Heinrich Burkhard von Maltitz 1690, Usingen

Heinrich Burkhard von Maltitz 1690, Usingen – Nr. 397
Standort
Gebäude / Areal
Usingen, Evangelische Pfarrkirche
Angaben zum Standort
Unbekanntem Standort innerhalb des Kirchenraumes.
Heutiger Aufbewahrungsort
Angaben zum Aufbewahrungsort
Unter die Nordempore an der Ostwand des Nordseitenschiffes verbracht.
Beschreibung
Epitaph des Heinrich Burkhard von Maltitz. Das hochrechteckige, ädikulaartige Holzepitaph zeigt eine von gedrehten Säulen flankierte Nische, in die ein gerahmtes Bild eingestellt ist; über dem Gesims erhebt sich ein Volutengiebel mit mittig gesetztem, geflügeltem und vergoldetem Engelskopf. Das Feld wird von der Ölmalerei mit zwei Laubwerkkartuschen in der Längsachse eingenommen. Die untere querovale Kartusche trägt die in zehn Zeilen aufgemalte Grabinschrift (A), während die obere leicht hochovale Kartusche in Form eines mit kleinen Jagdhörnern und Hirschen verzierten Eichenkranzes das Vollwappen des Verstorbenen sowie die darüber in vier Zeilen aufgemalte Spruchinschrift (B) umgibt. Auf den Längsseiten sitzen je acht Ahnenwappen mit ehemals in gelber Farbe aufgemalten Beischriften (W) über jedem Wappen; die Helmzierden unterbrechen die Beischriften. Das Gemälde befindet sich in einem restaurierten Zustand, jedoch sind Farben und Konturen nachgedunkelt und stellenweise verblasst. Die Bemalung der Architektur suggeriert ein Denkmal aus Marmor. Worttrenner sind als Quadrangel ausgebildet, die auf der Grundlinie aufsitzen.
Geschlecht, Alter, Familienstand
Stand
Enthaltene Wappen
Maltitz
Kotzau
Elben
Uechtritz
Störken von Planckenberg
Hundelshausen
Starschedel
Hosken
Honsberg
Beulbar
Einsiedel
Aich
Pressen (Bresen)
Kain
Zettritz
Brandenstein
Dargestellte Personen
Von den von Maltitz kennt man zwei sich im Wappen unterscheidende Familien, die gleichwohl wegen der Nähe ihrer Besitzungen eng miteinander verwandt sein könnten. Eine gehörte dem vogtländischen Uradel an; sie wurden auch als Altenburger Zweig der Maltitz (mit dem siebenfach geteilten Schild, statt dem Pferdekopf) angesehen.18) Die in Usingen ansässigen Familienmitglieder gehörten aber zu einem damals in Kurland sitzenden Familienzweig,2) der nichts mit den einen geteilten Schild führenden Maltitz zu tun hat und aus dem Meissnischen stammt, und sind 1678–1754 im Ev. Kirchenbuch von Usingen belegt. Demzufolge soll Heinrich Burkhard von Maltitz am 24. April 1630 zu Hermsdorf (Hermersdorf, wüst nö. von Meißen) geboren worden sein. Mehrere Einträge zu Paten und Geburten im Kirchenbuch verweisen auf Familienangehörige des Oberforstmeisters, dem das Präsidium des nassau-usingischen Forstamtes oblag.19) Walrad Ferdinand kam am 7. September 1678 als (ältester?) Sohn des Verstorbenen zur Welt und wurde 1716 im Chor der Laurentiuskirche neben seinem Vetter, einem von Wolfframsdorff, bestattet.20) Der von der Familie bewohnte stattliche Usinger Hofkomplex lag in der Verlängerung der das Stadtbild prägenden Achse von Schloss und Rathaus.21)
Sonstiges
Die gemalte Inschrift (A) hat bei den Vornamen überhöhte Buchstaben, der Familienname ist durch insgesamt größere Buchstaben hervorgehoben. Bei (B) sind alle, bei (A) einige Wortanfänge durch überhöhte Buchstaben akzentuiert.
Inschrift
Umschrift
A DER / REICHSFREŸE, WOHLGE=/BOHRNE, GESTRENGE UND
MANN=/VESTE HERR. HERR HENRICH BURGHARDT / VON MAL-
TIS6. HOCHGRÄFFL(ICH)=NASSAU USINGI=/SCHER OBRIST-
FORST= UND HOFFMEIST(ER) IST GEBOHREN IN / HERMERS-
DORFF IM LAND ZU MEISSEN 1630 DEN 14 TAG / APRIL(IS)
GESTORBEN DEN 4 MARTII 1690 DEN. 8. / EIUS(DEM) IN USINGEN
HOCHADELICH7 BEER=/DIGET WORDEN .
B SŸMB(OLUM) / HERR BEDECKE VNSER / MISSE=/THAT.81)
W V(ON) MALTIS V(ON) KÖTZ//AU
V(ON) EL//BEN V(ON) IICH//TRIZ
V(ON) STORCKAU V(ON) HON//DELS//HAUSEN
V(ON) STAR//SCEDEL V(ON) HOS//KEN
V(ON) HONS//BERG V(ON) BEIL//BAR
(VON) EINSI//DEL V(ON) // AŸCH
V(ON) PRE//SS//EN V(ON) // KAIN
V(ON) ZET//TRITZ V(ON) BRANT//STEIN.
Schrift
Nachweise
Fußnoten
- Vgl. Kneschke, Adelslexikon VI 99–101, auch zur anderen Familie mit dem Rosskopf. ↑
- In Gold ein rot (sonst silbern) gezäumter schwarzer Rosskopf, nicht wie Siebmacher, Wappenbuch I, Taf. 152 (Meißen) siebenmal von Schwarz und Silber geteilt, vgl. Siebmacher u. a., Wappenbuch Bd. III, 11. Abt., Teil 1, Bd. 1 (Russ. Ostseeprovinzen, hier Kurland) 168f. m. Taf. 44, siehe auch bei Anm. 18. ↑
- StaA Us, Ev. KiBu Usingen Nr. 61 250, Auszüge zusammengestellt von Herrn Helmut Fritz. ↑
- Dienstbach, Stadtkirche Sp. 54 mit Hinweis auf den Geburtseintrag im Ev. KiBu als „Sohn des Junkers und Forstmeisters“. ↑
- Freundl. Mitteilung von Herrn Helmut Fritz, StaA Us; heute befindet sich dort eine Niederlassung der Frankfurter Volksbank, Wilhelmjstr. 8; vgl. auch Kaethner/Kaethner, Usingen 81. ↑
- Name mit größeren Buchstaben hervorgehoben. ↑
- Erstes H klein in C inseriert. ↑
- Unterbrochen von der Helmzier des Hauptwappens. ↑
- PsH 79,9. ↑
Literatur
- Bohris, Paul: Aus der Geschichte der Laurentiuskirche zu Usingen. In: Nassovia 37 (1927), S. 13–17, hier S. 16.
- Fritz, Helmut: Grabdenkmäler der Ev. Laurentiuskirche in Usingen 2010. Download aus (Stand 19,1,2015), Nr. 12 m. Abb.
- Fritz, Helmut: Die Evangelische Laurentiuskirche zu Usingen, „Stadt- und Hofkirche“. Großer Kirchenführer und Gemeindegeschichte. Hrsg. von der Ev. Kirchengemeinde Usingen. Usingen 2013, S. 48 f. (A, W) Nr. 15 m. Abb. 48.
Bearbeitung
Siehe auch
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Orte
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Personen
Quellen und Materialien
Nachnutzung
Rechtehinweise
Erschließung: Die Rechte liegen bei den Urhebern, vgl. die Angaben im Abschnitt „Bearbeitung“
Abbildung(en): siehe die Angaben beim jeweiligen Digitalisat
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Heinrich Burkhard von Maltitz 1690, Usingen“, in: Grabdenkmäler <https://lagis.hessen.de/de/personen/grabdenkmaeler/alle-eintraege/2558_heinrich-burkhard-von-maltitz-1690-usingen> (aufgerufen am 02.11.2026)
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