Ehepaar Werner und Eulalia Anthoni 1606, Oberursel

Ehepaar Werner und Eulalia Anthoni 1606, Oberursel – Nr. 172
Standort
Heutiger Aufbewahrungsort
Angaben zum Aufbewahrungsort
Heute ist das Denkmal an der südlichen Außenwand der Kirche neben einem Pfeiler eingemauert.
Beschreibung
Epitaph des Ehepaares Werner und Eulalia Anthoni. Es zeigt auf der linken Seite das Kruzifix, vor dem die Figur der Verstorbenen in Adoration kniend dargestellt ist. Über ihrem Kopf ist die Grabinschrift in sechs Zeilen eingehauen; der ehemals wohl vorhandene Kreuztitulus ist vollständig verloschen. Die Oberfläche des Steines ist insgesamt stark abgewittert.
Links über dem Beginn der Inschrift ist ein einzelner Buchstabe erkennbar, aus dessen unterer Hälfte unzweifelhaft ein D zu rekonstruieren ist, das etwas größer ist als die rechts darunter noch vorhandenen Buchstaben. Das D steht in der Nähe zum oberen Kreuzstamm, von dem fast nichts mehr zu erkennen ist; Schrammen in der Oberfläche links davon lassen sich nicht weiteren Buchstaben zuordnen. Aus diesem Sachverhalt und der vielleicht einen größeren oberen Teil des Denkmals andeutenden Spitze drängt sich die Vermutung auf, das Denkmal sei ursprünglich viel größer gewesen und stelle in seiner heutigen Form etwas mehr als die rechte Hälfte des Originals dar, in dessen Mitte sich das Kruzifix befand. Dann sollten auf der stärker abgesandeten linken Seite die Figur und die Inschrift des Eulalia überlebenden Ehemanns gestanden haben, denn allein und asymmetrisch vor einem Kreuz kniende Frauen waren in der Regel unverheiratet.1)
Geschlecht, Alter, Familienstand
Dargestellte Personen
Die angesehene Oberurseler Familie Anthoni stellte im 17. und 18. Jahrhundert mehrfach Ratsmitglieder und Schultheißen der Gemeinde.2) Die Verstorbene sowie ihr hier genannter Ehemann lassen sich jedoch bislang nicht in den Stammfolgen der Familie nachweisen. Zu weiteren Familienmitgliedern vgl. Kat.-Nrr. 102, 366.
Sonstiges
Aus dem Kanon einer regelmäßigen und konventionellen, aber nicht mehr konsequent klassizierenden Kapitalis bricht ein zweibogiges E aus, das mit dem R von REQVIESCAT eng zusammengeschrieben ist. Um 1600 und auch danach ist diese Form selten, doch kaum eine Überraschung.
Nachweise
Literatur
- [Friton, Max]: Katholischer Pfarrführer [Oberursel]. Oberursel 1928, 32d.
- Calmano, Ludwig: Inschriften in Oberursel und Bommersheim. Masch. o. O. 1964
- Friedrich, Josef: Inschriftensammlung Oberursel. Privatsmlg. Masch. Oberursel 2000, Bl. 5.
- Friedrich, Josef: St. Ursula zu Oberursel. Geschichte und Geschichten. Ein Bilderbuch [Oberursel] 2012, o. S. m. Abb.
- Friedrich, Josef: Chronologie der Inschriften in der Alten Oberurseler Gemarkung, in den Grenzen von 1928. Inschriften an Gebäuden, Denkmälern, Epitaphien, Glocken, Grenzsteinen, Wegekreuzen und künstlerischen Werken vom Mittelalter bis zur Neuzeit. Gesammelt, beschrieben und herausgegeben von Josef Friedrich. In: MittVGH Oberursel 57 (2018), S. 9–26, hier S. 15.
Bearbeitung
Siehe auch
Weitere Angebote in LAGIS (Standort)
Orte
- Hessische Flurnamen
- Historische Kartenwerke
- Jüdische Friedhöfe
- Topografie des Nationalsozialismus in Hessen
- Historisches Ortslexikon
- Synagogen in Hessen
- Topografische Karten
Personen
Quellen und Materialien
Nachnutzung
Rechtehinweise
Erschließung: Die Rechte liegen bei den Urhebern, vgl. die Angaben im Abschnitt „Bearbeitung“
Abbildung(en): siehe die Angaben beim jeweiligen Digitalisat
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Ehepaar Werner und Eulalia Anthoni 1606, Oberursel“, in: Grabdenkmäler <https://lagis.hessen.de/de/personen/grabdenkmaeler/alle-eintraege/2475_ehepaar-werner-und-eulalia-anthoni-1606-oberursel> (aufgerufen am 01.11.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
https://lagis.hessen.de/resolve/de/gdm/2475