Margareta 1618, Neuweilnau

19378F4F-88AF-441E-BC79-64A0466C0DEA
Ortsname
Neuweilnau
Landkreis
Hochtaunuskreis
Topografische Karten
KDR 100, TK25 1900 ff.

Standort

Gebäude / Areal

Neuweilnau (Weilrod), Evangelische Pfarrkirche

Angaben zum Standort

Der ehemalige Standort im Kirchenraum ist unbekannt.

Heutiger Aufbewahrungsort

Angaben zum Aufbewahrungsort

Heute ist sie innen an der Nordwand des Kirchenschiffes aufgerichtet.

Merkmale

Datierung

1618

Typ

Material

Erhaltung

erhalten

Größe

88 x 182 cm (B x H)

Größe der Buchstaben

4 cm

Beschreibung

Grabplatte einer Margareta (aus) Saarbrücken. Schmale Platte aus grauem Gestein. Auf der Randleiste läuft die Grabinschrift (A) in einer Zeile zwischen Linien um und geht auf der oberen Leiste in die zweite und dritte Zeile über. In dem von Rollwerk umrahmten Feld sind zwei Bibelzitate in sechs (B) und sieben (C) Zeilen eingehauen. Darunter befindet sich eine Vignette. Im oberen Bereich der Platte und an den Randleisten sind Abspitzungen mit Textverlusten vorhanden, die untere Textzeile ist vollständig zerstört oder im Boden verborgen. Kleine Dreiecke dienen als Worttrenner.

Geschlecht, Alter, Familienstand

Dargestellte Personen

In der Verwendung der ersten, für Grabinschriften eher ungewöhnlichen Bibelstelle aus den Sprüchen Salomons wird auf die häusliche Tugend der Verstorbenen und ihren Fleiß angespielt, mit dem sie ihrem Hause vorstand. Verknüpft wird damit das abgewandelte Zitat aus dem Brief des Apostels Paulus an Titus, in dem er zu einem gottgefälligen Leben mahnt und zugleich der Auferstehungshoffnung Ausdruck gibt, am Jüngsten Tage Jesus Christus schauen zu können.
Der Ehemann der Verstorbenen dürfte Jakob Frentzel gewesen sein, der ab 1602 bis vor 1617 als Rentmeister zu Neuweilnau, 1604, 1609–1611 als Nachfolger des Reinhard von Schletten (Kat.‑Nr. 179) als Amtmann und 1614 als Schultheiß und Amtsverwalter in Neuweilnau belegt ist.8) Er war vor 1614 mit einer Margareta verehelicht, die 1614 und 1616 als Patin im Altweilnauer Kirchenbuch verzeichnet ist.9)

Sonstiges

Die verwendete Schlussvignette am Textende von (C) besteht aus einer liegenden 8, die mittig mit einer Raute verschränkt ist. Sie weist die Grabplatte als Werk einer in den 1620er Jahren im Idsteiner Raum tätigen Steinmetzwerkstatt aus, der man keinen Namen zuordnen kann. Aus deren Produktion gingen u. a. Epitaphien für den Wörsdorfer Pfarrer Sebastian Spangenberg mit Verwandten3) und die Kinder der Familie Fort in Wörsdorf4) ebenso hervor wie weitere Grabmäler Idsteiner5) und Wiesbadener6) Familien. Die Inschriften dieser Epitaphien und Grabplatten weisen Gemeinsamkeiten in extrem breitem Duktus, Verwendung von Nexus litterarum, vor allem bei AV, und Eigenheiten von Buchstabenbildungen auf und können die vorstehende Grabplatte eindeutig als Werk der Zeit um 1618 datieren.7)

Inschrift

Umschrift

A AN[NO ...]188 DEN · 16 FEBR[VARII / ST]ARB · DIE · DVGEN͜TSAM͜E ·
FRA͜V · MARGRETA · VON · SARBOCKEN9 · E[.. /– – –/ ..EL]10 ·
AM͜PTMANS · ZV · N͜EVENWEILNA͜V · SELIGE · HA͜VSFRA͜V · IH͜RES ·
ALTER // IM 4[– – –] · SELEN · / GO[TT · G]NAD[E]
B PROVER · 31 · / SIE SCHA͜VET · WIE / ES · IM · HA͜VS · ZV/GEH͜ET ·
VN͜D · ISET / IH͜R BROT · NICHT · / MIT · FA͜VLHEIT1)

Schrift

Nachweise

Fußnoten

  1. Kaethner/Kaethner, Usingen 294f., Nr. 12. ↑
  2. Ebd. 295 Anm. 5. ↑
  3. Vgl. DI 43 (Rheingau-Taunus-Kreis) Nr. 587. ↑
  4. Ebd. Nr. 590. ↑
  5. Ebd. Nrr. 589, 592. ↑
  6. Vgl. DI 51 (Wiesbaden) Nrr. 98, 99. ↑
  7. Vgl. Einleitung Kap. 5.2. ↑
  8. Nur oberer Teil der Doppelschlinge erkennbar. ↑
  9. Sic! ↑
  10. Unterer Schaft des L nicht eindeutig erkennbar. ↑
  11. Vgl. Spr 31,27 (Paraphrase).
    C TIT · 2 · / VND · WARTET / NVN · DER · ER/SCHEINVNG / DER ·
    H͜ERLICH/KEIT · IESV · CHR=/ISTI · VNS[E]RS / HEILANTS2)#Aus Tit 2,13 (Paraphrase). ↑

Bearbeitung

Nachnutzung

Rechtehinweise

Erschließung: Die Rechte liegen bei den Urhebern, vgl. die Angaben im Abschnitt „Bearbeitung“
Abbildung(en): siehe die Angaben beim jeweiligen Digitalisat

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Margareta 1618, Neuweilnau“, in: Grabdenkmäler <https://lagis.hessen.de/de/personen/grabdenkmaeler/alle-eintraege/2487_margareta-1618-neuweilnau> (aufgerufen am 02.11.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

https://lagis.hessen.de/resolve/de/gdm/2487