Anna Elisabeth Hartung 1674, Reichenbach

Abb. 143: Hessisch-Lichtenau-Reichenbach, Klosterkirche, Grabstein Hartung (1674) – Nr. 202
Standort
Gebäude / Areal
Hessisch Lichtenau-Reichenbach, Klosterkirche
Angaben zum Standort
Aufgestellt an der rechten Seite im Raum hinter dem Westeingang.
Merkmale
Datierung
1674
Typ
Erhaltung
erhalten
Größe
70 x 111 cm (B x H)
Größe der Buchstaben
2,1 cm
Beschreibung
Grabstein der Anna Elisabeth Hartung. Hochrechteckige Platte. Zwischen zwei Pilastern in Flachrelief, die nach oben breiter werden und ein mehrfach abgetrepptes Gebälk tragen, ein erhabenes, rechteckiges, mit einfacher Linie gerahmtes Schriftfeld mit eingehauener Inschrift. Im Sockel ein Totenschädel über gekreuzten Knochen. Unten am Sockel fehlt dem Stein ein Stück, vielleicht war einmal auch ein Giebel vorhanden. Als Trenner Dreiecke auf der Grundlinie, als Kürzungen auch Doppelpunkte aus Dreiecken, Kommata als Interpunktionszeichen.
Geschlecht, Alter, Familienstand
Dargestellte Personen
Conrad Ludolph lebte von 1640 bis 1717 und war vom 30. 12. 1664 an vier Jahre Adjunkt, dann Pfarrer in Reichenbach. Sein Geburtsjahr ist aus einem Verzeichnis erschlossen, das er 1701 angelegt hat.1) Seine Eltern waren Johannes Ludolph (†9. 5. 1683) und Anna Ludolph (†10. 4. 1676).2) Verheiratet war er zuerst mit Anna Elisabeth Hartung,3) als deren Geburtsjahr sich aus dieser Inschrift 1649 ergibt. Sie war die Tochter seines Amtsvorgängers Magnus Hartung.4) Mit ihr hatte er drei Kinder: Johann Engelhard (getauft 5. 12. 1667), Anna Martha (*20. 7. 1670) und Caspar (*26. 1. 1673).5) Dieser erscheint im Jahr 1700 als „Diener des göttlichen Worts zu Laudenbach, Üngsteroda und Haußen“.6) Seine Dienstzeit dort währte von 1697 bis 1715.7) Zur zweiten Ehe des Conrad Ludolph und weiteren Kindern s. Kat.-Nr. 250.
Inschrift
Umschrift
A(NN)O8 . 1674 DEN 2 . t(en)9 . IVLII / ZWISCH⌣EN 11 VN⌣D 12 VH⌣R /
AM TAGE, IST DIE EH⌣R, V(ND) / TVGENDREICH⌣E FRAW AN=/NA
ELSEBET⌣HA HARTVN=/GIN EH⌣REN10 CON⌣RADI LVDOL=/PHI
PFARRES11 ALHIERO EH=/LICH⌣E HA⌣VSFRA⌣W IN GOT⌣T / S(ELIG)
EN⌣TSCH⌣LAFFE(N), IH⌣RES12 / ALTERS 24 . IAH⌣R 43 . WO=/CH⌣EN
GOT⌣T VERLEIH⌣E IH⌣R / EIN⌣E FRÖLICH⌣E AUFER=/STEH⌣U⌣NG13 .
Schrift
Nachweise
Fußnoten
- Landeskirchenamt Kassel, Archiv Martin-Bucer-Haus, Gesamtkonsistorium Kassel, Spezialakten Nr. 618. Das Verzeichnis ist wiedergegeben von Agnes Huck in Chronik Wickersrode 135–139. Die Einleitung enthält einige biographische Aussagen: „Specification Der pfarrbesoldung zu Reichenbach Ampts Lichtenaw . . . verzeichnet Durch Conradum Ludolphum, pfarrer zu Reichenbach. Im Jahr Christi 1701. Inventarium der Pfarr Reichenbach. Pfarrer daselbsten ist Conradt Ludolph Reichenbacensis Hassus AEtat. 60. Anno 1664 den 29tag Novembris bin ich von der Theologischen Facultät zu Marburg Examiniret undt darauf gleichfalß den 29tag Decembris von Hoch Fürstlichem Consistorio zu Caßel Examiniret, undt den 30ten Decembris ordiniret, und anhero naher Reichenbach zum Adjuncto bestellet worden. Mein Antecessor Ehrn M. Magnus Hartung, hat balt nach der Adjunction ein gantz Canonicat auf sein unterthäniges ansuchen erhalten. 4 Jahr lang habe ich als ein Adjunctus an dießem ort gestanden; nachgehens aber 30 Jahr dießem mühseeligen ort allein bedienet. Vor 2 jahren ist mir, auf mein unterthäniges nachsuchen, mein Eidam Ehren Theodorus Neuberus Rottenburgensis Hassus zum Adjuncto beygegeben worden, dessen alter ist 30 jahr.“ (Text nach Huck). ↑
- Namen und Sterbedaten der Eltern nach KB Reichenbach Def 37 und 148. ↑
- Konrad Ludolph (1622 Reichenbach b. Hessisch Lichtenau – 6 NOV 1717) ∞ Elisabetha Hartung (1649 Reichenbach b. Hessisch Lichtenau – 2 JUL 1674 Reichenbach b. Hessisch Lichtenau). Im KB Reichenbach sind der Sterbetag und die Beerdigung eingetragen. ↑
- s. die Liste der Reichenbacher Pfarrer in Chronik Reichenbach 59. ↑
- s. KB Reichenbach. Auch die Konfirmation dieser Kinder ist eingetragen (ID 72, 79, 86, 115). ↑
- So bezeichnet er sich in der Leichenpredigt für Bodo von Bodenhausen, s. u. a. SLUB Dresden, 1.B.8629, angebunden 41 ff., auch Kat.-Nr. 230. ↑
- s. Grimmell 2 Anm. 4. ↑
- Kürzungszeichen: Querstrich/Nasalstrich über A. ↑
- Ordnungszahlenkürzel, bestehend aus einem lateinischen Kreuz und einem Haken für t mit Kürzung, zwischen Punkten. ↑
- EHREN für Herr, kein Drehfehler, s. DWB s. v. EHR, m. und zur Flexion s. v. ER (Bd. 3, Sp. 693). ↑
- Sic! ↑
- S aus einem E korrigiert. ↑
- Zeile zentriert. Ein zweifacher Nexus mit der Notlösung eines U aus zwei Hasten und einem fast geraden, sehr weit unten ansetzenden Verbindungsbogen. ↑
Bearbeitung
Siehe auch
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Orte
Personen
Quellen und Materialien
Nachnutzung
Rechtehinweise
Erschließung: Die Rechte liegen bei den Urhebern, vgl. die Angaben im Abschnitt „Bearbeitung“
Abbildung(en): siehe die Angaben beim jeweiligen Digitalisat
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Anna Elisabeth Hartung 1674, Reichenbach“, in: Grabdenkmäler <https://lagis.hessen.de/de/personen/grabdenkmaeler/alle-eintraege/2363_anna-elisabeth-hartung-1674-reichenbach> (aufgerufen am 02.11.2026)
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