Unbekannte Person Hessisch-Lichtenau

Abb. 109 a: Hessisch-Lichtenau, Alter Friedhof, Grabstein N.N. (17. Jh.) – Nr. 269
Merkmale
Datierung
17. Jahrhundert
Typ
Erhaltung
teilweise erhalten
Größe
11 x 24 cm (B x H)
Größe der Buchstaben
ca. 3 cm
Beschreibung
Grabstein. Fragment eines beidseitig beschriebenen Grabsteins. Wenn man davon ausgeht, dass ein bibelnaher Text auf der Rückseite steht, ist eine rechte Kante der Vorderseite mit personenbezogener Inschrift und entsprechend die linke der Rückseite erhalten; dort sieht man eine Leiste und ein entsprechend vertieftes Schriftfeld. Die hier als Vorderseite angenommene Seite ist wegen des schrägen Ausbruchs etwas schmäler. Auf der Vorderseite Inschrift A, auf der Rückseite Inschrift B. Beide eingehauen. Die Textedition folgt hier abweichend vom üblichen Vorgehen den Zeilen der beiden Inschriften.
Aus der Beschriftung ergibt sich, dass der Stein hochrechteckig und ziemlich schmal war und dass die beidseitige Beschriftung offenbar einen lateinischen bibelnahen Text (B) und eine deutsche personenbezogene Inschrift (A) umfasste. Der bibelnahe Text greift weniger Röm 7,25 auf („Gratia Dei per Iesum christum dominum nostrum.“), als vielmehr den Dank des reuigen Sünders nach der Jesaja-Homilie des Origenes (orig. hom. in es. IV,3) bzw. Tertullians Adversus Praxean (Tert. prax. 28,6). Die Anregung zum Zitat dieses Textes stammt aber wohl aus Philipp Melanchthons Wittenberger Vorlesung über das Nizänische Glaubensbekenntnis, in der zur Erlösungsproblematik an Röm 7, 24–25 angeknüpft wird und in der dem zur Inschrift identischen Text AGO voransteht;1) bei seinen Gewährsleuten steht wie hier AGO nach GRATIAS.
Zur Datierung ist daraus wenig zu entnehmen. Der Text ist zu gering und insgesamt zu unauffällig, um über die Spätdatierung hinaus etwas zu sagen. Diese gründet in den flachen Bögen von C und G, dessen kurzer Cauda und den in der Senkrechten angespitzten O.
Nachweise
Fußnoten
- Vgl. Philipp Melanchthon: Enarratio secundae tertiaeque partis Symboli Nicaeni (1550), hg. von Hans-Peter Hasse (Quellen und Forschungen zur Reformationsgeschichte 64). Gütersloh 1996, 110. ↑
Bearbeitung
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Quellen und Materialien
Nachnutzung
Rechtehinweise
Erschließung: Die Rechte liegen bei den Urhebern, vgl. die Angaben im Abschnitt „Bearbeitung“
Abbildung(en): siehe die Angaben beim jeweiligen Digitalisat
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Unbekannte Person Hessisch-Lichtenau“, in: Grabdenkmäler <https://lagis.hessen.de/de/personen/grabdenkmaeler/alle-eintraege/2397_unbekannte-person-hessisch-lichtenau> (aufgerufen am 02.11.2026)
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