Ursula, Balthasar und Hans Georg Gans 1594, 1675, Groß-Umstadt
Standort
Gebäude / Areal
Groß-Umstadt, Evangelische Kirche
Angaben zum Standort
Das Ädikula-Epitaph ist außen an der Südwand des Langhauses angebracht.
Heutiger Aufbewahrungsort
Merkmale
Datierung
1594, 1675
Typ
Material
Erhaltung
erhalten
Größe
97 x 170 cm (B x H)
Größe der Buchstaben
3 (A), 2 (B-F) cm
Beschreibung
Auf dem Sockel befinden sich die beiden Grabinschriften (D) und (E) sowie eine Spruchinschrift (F). Das von Pilastern flankierte Bildfeld nehmen die Grabgedichte (B) und (C) ein. Im Gebälk steht die Spruchinschrift (A). In dem mit Beschlagwerk versehenen Dreieckgiebel sind drei Wappen angebracht. In der Spitze des Giebels und auf dem linken Pilaster ist jeweils das gleiche Steinmetzzeichen (Nr. 30) eingeritzt.
Man muß also von einer Entstehung des Epitaphs mit den Inschriften (A)-(C) nach dem Tode der Ursula Gans 1594 ausgehen. Die Inschriften (D), (E) und (F) wurden wohl erst nach dem Tode ihres Sohnes Hans Georg 1675 nachgetragen. Dafür spricht jedenfalls ihre gleichartige Ausführungsweise.
Das Gedicht (B), das die Vergänglichkeit des Menschen und den Auferstehungsglauben thematisiert, läßt im ersten Teil Anklänge an Worte des Propheten Jesaja erkennen.6)
Geschlecht, Alter, Familienstand
Enthaltene Wappen
Gans
Marke
Seilerzeichen
Dargestellte Personen
Ursula Gans, ihr Mann Balthasar und ihr Sohn Hans Georg Gans.
Balthasar Gans übernahm 1603 als Nachfolger des Georg Gans das Schultheißenamt und übte es bis zu seinem Tode im Jahr 1622 aus.7)
Sonstiges
Distichon (A). Deutsche Reimverse (B, C, F).
Inschrift
Umschrift
A -- VNICVIQ(VE) MODV(M) MORIENDI FATA DEDERE
ET BENE QVI VIXIT NO(N) MALE OBIRE POTEST1)
B -- EIN MENSCH FORMIERT AVS ASCH VND STAVB
DORTT VND FELT AB WIE GRAS VND LAVB
VERMODDERT WIRT ZV ERT VND MOTT
DARAVS WECHST EIN NEER LEIB DVRCH GOTT
DVRCHSICHTIG WIE EIN CLARES GLAS
DER STETS WIRT GRVNEN WIE DAS GRAS
DER GLENZEN WIRT VND LEUCHTEN FEIN
WIE DER LIEB HELL SONNENSCHEIN
C -- HIE RVHE ICH MIT MEINEM LEIB.
VRSVLA BALTSAR GANSEN WEIB.
BEI WELCHEM ICH GELEBT TREI IAR,
VND VON IHM ZWEN ERBEN GEBAR.
EIN MAGDLEIN WELCHS GOT NA(M) ZV SICH,
VND KNÄBLEI(N) SO NOCH LEBT ZEITLICH.
ZWAINZIG VND FVNF IAR WAR ICH ALT,
ALS MICH BETRAFF DES TODS GEWALT.
BEI GOT ICH ICZ VND LEB IN FREWD,
VON NVN AN BIS IN EWIGKEIT. /
OBIIT 24 IVLII AN(NO) CHRISTI 1594.
D -- DEN 18 IVLII ANNO 1622 SEINES ALTERS IIM4 54 IAR IST IN / GOTT SELIG ENTSCHLAFEN DER WOHLEHRNVESTER HER / BALTHASAR GANS SO DAS SCHVLTHEISENAMT INS 19 IAHR VERSEHEN
E -- DEN 29 IAN(VARII) ANNO 1675 SEINES ALTERS IM 70 IAR IST IN / GOTT SELIG ENTSCHLAFEN DER WOHLEHRN VESTER / HERR HANS GEORG GANS SO DAS SCHULTHEISENAMPT / 44 IAHR VERSEHEN ·
F -- DIESEM VATTER VND DEM SOHNE
SCHENCK O GOTT DIE LEBENS CRONE
Übersetzung
(A) Jedem einzelnen bestimmt das Schicksal seine Art zu sterben, und wer gut gelebt hat, kann nicht elend verscheiden.
Schrift
Nachweise
Literatur
- Eppig, Gedenkstein 63f. mit Abb. (B, C)
- Scholz, Inschriften S. 76, Nr. 35.
Bearbeitung
Die Inschriften der Stadt Darmstadt und der Landkreise Darmstadt-Dieburg und Groß-Gerau. Gesammelt und bearbeitet von Sebastian Scholz (Die Deutschen Inschriften 49), 1999, S. 183 f., Nr. 273.
Siehe auch
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Orte
- Hessische Flurnamen
- Historische Kartenwerke
- Topografie des Nationalsozialismus in Hessen
- Historisches Ortslexikon
- Synagogen in Hessen
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Personen
Quellen und Materialien
Nachnutzung
Rechtehinweise
Erschließung: Die Rechte liegen bei den Urhebern, vgl. die Angaben im Abschnitt „Bearbeitung“
Abbildung(en): siehe die Angaben beim jeweiligen Digitalisat
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Ursula, Balthasar und Hans Georg Gans 1594, 1675, Groß-Umstadt“, in: Grabdenkmäler <https://lagis.hessen.de/de/personen/grabdenkmaeler/alle-eintraege/99_ursula-balthasar-und-hans-georg-gans-1594-1675-gross-umstadt> (aufgerufen am 02.11.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
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