Jakobus 1635, Hirschhorn

19378F4F-88AF-441E-BC79-64A0466C0DEA
Ortsname
Hirschhorn
Landkreis
Bergstraße
Topografische Karten
KDR 100, TK25 1900 ff.

Standort

Gebäude / Areal

Hirschhorn, Karmeliterkirche

Heutiger Aufbewahrungsort

Merkmale

Datierung

1635

Typ

Erhaltung

erhalten

Größe der Buchstaben

3,4-6,4 cm

Beschreibung

Drittbenutzung der Umschriftplatte des Karmeliterpriors Werner Wacker. Die zehnzeilige Inschrift befindet sich unten im Feld. Die Grabplatte ist teilweise stark abgetreten, was in den Zeilen zwei und drei zu erheblichem Textverlust geführt hat.

Geschlecht, Alter, Familienstand

Stand

Dargestellte Personen

Jakobus, Amtmann des Mainzer Erzbischofs in Hirschhorn.
Mit dem Tode Friedrichs von Hirschhorn 1632 starb das Geschlecht der Hirschhorner aus. Amt und Burg Hirschhorn waren kurmainzische Lehen und fielen als solche an den Mainzer Erzbischof zurück. Aber erst als sich die Schweden nach der Schlacht von Nördlingen im Herbst 1634 aus Hirschhorn zurückzogen, konnte Kurmainz seine Ansprüche durchsetzen. Die Verwaltung wurde nun von kurmainzischen Amtmännern übernommen.2)
Der hier erwähnte Jakobus kann sein Amt also kaum mehr als ein halbes Jahr ausgeübt haben. In der von Eckhart G. Franz aufgestellten Liste der landesherrlichen Verwaltungsbeamten des Amtes Hirschhorn fehlt der Name Jakobus.3) Die Tatsache, daß drei Familienmitglieder innerhalb von vier Monaten starben, dürfte auf die im Jahr 1635 an der Bergstraße und in der Umgegend grassierende Pest zurückzuführen sein.4)
2) Vgl. Franz, Hirschhorn 87-131, hier 87f.
3) Franz, Hirschhorn 129.
4) Zur Ausdehnung der Seuchen 1635 vgl. Fuchs, Katharinenkirche 146f. u. DI 29 (Worms) XVf.; vgl. die hohe Inschriftendichte in DI 23 (Oppenheim) zu 1635. Vgl. auch Barudio, Krieg 464.

Inschrift

Umschrift

PRAECLARVS VIR D(OMI)N(VS) IA/[C]OBVS [...]/ EPISCOPI MOGVNT(INAE) PRAEFECTVS / HIRSCHHORNENS(IS) OBIIT 21 IVLII / ANNO D(OMI)NI 1635 AETATIS 35 / HVI(VS) FILIA ANNA BARBARA OBI/IT 16 IVL(II) A(NN)0 1635 AETAT(IS) 2 / FILIVS lOAN(NES) GEORGIVS MORTVVS / [.] OCTOB(RIS) A(NN)O 1635 AETATIS 14 / ET QVIESCVNT IN D(OMI)NO

Übersetzung

Der hervorragende Mann, Herr Jakobus ..., Amtmann des Mainzer (Erz)bischofs in Hirschhorn, starb am 21. Juli im Jahre des Herren 1635 im Alter von 35 Jahren. Seine Tochter Anna Barbara starb am 16. Juli des Jahres 1635 im Alter von zwei Jahren. Der Sohn Johann Georg starb am ... Oktober des Jahres 1635 im Alter von 14 Jahren, und sie ruhen im Herren.

Schrift

Nachweise

Bearbeitung

Die Inschriften des Landkreises Bergstraße, gesammelt und bearbeitet von Sebastian Scholz (Die Deutschen Inschriften 38), 1994, S. 170 f., Nr. 244.

Nachnutzung

Rechtehinweise

Erschließung: Die Rechte liegen bei den Urhebern, vgl. die Angaben im Abschnitt „Bearbeitung“
Abbildung(en): siehe die Angaben beim jeweiligen Digitalisat

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Jakobus 1635, Hirschhorn“, in: Grabdenkmäler <https://lagis.hessen.de/de/personen/grabdenkmaeler/alle-eintraege/534_jakobus-1635-hirschhorn> (aufgerufen am 05.11.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

https://lagis.hessen.de/resolve/de/gdm/534