Hartmann Korn und seine Ehefrau Ursula 1670,1682, Königstein

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Landkreis
Hochtaunuskreis
Topografische Karten
KDR 100, TK25 1900 ff.

Standort

Gebäude / Areal

Königstein, Katholische Pfarrkirche St. Marien

Angaben zum Standort

Der ursprüngliche Standort innerhalb des Kirchenraums ist unbekannt.

Heutiger Aufbewahrungsort

Angaben zum Aufbewahrungsort

Ist heute an der Südwand des Chores nahe beim Hochaltar aufgerichtet.

Merkmale

Datierung

1670,1682

Typ

Material

Erhaltung

erhalten

Größe

98 x 200 cm (B x H)

Größe der Buchstaben

(A) 3-4, (C) 3,5-4,5 cm

Beschreibung

Epitaph des Hartmann Korn und seiner Ehefrau Ursula. Hochrechteckige Platte aus rotem Sandstein. Auf der Randleiste läuft die Grabinschrift (A) zwischen Linien um; sie beginnt links oben mit einer in größerer Schrift beschriebenen Leiste. In der Mitte des Feldes sind die Reliefs des anbetenden Ehepaares links und rechts des Kruzifixes mit Titulus (B) dargestellt, zu dessen Füßen ein Totenschädel mit Gebein angebracht ist. Die Figuren knien auf einem den Kalvarienberg darstellenden Hügel. Unterhalb der Figuren beginnt das Bibelzitat (C), das in sieben Zeilen eingehauen ist. Ein großformatig eingeritztes schlingenförmiges Ornament füllt den unteren Teil des Feldes. Die Figurenplatte ist mit einem neuen roten Farbanstrich versehen, eine Flickstelle ist in der Randleiste links eingefügt. Als Trenner dienen Quadrangel, einmal ein Doppelpunkt und weiter ein Semikolon aus Quadrangel und Komma als Trenner in Fürbitte und Bibelversen.

Geschlecht, Alter, Familienstand

Stand

Dargestellte Personen

Hartmann Korn, der bereits während des stolbergischen Zwischenregiments 1632–35 als Keller amtierte, erhielt 1636 zur Kellerei noch den Posten des Stadtgerichtsschreibers hinzu. Er übernahm 1654 das Amt des Rentmeisters, das er bis in das Jahr vor seinem Tod innehatte;3) er muss also ein ziemlich hohes Alter erreicht haben.

Sonstiges

Die Wortanfänge in (A) und (B) werden durch erhöhte Buchstaben gekennzeichnet. Beide Inschrifttexte weisen unterschiedliche Buchstaben- und Wortbreiten auf. Fallweise vorkommende Trennungen innerhalb von Wörtern sind durch Doppelstriche sowie Abkürzungen durch Doppelpunkte gemäß zeitüblichen Gepflogenheiten angezeigt. Das Grabmal war für beide Ehepartner gemeinsam konzipiert. Der Steinmetz kam mit dem Nachtrag des zwölf Jahre nach seiner Ehefrau verstorbenen Korn so sehr in räumliche Bedrängnis, dass er in die zweite Zeile auswich und dabei den Monat vielleicht nicht mehr latinisierte. Ob das schon 1670 als notwendig erkannt und demnach das D(IE) bzw. D(EN) und die Verweiszeichen damals schon gesetzt wurden, lässt sich nicht ermitteln, wenngleich das große Ornament dort ein wenig mehr Raum gelassen zu haben scheint. Die beiden 2 des jüngeren Datums unterscheiden sich: während die Ziffer 2 des Tagesdatums einfach Z-förmig aussieht, steht der untere Balken der Ziffer 2 in der Jahreszahl linksschräg; bei den älteren Ziffern 2 ist er nach unten durchgebogen. Das R im Wort APRIL unterscheidet sich in der Proportion eindeutig von denen des Haupttextes, bei denen der Bogen durchweg weniger als die halbe Buchstabenhöhe einnimmt; insofern sind die Nachträge eindeutig erkennbar. Doch scheint, sofern nicht leichte Oberflächenverluste oben rechts täuschen, die Gestaltung der Schrift insgesamt nicht einheitlich zu sein, denn nach QUORUM nimmt die Laufweite der Schrift stark ab, wodurch die Strichstärke zunimmt. Die Varianten des Buchstabens R vom stachelartigem Typ der Cauda bis zu verschieden stark geschwungenen Cauden zieht sich durch den gesamten Text und muss im Rahmen der frühbarocken Varianz gesehen werden. Ohne Regel bietet sich die Verteilung von U und V dar.

Inschrift

Umschrift

A HIC REQVIESCUNT D(OMI)N(V)S HA͜RTM͜AN͜NVS2 KORN /
QVON͜DAM QV͜A͜ESTOR COMITATVS KÖNIGSTEIN(ENSIS) ET UR-
SULA EIUS UXOR QUORUM / HAEC 2 · MA͜RTY 1670 AN(N)O A͜ETATIS
67 · ILLE V͜ERO / A(NN)O3 SALUT(IS) 16:<82 // D(IE) 24. APRIL(IS)>4
// et A͜ETATIS SU[AE <..>]5 MORTEM OBIERUNT : DE(US) DON͜ET EIS
REQUIEM SEMPITERNAM6
B I(ESUS) N(AZARENUS) R(EX) I(UDEORUM)1)
C ECCLESIASTIC(US) 25 · V(ERSU)S · 1·28 / IN TRIBUS PLACITVM͜EST9
SPIRITUI / MEO, QUA͜E SUNT PROBATA CORAM DEO / ET HOMINI-
BUS ; CONCORDIA FRA=/TRUM, ET AMOR PROXIMORUM / ET VIR
ET MULIER BENE / [S]IBI CONSENTIENTES ·2)

Übersetzung

(A) Hier ruhen Herr Hartmann Korn, einstiger Rentmeister der Grafschaft Königstein, und Ursula, seine Gemahlin. Von denen verschied diese am 2. März 1670 im Alter von 67, jener aber im Jahre des Heils 1682 den 24. April im Alter von ... (Jahren), im Tode. Gott schenke ihnen die ewige Ruhe.
(B) Ecclesiasticus 25 Vers 1–2: An drei Dingen hat mein Geist Wohlgefallen, die von Gott und den Menschen gutgeheißen werden: nämlich die Eintracht unter Brüdern, die Liebe zum Nächsten und das gute Einvernehmen zwischen Mann und Frau.

Schrift

Nachnutzung

Rechtehinweise

Erschließung: Die Rechte liegen bei den Urhebern, vgl. die Angaben im Abschnitt „Bearbeitung“
Abbildung(en): siehe die Angaben beim jeweiligen Digitalisat

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Hartmann Korn und seine Ehefrau Ursula 1670,1682, Königstein“, in: Grabdenkmäler <https://lagis.hessen.de/de/personen/grabdenkmaeler/alle-eintraege/2542_hartmann-korn-und-seine-ehefrau-ursula-1670-1682-koenigstein> (aufgerufen am 03.11.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

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Hartmann Korn und seine Ehefrau Ursula 1670,1682, Königstein – Nr. 336Hartmann Korn und seine Ehefrau Ursula 1670,1682, Königstein – Nr. 336