Hans VI. von Hirschhorn 1445, Hirschhorn

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Ortsname
Hirschhorn
Landkreis
Bergstraße
Topografische Karten
KDR 100, TK25 1900 ff.

Standort

Gebäude / Areal

Hirschhorn, Karmeliterkirche

Angaben zum Standort

Die Platte aus rotem Sandstein befindet sich heute an der Nordwand des Chors.

Heutiger Aufbewahrungsort

Merkmale

Datierung

1445

Typ

Material

Erhaltung

erhalten

Größe

114 x 200 cm (B x H)

Größe der Buchstaben

7,5 cm

Beschreibung

Die Inschrift läuft zwischen Linien auf dem Rand um. Auf der unteren Leiste ist ein Stück verputzt worden, wodurch der Name des Verstorbenen unleserlich ist. Im Feld ist in Relief ein Vollwappen dargestellt.

Geschlecht, Alter, Familienstand

Stand

Enthaltene Wappen

Hirschhorn.

Dargestellte Personen

Ritter Hans VI. von Hirschhorn.
Es ist es sicher, daß es sich bei dem Verstorbenen um Hans VI. von Hirschhorn handelt, da es in der Inschrift heißt, der Bestattete sei der Sohn des Klostergründers gewesen. Gründer des Karmeliterklosters war Hans V., der nur zwei Söhne hatte, Philipp und Hans. Da Philipp 1436 starb und zusammen mit seinem Vater auf einer Tumbenplatte verewigt wurde, kann sich die vorliegende Inschrift nur auf Hans VI. beziehen.
Wie sein Vater stand Hans VI. im Dienst des Pfalzgrafen. Im Jahr 1426 ernannte ihn Pfalzgraf Ludwig zu einem der vier Statthalter, welche die Kurpfalz während seiner Fahrt ins heilige Land verwalten sollten. Zu einer Unterbrechung der Tätigkeit Hans' VI. in Pfälzer Diensten kam es, als er im Jahr 1438 eine Fehde gegen den Bischof von Würzburg führte, um die Rückzahlung eines Darlehens in Höhe von 15000 Gulden zu erzwingen, die sein Vater dem Bischof geliehen hatte. Da der Würzburger Bischof seit 1426 die Zahlung verweigerte, war es zu einer Krise der Hirschhorner Finanzen gekommen, so daß Hans VI. nach mehrfacher Anmahnung der Zahlung den letzten Ausweg in der Gefangennahme des Bischofs sah. Diese Maßnahme führte schließlich zu einer vertraglichen Neuregelung der Darlehensrückzahlung. Seit 1441 ist Hans VI. wieder im Rat Pfalzgraf Ludwigs nachzuweisen. Im Jahr 1443 wurde er Viztum zu Neustadt an der Weinstraße und 1444 Viztum zu Amberg. Er war zunächst mit einer namentlich nicht bekannten Tochter des Contz Landschad von Steinach verheiratet und ehelichte dann Barbara von Bickenbach.

Inschrift

Umschrift

+ An(n)o · d(omi)ni · m° · cccc° · xlv° · alte/ra · die · post · festu(m) · s(an)c(t)i · gregorii · pape · obiit · stren(n)uus / miles · d(omi)n(u)s [ · ioh(ann)es · de / hirsz]horn · fili(us) · fu(n)datoris · cui(us) · a(n)i(m)a · requiescat · in

Übersetzung

Im Jahre des Herren 1445, am Tag nach dem Fest des heiligen Papstes Gregor (13. März), starb der gestrenge Ritter Herr Johannes von Hirschhorn, Sohn des Gründers, dessen Seele in (Frieden) ruhen möge.

Schrift

Nachweise

Literatur

  • Milendunck, Historiae fol. 570r
  • Siebeck, Inschriften 22.

Bearbeitung

Die Inschriften des Landkreises Bergstraße, gesammelt und bearbeitet von Sebastian Scholz (Die Deutschen Inschriften 38), 1994, S. 43, Nr. 53.

Indizes

Nachnutzung

Rechtehinweise

Erschließung: Die Rechte liegen bei den Urhebern, vgl. die Angaben im Abschnitt „Bearbeitung“
Abbildung(en): siehe die Angaben beim jeweiligen Digitalisat

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Hans VI. von Hirschhorn 1445, Hirschhorn“, in: Grabdenkmäler <https://lagis.hessen.de/de/personen/grabdenkmaeler/alle-eintraege/445_hans-vi-von-hirschhorn-1445-hirschhorn> (aufgerufen am 03.11.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

https://lagis.hessen.de/resolve/de/gdm/445