Georg Schutzbar genannt Milchling 1584, Großen-Buseck

19378F4F-88AF-441E-BC79-64A0466C0DEA
Ortsname
Großen-Buseck
Landkreis
Gießen
Topografische Karten
KDR 100, TK25 1900 ff.

Standort

Gebäude / Areal

Großen-Buseck, Evangelische Pfarrkirche.

Heutiger Aufbewahrungsort

Angaben zum Aufbewahrungsort

Im Kircheninneren, an der Westwand des Chores.

Merkmale

Datierung

2. März 1584

Typ

Material

Erhaltung

erhalten

Größe

116 x 360 cm (B x H)

Größe der Buchstaben

5 cm

Beschreibung

Der Verstorbene steht in reich verzierter Rüstung vor flacher, halbrundbogiger Figurennische. Er überschneidet mit gewinkeltem Ellenbogen links und ausgestreckter Hand rechts die seitlichen Partien der Architekturumrahmung mit jeweils zwei plastisch ausgearbeiteten Vollwappen. Der Helm ist neben seinem linken Fuß abgelegt. Er schultert mit seiner Rechten einen Streitkolben, die Linke umfängt ein langes, hinter dem Körper verlaufendes Schwert. Zwei weitere Waffen sind am Gürtel befestigt und enden hinter den unteren Wappen. Er trägt einen Mühlsteinkragen und drei Gliederketten, die unterste mit Anhänger über der Brust. Er steht auf einem vorspringenden Sockel mit Inschrift (A). Die vielfältigen Überschneidungen und die Art der in flachem Relief über die Platte hin ausgeführten Fortsetzungen der seitlichen Pilasterkapitelle zur perspektivischen Ausdeutung der Figurennische betonen die räumlichen Vorstellungen. Oben in abgegrenztem Feld Inschrift (B). Der Abschluß des Architekturrahmens in leicht verbreiterter und vorgewölbter Form. Er wird zum Sockel für die oberen Figuren und zeigt in der Mitte zwei einander zugewandte nackte Frauengestalten vor ausgebreitetem Tuch, die linke ein Kreuz, die rechte ein Schwert haltend. Sehr auffallend ist die Nacktheit - trotzdem möglicherweise Personifizierungen. Es wird z. B. der Glaube in der Regel mit einem Kreuz, die Gerechtigkeit mit Schwert wiedergegeben. Darüber in der Mitte des Steines der Auferstandene in umrahmtem Feld, seitlich umgegeben von trauernden Putten, der linke mit Stundenglas, der rechte mit Totenkopf, auf den er seinen Ellenbogen stützt.
Bemalung offensichtlich erneuert. Rechter Fuß des Verstorbenen verloren.

Darstellung

figürlich

Geschlecht, Alter, Familienstand

Stand

Enthaltene Wappen

Insgesamt vier Vollwappen: auf dem linken Pilaster oben Schutzbar genannt Milchling (drei Kreise mit Stielen im Dreipaß = Vater), unten von Trohe (drei Seeblätter im Dreipaß = Vaters Mutter). Auf dem rechten Pilaster oben von Breidenbach (quadriert, links oben und rechts unten ein Doppelhaken, rechts oben und links unten ein Maueranker) und unten von Hatzfeld (Maueranker).

Dargestellte Personen

Georg Schutzbar genannt Milchling, hessischer Amtmann auf Fürsteneck, gestorben am 2. März 1584 in seiner Behausung zu (Großen-)Buseck. Der Verstorbene war der Sohn des Hartmann Schutzbar genannt Milchling (+ 1560, Epitaph in Treis/Lumda) und der Maria von Breidenbach. Aus seiner Ehe mit Magdalena von Hopfgarten sind 4 Kinder bekannt.

Inschrift

Umschrift

A:
ANNO 1584 DEN 2 MARTII IST DER GESTRENGE EDLE /
VNNDT EHRNVEST GEORG SCHVTZSPER GNANT MILCHLING /
DIESSER ZEIT AMPTMAN AVF FVRSTENECK GEWESSEN ZV BVS /
SECK IN SEINER BEHAWSVNG IN GOTT SELIG VND CHRISTLICH /
ENTSCHLAFFEN WELCHEM GOTT EIN FROLICHE AVFFERSTEHVNG /
VERLEIHEN WOLLE AMEN
B:
IM FRIED BIN ICH DAHIN GEFAHRN /
DEN MEINE AVGEN GESEHN HABEN /
DEIN HEILANDT HERR VON DIR BEREIT /
ZVM LIECHT DER GANTZEN CHRISTENHEIT /
IN DESS LIEG ICH IN DISSER GRVFFT /
BISS AVFF MEINES HERNN WIDERKVNFFT /
LVCE 2 CAP(ITEL)

Kommentar

Inschrift B ist bezogen auf das Lukasevangelium, 2. Kapitel, Verse 29-32.

Schrift

Nachweise

Literatur

  • Dehio, Georg: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler – Hessen, bearb. von Magnus Backes, 2. Aufl. München 1982, S. 332
  • Walbe, Heinrich (Bearb.): Die Kunstdenkmäler im Freistaat Hessen – Provinz Oberhessen – Kreis Giessen, Band 1: Nördlicher Teil, Darmstadt 1938, S. 160-161
  • Buttlar-Elberberg, Rudolf von: Stammbuch der althessischen Ritterschaft, Kassel 1888
  • Ausstellungskatalog: Welt im Umbruch, Augsburg zwischen Renaissance und Barock Band 2, Augsburg 1980, S. 515 ff. (allgemein zur Rüstung der Zeit, mit Verweis auf ein Harnischmusterbuch)

Bearbeitung

Christa Benedum, Gießen, und Andreas Schmidt, ehemals HLGL

Nachnutzung

Rechtehinweise

Erschließung: Die Rechte liegen bei den Urhebern, vgl. die Angaben im Abschnitt „Bearbeitung“
Abbildung(en): siehe die Angaben beim jeweiligen Digitalisat

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Georg Schutzbar genannt Milchling 1584, Großen-Buseck“, in: Grabdenkmäler <https://lagis.hessen.de/de/personen/grabdenkmaeler/alle-eintraege/852_georg-schutzbar-genannt-milchling-1584-grossen-buseck> (aufgerufen am 02.11.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

https://lagis.hessen.de/resolve/de/gdm/852

Georg Schutzbar genannt Milchling 1584, Großen-BuseckGeorg Schutzbar genannt Milchling 1584, Großen-BuseckGeorg Schutzbar genannt Milchling 1584, Großen-BuseckGeorg Schutzbar genannt Milchling 1584, Großen-BuseckGeorg Schutzbar genannt Milchling 1584, Großen-BuseckGeorg Schutzbar genannt Milchling 1584, Großen-Buseck / Die Inschrift im Sockel