Priester Gawolf 10. Jahrhundert, Hersfeld

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Ortsname
Bad Hersfeld
Topografische Karten
KDR 100, TK25 1900 ff.

Standort

Gebäude / Areal

Bad Hersfeld, Stiftsruine.

Merkmale

Datierung

10. Jahrhundert

Typ

Erhaltung

erhalten

Größe

51 x 19 cm (B x H)

Größe der Buchstaben

4,5 cm

Beschreibung

Memorienstein des Priesters Gawolf. Der graue Quaderstein ist in der Krypta im östlichen Blendbogen der Südwand in Zweitverwendung (auf dem Kopf stehend) vermauert. Die Inschrift ist in zwei Zeilen angebracht. Als Worttrenner dienen Dreiecke. Auf der linken Seite des Steins ist ein Stück abgebrochen.
Die Buchstaben der Kapitalis sind im wesentlichen gleichstrichig ausgeführt. Das A ist spitz, die Balken des E sind gleich lang, der Mittelteil des M reicht fast bis auf die Grundlinie, der Schrägschaft des N ist leicht eingezogen und das O ist nicht kreisrund. Die Sporen an den Schaft- und Balkenenden sind zumeist als Dreiecke ausgeprägt. Die Buchstabenformen der Inschrift entsprechen somit nicht mehr denjenigen entwickelter karolingischer Inschriften zwischen etwa 830 und 8801) und lassen sich im Duktus eher mit der Inschrift des 938 verstorbenen Mönchs Meginbrath in der Krypta der Fuldaer Michaelskirche vergleichen.2) Auch das verwendete Formular, das sich erstmals in der zweiten Hälfte des 9. Jahrhunderts ohne Verbindung zu einem weiteren Text nachweisen läßt, und dann im 10. Jahrhundert häufiger vorkommt, spricht für eine Entstehung der Inschrift im 10. Jahrhundert.3) Nach dem Brand der Hersfelder Kirche 1037 oder 1038 wurde der Stein offenbar beim anschließenden Neubau als Baumaterial verwendet.4)

Geschlecht, Alter, Familienstand

Stand

Inschrift

Umschrift

[I]N5 VI ◦ IDVS NOVEM(BRIS) ◦ / GAVVOLF6 P(RESBITER) E(T)
M(ONACHVS) OB(IIT) ◦

Übersetzung

Am 6. Tag vor den Iden des November (8. November) starb Gawolf, Priester und Mönch.

Schrift

Nachweise

Fußnoten

  1. Scholz, Karolingische Buchstaben passim. ↑
  2. Sturm, Bau- und Kunstdenkmale der Stadt Fulda 29 mit Abb. ↑
  3. Vgl. Nr. 4 mit Anm. 11. ↑
  4. Bei einer Datierung ins 9. Jh. wurde dieser Gedanke schon von Meyer vorgebracht. ↑

Literatur

Bearbeitung

Nachnutzung

Rechtehinweise

Erschließung: Die Rechte liegen bei den Urhebern, vgl. die Angaben im Abschnitt „Bearbeitung“
Abbildung(en): siehe die Angaben beim jeweiligen Digitalisat

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Priester Gawolf 10. Jahrhundert, Hersfeld“, in: Grabdenkmäler <https://lagis.hessen.de/de/personen/grabdenkmaeler/alle-eintraege/2243_priester-gawolf-10-jahrhundert-hersfeld> (aufgerufen am 02.11.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

https://lagis.hessen.de/resolve/de/gdm/2243