Hans Friedrich Landschad 1592, Neckarsteinach

19378F4F-88AF-441E-BC79-64A0466C0DEA
Ortsname
Neckarsteinach
Landkreis
Bergstraße
Topografische Karten
KDR 100, TK25 1900 ff.

Standort

Gebäude / Areal

Neckarsteinach, Evangelische Kirche

Angaben zum Standort

An der Nordwand des Langhauses.

Heutiger Aufbewahrungsort

Merkmale

Datierung

1592

Typ

Material

Erhaltung

erhalten

Größe

111 x 162 cm (B x H)

Größe der Buchstaben

1,3-3 (Versalien) cm

Beschreibung

Das als Ölmalerei auf Holz ausgeführte Denkmal zeigt Christus am Kreuz, vor dem betend ein junger Mann kniet. Rechts von ihm steht sein Pferd. Den Hintergrund bilden die Ansicht einer Stadt und eines Waldes. Am Kreuz ist ein Titulus (B) angebracht. Im Giebel des Kenotaphs befindet sich ein Wappenmedaillon. In den vier Ecken des Bildes ist jeweils ein Vollwappen dargestellt. Unter dem Bild ist eine achtzeilige Gedenkinschrift (A) aufgemalt.

Geschlecht, Alter, Familienstand

Stand

Enthaltene Wappen

Landschaden von Steinach; Landschaden von Steinach, Erligheim; Ratzeburg, Bühel.

Dargestellte Personen

Hans Friedrich Landschad.
Hans Friedrich Landschad war ein Sohn des Hans Ulrich Landschad und der Walburg von Ratzeburg.2) Das angegebene Geburtsdatum deckt sich mit den von Hans Ulrich in seinen „Aufzeichnungen" überlieferten Angaben.3) Hans Friedrich wurde also im Alter von zwanzig Jahren erschossen. Der Unglücksfall ereignete sich vor dem Hintergrund des Straßburger Bischofskrieges, der durch die Doppelwahl des protestantischen Johann Georg von Brandenburg und des katholischen Herzogs und Kardinals Karl von Lothringen zu Bischöfen von Straßburg 1592 ausgelöst wurde.4) Hans Friedrichs Kenotaph wurde wahrscheinlich von seinem Vater in Auftrag gegeben, der auch den Text dazu verfaßt haben könnte.5) Hans Ulrich ist auch der mutmaßliche Verfasser von drei weiteren Epitaphien, die allerdings sehr wenig Ähnlichkeit mit dem hier besprochenen aufweisen, da sie alle gereimte Inschriften tragen und aus Stein sind. Einen Hinweis auf die Verfasserschaft des Hans Ulrich könnte man aber in der relativ ausführlichen Darstellung des Lebenslaufes sehen, die auch in der Inschrift für Hans III. breiten Raum einnimmt.
2) Irschlinger, Landschaden Taf. 3.
3) Hans Ulrich Landschad, Aufzeichnungen (Irschlinger 258).
4) Vgl. dazu A. Meister, Der Straßburger Kapitelstreit, 1899.
5) Diese Vermutung, die sich freilich nicht beweisen läßt, schon bei Hans Ulrich Landschad, Aufzeichnungen (Irschlinger 258, Anm. 6).

Inschrift

Umschrift

A Hans Fridirich Landschadt von Steinach Hanns Ulrichs ölster Son ward geborn Zu Steinach anno 1573 den 2 Jainiary · / Ein frumer Gottsförchtiger Jüngling alsz der von seinem Vatter gen Straßburg Zur schulen gethan vnnd sich in seinem STUDYS / gehorsam gegen seinen Elttern PRECEPTORIBUS vnnd andern auch sonsten in allen Adelichen Thugenden also erwisen · / da er durch die Classes kom(m)en und menigklich mit ime Zufriden und ein guete Hoffnung von im Zu haben Ist er An(n)o 1592 / den 18 ieuny (als die Statt Straßburg mit dem Hörtzog von Lottringen kriegt) mit andern Jungen herrn und vom Adell · / etliche khnecht mustern Zu sehen auff S. Stephans blatz gangen vnd alda durch einen Becken buben mit eines mußquetierers · / Rohr enngeferdt Ieinerlich erschossen vnd nachmals daselbsten auff der begrebnus Zur Korbau Zur Erden bestattet worden · / Gott wolle Ime Vnd vnns Allen ein Fröliche Aufferstehung vorleihen Amen ·
B I(ESVS) N(AZARENVS) R(EX) I(VDEORVM)

Schrift

Nachweise

Literatur

  • Wickenburg II 263/3
  • Inschriften Neckarsteinach 53
  • Möller/Krauß, Neckarsteinach 102
  • Hans Ulrich Landschad, Aufzeichnungen (Irschlinger 258, Anm. 6)
  • Siebeck, Inschriften 51.

Bearbeitung

Die Inschriften des Landkreises Bergstraße, gesammelt und bearbeitet von Sebastian Scholz (Die Deutschen Inschriften 38), 1994, S. 134, Nr. 186.

Nachnutzung

Rechtehinweise

Erschließung: Die Rechte liegen bei den Urhebern, vgl. die Angaben im Abschnitt „Bearbeitung“
Abbildung(en): siehe die Angaben beim jeweiligen Digitalisat

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Hans Friedrich Landschad 1592, Neckarsteinach“, in: Grabdenkmäler <https://lagis.hessen.de/de/personen/grabdenkmaeler/alle-eintraege/506_hans-friedrich-landschad-1592-neckarsteinach> (aufgerufen am 02.11.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

https://lagis.hessen.de/resolve/de/gdm/506