Christian Karl von Wolfframsdorff 1689, Usingen

Christian Karl von Wolfframsdorff 1689, Usingen – Nr. 396
Standort
Gebäude / Areal
Usingen, Evangelische Pfarrkirche
Angaben zum Standort
Es ist heute an der Ostwand des Südseitenschiffes über dem Epitaph seiner Mutter (Kat.-Nr. 360) aufgehängt.
Beschreibung
Epitaph des Christian Karl von Wolfframsdorff. Das hölzerne, mit einem Überzug aus Bronzeblech versehene Grabmal zeigt im unteren Bildfeld ein von Lorbeerzweigen gerahmtes ovales Medaillon, das mit der zwölfzeiligen Grabinschrift beschriftet ist. Darüber befindet sich ein weiteres Medaillon mit dem Vollwappen des Verstorbenen. Umgeben wird dieses Feld von einem erhaben gearbeiteten Kranz von Akanthusranken, in den militärische Trophäen und Fahnen eingefügt sind. Das ganze Denkmal wird von einer roten Vorhangdraperie umrahmt. Bei den Zahlangaben und wenigen anderen Stellen sind kleine erhabene Punkte als Trennzeichen verwendet.
Geschlecht, Alter, Familienstand
Stand
Dargestellte Personen
Christian Karl wurde um Ostern 1643 in Birkenfeld als Sohn des Hans Friedrich von Wolfframsdorff und der Sophie Elisabeth geb. von Bernstein (Kat.-Nr. 360) geboren.1) 1661 war er Student in Gießen; später stand er als Oberstleutnant der Infanterie in braunschweigisch-wolfenbüttelschen Diensten.2) Als solcher erlitt er während der Belagerung und nahezu vollständigen Zerstörung der Stadt Bonn3) am 29. September 1689 schwerste Verletzungen, denen er am 3. Oktober in seinem Feldzelt erlag. Sein Leichnam wurde sofort nach Usingen gebracht und im Chor der Laurentiuskirche an hervorragender Stelle „nahe an dem Stand, wo der Cantor zu stehen pflegt“4), bestattet.5) Eine Grabplatte hat sich nicht erhalten; seine Leichenpredigt verfasste der Usinger Pfarrer Johann Konrad Filgus, der seit 1673 als Feld- und Hofprediger in Diensten Graf Walrads von Nassau-Usingen6) stand; sie wurde 1690 in Gießen veröffentlicht.7)
Sonstiges
Die Namen sind durch überhöhte Buchstaben hervorgehoben, wobei die Versalien C die nachfolgenden Buchstaben halb einschließen.
Inschrift
Umschrift
DER / REICHS FREŸE WOHLGEBOHRNE / GESTRENGE VND
MANHAFFTE HERR / H(ER)R CHRISTIAN CAROLVS VON WOLFF-
RAMSDORF / HOCH FV̈RSTL(ICH) WOLFFENBV̈TTELISCHER /
OBRIST=LIEVTENANT ZV FVSZ / IST IN DER BELAGERVNG DER
STADT · V(ND) · FESTVNG BONN8 / DEN XXIX · TAG SEPTEM͜B(RIS) ·
1689 · VERWVNDET / DEN · III · OCT(OBRIS) DARAVF GESTORBEN
/ VND DEN X · eiusd(em) ZV VSINGEN / CHRIST=ADELICH BEERDI-
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Schrift
Nachweise
Fußnoten
- Bohris, Aus der Geschichte 15. ↑
- Ebd. ↑
- Im Zuge des Pfälzischen Erbfolgekrieges und der zwiespältigen Nachfolgerwahl nach dem Tode des Kölner Erzbischofs Maximilian Heinrich von Bayern geriet Bonn in die kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen einer pro-französischen Partei in Kurköln, die vom französischen König Ludwig XIV. massiv unterstützt wurde, und einer großen antifranzösischen Koalition im Rheinland unter brandenburgischer Führung. Es kam zur Belagerung der Stadt durch die Koalitionstruppen, deren fast dreimonatigem Bombardement die Stadt fast vollständig zum Opfer fiel. Nach Bonnisches Belagerungs-Journal oder Ausführlicher Bericht was täglich bey der denckwürdigen Belagerung der Chur-Cöllnischen Residenz-Stadt Bonn unterm Ober-Commando Sr. Churfürstl. Durchl. von Brandenburg und anderen hohen Alliierten vorgangen. Geschehen im Jahr 1689. Hamburg 1689, war der 29. September 1689 – allein schon nach dem Umfang der Nachrichten – von heftigen Kämpfen, Beschießungen und Vorbereitungen zum Sturm geprägt; vgl. außerdem Aders, Bonn als Festung. ↑
- Eintrag im Ev. KiBu Usingen Bd. III Todesfälle 1685–1734, zu 1689 Okt. 10, freundl. Hinweis Helmut Fritz, StaA Us; vgl. auch Dienstbach, Stadtkirche Sp. 54. ↑
- Ebd. „gestern abend umb 7 Uhr mit fackeln und (...) ceremonien und bey einer vom Hofprediger Schmittborn gehaltenen Sermon beigesetzt“. ↑
- Even, Walrad 193. ↑
- Vgl. Filgus, Abriß passim; auch GESA unter dem Stichwort Wolfframsdorff und Filgus, GND-Nummer 121448789. ↑
- Wort durch größere Buchstaben hervorgehoben. ↑
Literatur
- Fritz, Helmut: Inschriftensammlung. Privatsmlg. Typoskript Usingen 2000, Nr. 39.
- Fritz, Helmut: Grabdenkmäler der Ev. Laurentiuskirche in Usingen 2010. Download aus (Stand 19,1,2015), Nr. 13 m. Abb.
Bearbeitung
Indizes
Wappen
Siehe auch
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Personen
Quellen und Materialien
Nachnutzung
Rechtehinweise
Erschließung: Die Rechte liegen bei den Urhebern, vgl. die Angaben im Abschnitt „Bearbeitung“
Abbildung(en): siehe die Angaben beim jeweiligen Digitalisat
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Christian Karl von Wolfframsdorff 1689, Usingen“, in: Grabdenkmäler <https://lagis.hessen.de/de/personen/grabdenkmaeler/alle-eintraege/2557_christian-karl-von-wolfframsdorff-1689-usingen> (aufgerufen am 02.11.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
https://lagis.hessen.de/resolve/de/gdm/2557
