Johann von Hattstein 1573 (?), Königstein

Johann von Hattstein 1573 (?), Königstein – Nr. 110
Standort
Gebäude / Areal
Königstein, Katholische Pfarrkirche St. Marien
Angaben zum Standort
Das verstümmelte Grabmal aus rotem Sandstein befand sich erst im Chor der Kirche.
Heutiger Aufbewahrungsort
Angaben zum Aufbewahrungsort
Steht heute an der inneren Westwand neben dem Kircheneingang.
Merkmale
Datierung
1573 (?)
Typ
Material
Erhaltung
erhalten
Größe
96 x 116 cm (B x H)
Größe der Buchstaben
2 cm
Beschreibung
Kenotaph des Johann von Hattstein. Es zeigt das Halbrelief des nach rechts gewendeten barhäuptigen, auf einem Postament knienden Verstorbenen in voller Rüstung, sein Helm liegt vor ihm auf dem Postament. Die Hände sind betend aneinandergelegt. Die Figur ist flankiert von je zwei übereinander angebrachten Vollwappen mit Beischriften im die Wappen umfassenden und verbindenden Beschlagwerk, oben in der Mitte ein Kopf in Halbrelief mit reichem Schmuck. Weitere Teile des zu unbekannter Zeit verstümmelten Denkmals sind nicht erhalten. Es wurde in jüngster Zeit mit einem roten Farbanstrich versehen.
Geschlecht, Alter, Familienstand
Stand
Enthaltene Wappen
Langeln
Ottenstein
Groroth
Dargestellte Personen
Johann5) wurde 1502 als Sohn des kurfürstlich-pfälzischen Rittmeisters, Kriegsrates und nassauischen Hofmeisters Ludwig von Hattstein und dessen Gattin Anna, Tochter Johanns von Langeln und der Agnes von Groroth, geboren. Er diente 1530 im Regiment des Johann Hilchen von Lorch6) in Ungarn und stand danach in pfalz-zweibrückischen Diensten als Oberamtmann in Kransberg und Zweibrücken. 1550–54 war er Amtmann in Butzbach und Kransberg, 1569 Amtmann von Königstein. Seine erste Ehe schloss Johann von Hattstein 1533 mit Anna, Tochter des Wolf von Löwenstein zu Steinkallenfels und der Adelheid Beußer von Ingelheim, der Verbindung entstammten vier Kinder7). Seine zweite Ehe ging Johann mit der Witwe des Georg Köppler von Suckwitz ein. Über das Sterbejahr Johanns von Hattstein liegen unterschiedliche Nachrichten vor, zumal vor 1635 Einträge im Kirchenbuch fehlen. Die Angaben variieren zwischen 1569, 1573 und 15748), wobei vermutlich 1573 korrekt ist, da bereits im Januar dieses Jahres Johanns Nachfolger im Amt Königstein, Philipp Wolff von Pfraumheim, tätig wurde; Bucelinus nennt ebenfalls das Sterbejahr 1573.9) Als Bestattungsort wurde von Mielke die Pfarrkirche zu Pfaffenwiesbach ermittelt,10) so dass das vorstehende Grabdenkmal als Hattsteins Kenotaph anzusehen ist.
Sonstiges
Die im Profil dargestellte kniende Figur scheint ihre Blickrichtung zum Altar zu lenken; daher dürfte sie in ihrer ursprünglichen Aufstellung im Chor im Sinne einer Ewigen Anbetung4) konzipiert worden sein.
Nachweise
Fußnoten
- Vgl. Humbracht, Stamm-Tafeln Taf. 36; Mielke, Niederadlige von Hattstein 357, Nr. 18, auch zum Folgenden. Personenzuschreibung und Datierung bei Bildarchiv Foto Marburg sind falsch. ↑
- Zu dessen Epitaph in der Lorcher Pfarrkirche vgl. DI 43 (Rheingau-Taunus-Kreis) Nr. 433. ↑
- Zur unehelichen Tochter, die 1565–76 im unweit gelegenen Zisterzienserinnenkloster Mariä Thron untergebracht war, vgl. Simon, Zisterzienserinnenkloster Thron 241, 245f. ↑
- So Humbracht, Stamm-Tafeln Taf. 36, Mielke, Niederadlige von Hattstein, wie Anm. 6, ebenso; Möller, Stammtafeln [AF] II Taf. LXIII nennt das Sterbejahr 1569. ↑
- Nach Stöhlker 17. ↑
- Mielke, Niederadlige von Hattstein, wie Anm. 6; Stöhlker nahm hingegen die Bestattung in Königstein an. ↑
- Vgl. hierzu Arens, Grabmäler. ↑
Literatur
- Stöhlker, Friedrich: Die Grabsteine der Königsteiner Pfarrkirche. In: Beschreibung und Geschichte , (s. dort), S. 29–38, hier S. 30–32 (erw.) m. Abb. S. 31.
- Stöhlker, Friedrich: Das Grabmal des Johann von Hattstein in der katholischen Pfarrkirche zu Königstein. In: Heimatl. Geschichtsbll. Königstein 2 (1952/3), S. 14–20, hier S. 15 (Abb.).
- Bildarchiv Foto-Marburg, Aufn.-Nr. 159.986 (Foto v. 1975).
- Bode, Helmut: Königstein, Falkenstein im Taunus. Einführung von Helmut Bode, Aufnahmen von Günter Romann, Zeichnungen von J. Romann. Frankfurt 1968, S. 70 (Abb.).
- Bode, Helmut: Königstein im Taunus mit Falkenstein, Schneidhain, Mammolshain und dem Rettershof. Eine Einführung. 2. erw. Aufl. Frankfurt a. M. 1985, S. 82 (Abb.).
Bearbeitung
Indizes
Siehe auch
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Orte
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Personen
Quellen und Materialien
Nachnutzung
Rechtehinweise
Erschließung: Die Rechte liegen bei den Urhebern, vgl. die Angaben im Abschnitt „Bearbeitung“
Abbildung(en): siehe die Angaben beim jeweiligen Digitalisat
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Johann von Hattstein 1573 (?), Königstein“, in: Grabdenkmäler <https://lagis.hessen.de/de/personen/grabdenkmaeler/alle-eintraege/2459_johann-von-hattstein-1573-koenigstein> (aufgerufen am 03.11.2026)
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