Maria Homberg 1611, Schenklengsfeld

Abb. 204: Maria Homberg 1611, Schenklengsfeld – Nr. 289
Standort
Gebäude / Areal
Schenklengsfeld, Evangelische Kirche.
Angaben zum Standort
Die Platte aus hellem Sandstein steht heute innen an der Südwand des Langhauses.
Merkmale
Datierung
1611
Typ
Material
Erhaltung
erhalten
Größe
75 x 195 cm (B x H)
Größe der Buchstaben
9,5 cm
Beschreibung
Grabplatte der Maria Homberg. Die Grabinschrift (A) läuft zwischen Linien auf dem Rand um. Im Feld ist oben und unten je ein Wappen angebracht, dazwischen befindet sich das Bibelzitat (B). Beide Inschriften sind in erhabenen Buchstaben ausgeführt, die Wappenschilde als Kontur, die Bilder als Vollrelief auf den Plattenhintergrund aufgelegt. An der oberen linken Ecke ist die Platte beschädigt, rechts und unten ist die erhabene Begrenzungslinie weggebrochen.
Geschlecht, Alter, Familienstand
Enthaltene Wappen
Homberg
Dargestellte Personen
Elias Homberg, promovierter Jurist(?) und 1613 als Hersfelder Amtmann belegt, war zugleich Obervogt an der Werra,4) heiratete 1613 Elisabeth, Tochter des in demselben Jahr verstorbenen Dr. Hermann Lersner, Vizekanzler der Universität Marburg und hessischer Diener,5) also nach gehöriger Trauerzeit. Homberg stand schon länger in Diensten des Landgrafen Moritz und tätigte für diesen diverse Ankäufe von Musikalien, Büchern und sogar Pferden.6) Die in der Inschrift genannte Funktion als Obervogt an der Fulda ist nicht belegt, doch Rat und Obervogt an der Werra und auch Amtmann von Hersfeld muß Homberg schon länger gewesen sein, sonst hätte er kaum Maria, die Tochter des Landecker Amtmanns und Hersfelder Kammermeisters Johann Balthasar Meckbach 1595 heiraten können; nur aus dieser Verbindung gingen zwei Kinder hervor.7) Elias war immerhin der Neffe des Tobias Homberg, Lehrmeister des Landgrafen Moritz des Gelehrten.8) In Schenklengsfeld stand der Homberger Hof.9)
Sonstiges
Die Schrift ist den Fährnissen erhabener Buchstaben unterworfen, blieb aber weitgehend lesbar. Auffällig ist der Buchstabe B mit sich nicht berührenden Bögen; dieses Phänomen betrifft in eingetieften Schrift sonst auch das R, hier aber nicht.
Inschrift
Umschrift
Schrift
Nachweise
Fußnoten
- Vgl. Ziegler, Territorium 175; Körner, Frankfurter Patrizier 174. ↑
- Vgl. Gundlach, Zentralbehörden III 149f. mit Anm. 8; auch Acta in Sachen die Fürstliche Marpurgische Succession belangendt, 80. ↑
- Vgl. Zulauf, Beiträge 93; Lemberg, Juliane Landgräfin 70. ↑
- Nach Strieder, Grundlage VI 164; vgl. auch Schimmelpfennig, Familie Meckbach 69. ↑
- Ebd. VI 118. ↑
- Vgl. Lerch, Amt Landeck 176. ↑
- Das Wort ist in größeren Buchstaben ausgeführt. ↑
- PsH 31,15. ↑
Bearbeitung
Indizes
Wappen
Siehe auch
Weitere Angebote in LAGIS (Standort)
Orte
- Hessische Flurnamen
- Historische Kartenwerke
- Jüdische Friedhöfe
- Historisches Ortslexikon
- Synagogen in Hessen
- Topografische Karten
Personen
Quellen und Materialien
Nachnutzung
Rechtehinweise
Erschließung: Die Rechte liegen bei den Urhebern, vgl. die Angaben im Abschnitt „Bearbeitung“
Abbildung(en): siehe die Angaben beim jeweiligen Digitalisat
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Maria Homberg 1611, Schenklengsfeld“, in: Grabdenkmäler <https://lagis.hessen.de/de/personen/grabdenkmaeler/alle-eintraege/2293_maria-homberg-1611-schenklengsfeld> (aufgerufen am 02.11.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
https://lagis.hessen.de/resolve/de/gdm/2293