Hartmut von Kronberg (Kronenstamm) 1621, Kronberg

19378F4F-88AF-441E-BC79-64A0466C0DEA
Ortsname
Kronberg
Landkreis
Hochtaunuskreis
Topografische Karten
KDR 100, TK25 1900 ff.

Standort

Gebäude / Areal

Kronberg, Evangelische Pfarrkirche St. Johannes Baptista

Merkmale

Datierung

1621

Typ

Erhaltung

verloren

Beschreibung

Totenschild (?) für Hartmut von Kronberg (Kronenstamm). Oetter zufolge befand sich „unter einem auf einer Tafel gemalten Cronbergischen Schild“ die mehrzeilig ausgeführte, aufgemalte Inschrift. Zusätzlich zum Hauptwappen nannte der Gewährsmann vier weitere Wappen. Bis auf die Zeilenschaltung, die er durch senkrechte Trennstriche kennzeichnete, gab Oetter keine weiteren Informationen zur Gestaltung des Inschriftenträgers. Der angesichts der langen Textinschrift und der fünf Wappen wohl relativ große Inschriftenträger ging zu unbekanntem Zeitpunkt verloren.

Geschlecht, Alter, Familienstand

Stand

Enthaltene Wappen

Kronberg (Reichsfreiherren)1)#Nach der Beschreibung von Oetter Mittelschild Reich: (In Gold) ein (schwarzer) Doppeladler; Schild quadriert: 1/4. (in Rot goldene) Krone, 2/3. (silber-blaues) Eisenhutfeh, vgl. Langhammer, Kronberger Wappenbuch Taf. 1; Siebmacher u. a., Wappenbuch Bd. VI, 7. Abt. (Nassau, Abgestorbene) 4 m. Taf. 4. Oetter nennt auch die Helmzierden von Kronen- und Flügelstamm.

Dargestellte Personen

Hartmut kam am 18. September 1608 als zweiter Sohn des kurmainzischen Rates Hermann von Kronberg und dessen erster Ehefrau Anna Sidonia, geb. Brömser von Rüdesheim (Kat.-Nr. 206) zur Welt.2) Er wurde zur Ausbildung ins pfälzische Höningen (Gem. Altleiningen, Lkr. Bad Dürkheim) geschickt, wo die 1573 wieder errichteten Gebäude des ehemaligen, um 1120 gegründeten und im Januar 1569 aufgehobenen Augustinerchorherrenstiftes3) eine Lateinschule4) beherbergten. Im September 1621 überfielen spanische Truppen, denen die besagten neapolitanischen Verbände angehörten, den kleinen Ort und drangen gewaltsam in das Gymnasium ein, wo sie den jungen Kronberger sowie den Klosterschaffner Dietrich am 24. September 1621 (alter Stil) ermordeten. Die Leichen wurden am 25. September in der kleinen romanischen Pfarrkirche St. Jakob beigesetzt;5) das Kronberger Erinnerungsmal dürfte vermutlich wenig später angefertigt worden sein.

Inschrift

Umschrift

Anno 1621 montag den 24. September / ist des wohledelen und gestrengen Her-
mans von und zu / Cronbergk und weiland der auch wohledelen viel Ehrbaren
und tu/gentreichen Frauen Annae Sidoniae gebohrene Brömserin von Rudes-
sheim wohlsehligen zweiter Sohn Hartmut in dem Gimnasio zu / Henningen
von etlichen daselbst eingefallenen Neapolitanischen Soldaten / als er sein Ge-
bett kniend und mit gefalteten händen verrichtet mit dreisig Stilet Stichen un-
schuldig und gantz jämmerlicher weis / ermordet und folgenden tags dern orth
Christlich zur erden bestat/tet worden seines alters 13 Jahr und 6 tag dem Gott
ein fröhlich uferstehung gnädeglich verleihen wolle amen.

Kommentar

Nach Oetter.

Nachweise

Fußnoten

  1. Gensicke, Die von Kronberg 311, Nr. 53. ↑
  2. Vgl. Dehio Rheinland-Pfalz (1984) 378; Pfälzisches Klosterlexikon II 194–222. ↑
  3. Vgl. Müller, Klosterschule 57ff.; ders., Begründung des Gymnasiums 63. ↑
  4. Dietrichs Grab befindet sich noch in der Kirche, wo auch einige Grabdenkmäler von Mitgliedern des Grafenhauses Leiningen aus dem 16.–17. Jh. vorhanden sind, vgl. Dehio Rheinland-Pfalz (1984) 378. ↑

Literatur

Bearbeitung

Nachnutzung

Rechtehinweise

Erschließung: Die Rechte liegen bei den Urhebern, vgl. die Angaben im Abschnitt „Bearbeitung“
Abbildung(en): siehe die Angaben beim jeweiligen Digitalisat

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Hartmut von Kronberg (Kronenstamm) 1621, Kronberg“, in: Grabdenkmäler <https://lagis.hessen.de/de/personen/grabdenkmaeler/alle-eintraege/2493_hartmut-von-kronberg-kronenstamm-1621-kronberg> (aufgerufen am 03.11.2026)

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