Kleinkind Wilhelm Landgraf von Hessen-Homburg (zu Bingenheim) 1656, Homburg

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Ortsname
Bad Homburg
Landkreis
Hochtaunuskreis
Topografische Karten
KDR 100, TK25 1900 ff.

Standort

Gebäude / Areal

Bad Homburg, Schlosskirche, Fürstengruft

Angaben zum Standort

Er war ursprünglich an der nordöstlichen Gruftwand aufgestellt.

Heutiger Aufbewahrungsort

Angaben zum Aufbewahrungsort

Befindet sich seit 1936/37 im Wandregal, zweite Reihe von unten, als zweiter Sarkophag von links.

Merkmale

Datierung

1656

Typ

Material

Erhaltung

erhalten

Größe

30 x 30 x 62 cm (B x H x L)

Größe der Buchstaben

0,8-1 cm

Beschreibung

Sarkophag des Kleinkindes Wilhelm Landgraf von Hessen-Homburg (zu Bingenheim).1) Kleiner Kindersarkophag aus Zinn mit beschriftetem Deckel. Die Oberseite des Deckels schmückt ein reliefiertes Kruzifix mit Titulus (A) einschließlich Standplatte mit Totenschädel (Golgatha), darunter sind ein Wappenschild im Lorbeerkranz sowie die 19zeilige Grabinschrift (B) eingraviert. Längs- und Schmalseiten des Sarkophagdeckels tragen Bibelsprüche: Auf der Stirnseite vierzeilig (C), auf der rechten Längsseite stehen ein fünfzeiliges Bibelzitat (D) und ein weiteres auf der linken Längsseite (E, sechszeilig) und an der Fußseite (F) vierzeilig. An der Unterseite des Sarkophags sind Löwenköpfe mit Tragringen im Maul angebracht, zusätzlich befinden sich auf dem Deckel sowie an den Unterseiten kleine Köpfe in Rundmedaillons sowie das Relief eines geflügelten Puttos. Restaurierter Zustand. Worttrenner sind Quadrangel und kleine Dreiecke; bei (D) und (F) sind die Zeilenanfänge durch große Quadrangel markiert; Kommata trennen Sinnabschnitte.

Geschlecht, Alter, Familienstand

Stand

Enthaltene Wappen

Landgrafen von Hessen, Linie Hessen-Darmstadt bzw. Hessen-Homburg7)#Eigenartigerweise nicht das aktuelle, sondern das ältere quadrierte Wappen mit Herzschild Hessen und den Grafschaften Katzenelnbogen, Ziegenhain, Nidda und Diez, vgl. bei Kat.-Nr. 246, noch ohne Vermehrung durch Hersfeld, Schaumburg und Isenburg-Büdingen.

Dargestellte Personen

Wilhelm war der vierte Sohn des Landgrafen Wilhelm Christoph von Hessen-Homburg und dessen erster Gemahlin Sophia Eleonore (Kat.-Nr. 313).8) Wilhelm wurde am 13. August 1656 im väterlichen Wohnsitz in der Wasserburg Bingenheim geboren, wo er am Nachmittag des 4. September verstarb.9)

Sonstiges

Die Kapitalisbuchstaben sind sorgfältig in Kontur ausgeführt; dabei wurden die Innenfelder mit Schraffur gefüllt. A hat einen gebrochenen und H einen nach unten ausgebuchteten Mittelbalken. Die Schriftformen sind jedoch nicht exakt gleich, da insbesondere die Inschrift (B) eine stärkere Zurückdrängung der Linksschrägenverstärkung bis zu ihrer Umkehr offenbart und bei den Inschriften der Schmalseiten (D, F) die Kontur einzelner Schäfte, vor allem bei H, I und T, selten R, in der Mitte eingezogen ist; nur hier ist die Cauda des R eingerollt und in den Bogen eingehängt.

Inschrift

Umschrift

A I(ESVS) · N(AZARENVS) · R(EX) · I(VDEORVM)2)
B VON · GOTTES · GENA=/DEN · WILHELM · LAND=/GRAF · ZV · HES-
SEN, · / · GRAF · ZV · CATZE=/NELNBOGEN, · DIETZ, / · ZIGEN-
HEIN, · NIDDA / ŸSENBVNG5 · VND · BV¨=/DINGEN · IST · GE=/BOH-
REN · ZV · PIN=/GENHEIM6 · IM · IAHR / 1656 · DEN · 13 · AVGVS=/
TI · ABENDS · VMB · 9 / VHREN, IST · DA=/SELBST · GESTOR=/BEN ·
DEN · 4 SEPTEM/BRIS · DESSELBEN · / IAHRES · NACH / MITTAG ·
VMB · / 2 · VHREN ·
C · DER GERECHTE OB / · ER · GLEICH · ZV · ZEIT=/LICH · STIRBET ·
IST · ER · / · DOCH · IN · DER · RVHE · / · SAP · 4 · CAP · VERS · 7 ·3)
D ES · HAT · KEIN · AVG · GESEHEN, ES · HAT · / KEIN · OHR · GEHÖ-
RET, VND · IST · IN · KEINZ / MENSCHEN · HERTZ · KOMMEN, WAS ·
/ GOTT · BEREITET · HAT · DENEN, · DIE · / IHN · LIEBEN · 1 · CO
RINTH · 2 · CAP · V(ERS) · 94)
E VNSER · KEINER · LEBET · IHM · SELBER, VNSER · KEI=/NER STIRBT ·
IHM · SELBER, · LEBEN WIR, · SO LEBEN / WIR · DEM · HERREN,
STERBEN WIR, · SO · STERBEN · / WIR DEM HERREN, DARVMB ·
WIR · LEBEN · O=/DER STERBEN, SO · SIND · WIR · DES · HERREN ·
/ · ROM 14 · CAP · VERS · 7 ·5)
F HERR · DEINE · TOD=/TEN · WERDEN · LEBEN, / · VND · MIT · DEM ·
LEICH=/NAM · AVFERSTEHEN · / · ESAIA͜E · 26 · CAP · VERS · 19 ·6)

Schrift

Nachweise

Fußnoten

  1. Hamel, Namens-Verzeichniß Nr. 47, Liste der Bestatteten nach Hamel Nr. 48; VSSG Inv.-Nr. 4.7.1562. ↑
  2. Vgl. Becker, Gang durch die Fürstengruft 17, nur erwähnt; vgl. auch Europ. Stammtafeln NF I,2 Taf. 252. ↑
  3. Knetsch, Haus Brabant 383 XXIV 12 mit Anm. 2, danach war die Todesstunde „abends kurz vor 4 Uhr“. ↑
  4. Joh 19,19. ↑
  5. Sic! N statt R. ↑
  6. Sic! ↑
  7. Weish 4,7. ↑
  8. 1 Kor 2,9. ↑
  9. Rom 14,7–8. ↑
  10. Jes 26,19. ↑

Literatur

  • Schasse (Schlosskastellan): Beschreibung der in der Landgräflichen Familiengruft des Königlichen Schlosses zu Homburg v. d. H. befindlichen Särge (zu Bd. Ia S. 12. 9b) (Ms. in der Fachbibliothek des Schlosses in Bad Homburg v. d. Höhe, Fs HG 98); Übertragung von Barbara Dölemeyer (Typoskript, zur Verfügung gestellt Januar 2018), S. 21 Nr. 48 (B–E), Übertragung Dölemeyer Nr. 48 (B–E).

Bearbeitung

Nachnutzung

Rechtehinweise

Erschließung: Die Rechte liegen bei den Urhebern, vgl. die Angaben im Abschnitt „Bearbeitung“
Abbildung(en): siehe die Angaben beim jeweiligen Digitalisat

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Kleinkind Wilhelm Landgraf von Hessen-Homburg (zu Bingenheim) 1656, Homburg“, in: Grabdenkmäler <https://lagis.hessen.de/de/personen/grabdenkmaeler/alle-eintraege/2524_kleinkind-wilhelm-landgraf-von-hessen-homburg-zu-bingenheim-1656-homburg> (aufgerufen am 03.11.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

https://lagis.hessen.de/resolve/de/gdm/2524

Kleinkind Wilhelm Landgraf von Hessen-Homburg (zu Bingenheim) 1656, Homburg – Nr. 281