- Frankfurter Biographie, Bd. 1, Frankfurt am Main 1994, S. 248 (Sabine Hock)
- Koch (Hrsg.), Die Frankfurter National-Versammlung 1848/49. Ein Handlexikon der Abgeordneten der deutschen verfassungsgebenden Reichs-Versammlung, Kelkheim 1989, S. 180 f. (Patricia Stahl)
- Herman Haupt, Hessische Biographien, Bd. 1, Darmstadt 1918, S. 370-376 (Otto Harnack)
- Karl Esselborn, Hessische Lebensläufe, Darmstadt 1979, S. 114-125
- Frank Enghausen/Armin Kohnle (Hrsg.), „Gelehrte in der Revolution“. Heidelberger Abgeordnete in der deutschen Nationalversammlung 1848/49, Ubstadt-Weiher 1998
- Werner Moritz (Hrsg.), Georg Gottfried Gervinus (1805–1871). Gelehrter – Politiker – Publizist, Ubstadt-Weiher u. a. 2005
- Christian Jansen, Bürgerliche Kulturgeschichte als Beziehungs- und Familiengeschichte. Biografisches zu Georg Gottfried Gervinus, Helene Fallenstein und Max Weber, in: Heidelberg. Jahrbuch zur Geschichte der Stadt 7 (2002), S. 155-187
- Christian Jansen, Georg Gottfried Gervinus: Der Außenseiter als Hoffnungsträger. Eine Briefcollage aus den Jahren der Reaktion (1851-53), in: Heidelberg. Jahrbuch zur Geschichte der Stadt 5 (2000), S. 181-214
- Oswald Dammann, Ferdinand Gregorovius und Georg Gottfried Gervinus. Mit elf unveröffentlichten Gregorovius-Briefen, in: ZGO 95, 1943, S. 621
- Oswald Dammann, Klaus Groth und Georg Gottfried Gervinus. Neue Zeugnisse zur Entstehungsgeschichte des „Quickborn“, in: ZGO 97, 1949, S. 619
- Oswald Dammann, Richard Roepell und die Deutsche Zeitung. Mit einem ungedruckten Brief Roepells an G.G. Gervinus, in: ZGO 98, 1950, S. 307;
- Lothar Gall, Verfassungsstaat und Bildungswesen. Eine programmatische Denkschrift von Georg Gottfried Gervinus, in: ZGO 120, 1972, S. 375;
- Jonathan F. Wagner, Gervinus über die Einigung Deutschlands. Briefe aus den Jahren 1866-70 (ins Deutsche übersetzt von Fred Heiderich), in: ZGO 121, 1973, S. 371.
- Titel im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
Weblinks
Bildquelle
Siehe auch
Extern
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Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildung: siehe Angaben unter Bildquelle
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Gervinus, Georg Gottfried“, in: Hessische Biografie <https://lagis.hessen.de/de/personen/hessische-biografie/alle-eintraege/1184_gervinus-georg-gottfried> (aufgerufen am 22.04.2026)
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