Apel von Berlepsch 1570, Witzenhausen

Abb. 42: Witzenhausen, Liebfrauenkirche; Grabplatte Apel von Berlepsch (1570) – Nr. 56
Standort
Gebäude / Areal
Witzenhausen, Liebfrauenkirche
Angaben zum Standort
Vom Altar aus gesehen die zweite in der Vierergrabstätte
Beschreibung
Grabplatte des Apel von Berlepsch. Hochrechteckige Platte.
Die erste Platte zeigt einen Mann in Rüstung. Um einen Bruder Apels, wie Eckhardt vermutet,2) kann es sich nicht handeln; das beweisen die vier Wappen in den Ecken der Platte:
links Weitershausen, Knigge; rechts ein noch nicht identifiziertes Wappen (quadriert: 1. u. 4. von Zahnschnitt geteilt; 2. u. 3. zwei Wimpel gegeneinandergestellt) und das Wappen Pflug. Nach deren Zeugnis war dieser Verstorbene ein Sohn eines Weitershausen und einer Unbekannten; das Wappen kehrt wieder als sechstes der Apelschen Ahnenprobe auf dem Epitaph (vgl. Kat.-Nr. 73). Eine Inschrift war wohl nicht vorhanden, der Platz dafür fehlt. Es ist unwahrscheinlich, dass diese Ahnenprobe eine Verbindung zu Apels Urgroßmutter Christine von Weitershausen herstellt, dann müssten drei Wappen des Epitaphs aus der Ebelebischen Stammfolge gelöst und weit in den Berlepschen Stammbaum zurückgeführt werden. Da dieses Grab näher am Altar liegt, ist es wohl früher angelegt worden als das Apels von Berlepsch. Auffällig ist, dass das Schwert des unbekannten Verstorbenen und auch sein linker Ellenbogen über seine Grabplatte hinaus auf den Rand der Grabplatte Apels von Berlepsch fortgesetzt sind und das obere linke Wappen von dessen Platte auf den Rand der Platte des Unbekannten übergreift. Das deutet darauf hin, dass beide Gräber gleichzeitig eine gemeinsame Platte bekamen.
Umlaufende, an den Ecken von Vollwappen unterbrochene Inschrift, von der nur an der rechten Langseite noch Teile erhalten sind. Auf der Platte Liegefigur des Verstorbenen in voller Rüstung, Halbrelief, die Hände an Dolch und Schwert, der Helm zwischen den Füßen. Inschrift erhaben in vertiefter Zeile.
Geschlecht, Alter, Familienstand
Stand
Enthaltene Wappen
Berlepsch
Ebeleben
Oldershausen
Löser
Dargestellte Personen
Die Identifizierung des Verstorbenen kann aufgrund der Wappen und des in der Inschrift erkennbaren Sterbemonats nicht zweifelhaft sein, und so kann die Inschrift an den beiden Schmalseiten und der linken Langseite mit hoher Wahrscheinlichkeit wie vorgeschlagen ergänzt werden.
Apel von Berlepsch, †26. Oktober 1570, war ein Sohn des Hans von Berlepsch, der Luther auf der Wartburg Zuflucht gewährte. Er war Hessischer Geheimer Rat und Oberamtmann von Katzenelnbogen und mit Margarethe Susanne von der Tann verheiratet.7)
Sonstiges
Die Platten dieser Grabstätte sind bei der Erneuerung des Kirchenfußbodens ausgespart worden, scheinen aber stellenweise ausgebessert worden zu sein.
Buchstaben mit dreieckigen Sporen, O mit Spitzen und Bogenverstärkungen, S mit Verstärkung des Mittelteils und keilförmigen Bogenenden.
Nachweise
Fußnoten
Bearbeitung
Indizes
Siehe auch
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Personen
Quellen und Materialien
Nachnutzung
Rechtehinweise
Erschließung: Die Rechte liegen bei den Urhebern, vgl. die Angaben im Abschnitt „Bearbeitung“
Abbildung(en): siehe die Angaben beim jeweiligen Digitalisat
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Apel von Berlepsch 1570, Witzenhausen“, in: Grabdenkmäler <https://lagis.hessen.de/de/personen/grabdenkmaeler/alle-eintraege/2318_apel-von-berlepsch-1570-witzenhausen> (aufgerufen am 02.11.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
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