Margareta Wilking, geb. Eppstein 1610, Kronberg
Beschreibung
Inschrifttafel (?) oder Epitaph (?) aus Eisen für Margareta Wilking, geb. Eppstein. Dieffenbach gründete seine Textüberlieferung auf die Tatsache, dass das Werkstück zwar zu einem nicht näher bekannten Zeitpunkt eingeschmolzen worden sei, ihm aber der noch erhaltene „Originalstempel“ als Grundlage für seine Textübertragung gedient habe.1) Trotzdem wurde hier der älteren Überlieferung des Anonymus gefolgt, da Dieffenbachs und somit auch v. Strambergs Variante Unsicherheiten aufweisen.
Geschlecht, Alter, Familienstand
Dargestellte Personen
Dieffenbach und von ihm abhängig v. Stramberg überlieferten mit MD zehen ein falsches Sterbejahr der Margareta Eppstein. Weitere Spekulationen setzten sie aufgrund des inschriftlichen Zusatzes als Eppsteinin von Stam und Nahm irrig mit der gleichnamigen illegitimen Nachfahrin der Eppsteiner Grafen2), Margareta Eppstein, gleich, der Gattin und Witwe des 1613 verstorbenen königsteinischen Rates und Sekretärs Johann Jakob Illhausen (vgl. Kat.-Nr. 186), den sie um zwanzig Jahre überlebte. Zur Klärung der Identität der Verstorbenen dienen zwei Belege im Eppsteiner Ev. Kirchenbuch: Nach dem „Verzeichnis der neuen Eheleute“ schloss am 10. Februar 1590 Wilhelm Wilking mit „Margaretha Mercurii Eppsteinis Bereithers tochter“3) den Ehebund. Zwar ist Margaretas inschriftlich genanntes Geburtsjahr 1564 im Kirchenbuch nicht zu verifizieren, da dieses erst ab 1583 geführt wurde, doch bietet der Eintrag des Pfarrers Bartholomäus Wicht im Kirchenbuch unter dem Todesjahr 1610 den zweiten entscheidenden Hinweis „Margaretha Wilking, Wilhelm Wilkings praetoris uxor, starb den 11ten Septembris“4).
Inschrift
Umschrift
Übersetzung
Datum: 11. September 1610.
Kommentar
Nach Anonymus.
Deutsche Reimverse.
Nachweise
Fußnoten
- In der Andreaskapelle in Kleinvach (Bad Sooden-Allendorf) hängen zwei „Holzepitaphien“, die als Patrizen für heute noch vorhandene Eisengussplatten der Familie Homberg zu Vach in Marburg dienten, vgl. DI 87 (WerraMeißner-Kreis I, Witzenhausen) Nrr. 239 u. 262 zu 1691 bzw. 1699. ↑
- Zu den illegitimen Nachkommen vgl. die Bemerkungen von Picard, Eppstein im Taunus 84; Fußgänger, Unebenbürtige Nachkommen und Heil, „Filii naturales“, der Nachkommen der Eppsteiner identifizieren kann, aber auch aufzeigt, dass der Name mehrfach bloß die Herkunft bedeutet – das trifft hier nicht zu. ↑
- Ev. KiBu Eppstein fol. 150r (neue Zählung fol. 145r) Nr. 2. ↑
- Ebd. fol. 171v (neue Zählung fol. 159v) Nr. 12. ↑
Literatur
- Anonymus: Epitaphia, welche sich in der Kirche zu Eppstein befinden (Hs. 18. Jh.). Enthalten im Nachlaß Friedrich Leonhard Schenk (HHStAW, Abt. 1013/1, Politische Beschreibung des Amtes Wallau) fol. 58r–59v, hier fol. fol. 59v, Nr. X.
- Dieffenbach, Philipp (Johann): Miscellen als Beiträge zur Ortsgeschichte. Nr. 1: Eppstein. In: AHG 7 (1852), S. 159–164, hier S. 163.
- Stramberg, Christian v.: Denkwürdiger und nützlicher Rheinischer Antiquarius, welcher die wichtigsten und angenehmsten geographischen, historischen und politischen Merkwürdigkeiten des ganzen Rheinstroms, von seinem Ausflusse in das Meer bis zu seinem Ursprunge darstellt. II. Abt., Band 15: Der Rheingau. 6 Bde. Kobleenz 1867, S. 587.
Bearbeitung
Siehe auch
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Quellen und Materialien
Nachnutzung
Rechtehinweise
Erschließung: Die Rechte liegen bei den Urhebern, vgl. die Angaben im Abschnitt „Bearbeitung“
Abbildung(en): siehe die Angaben beim jeweiligen Digitalisat
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Margareta Wilking, geb. Eppstein 1610, Kronberg“, in: Grabdenkmäler <https://lagis.hessen.de/de/personen/grabdenkmaeler/alle-eintraege/2481_margareta-wilking-geb-eppstein-1610-kronberg> (aufgerufen am 02.11.2026)
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