Priester Gawolf 10. Jahrhundert, Hersfeld

Abb. 8: Priester Gawolf 10. Jahrhundert, Hersfeld – Nr. 14
Merkmale
Datierung
10. Jahrhundert
Typ
Erhaltung
erhalten
Größe
51 x 19 cm (B x H)
Größe der Buchstaben
4,5 cm
Beschreibung
Memorienstein des Priesters Gawolf. Der graue Quaderstein ist in der Krypta im östlichen Blendbogen der Südwand in Zweitverwendung (auf dem Kopf stehend) vermauert. Die Inschrift ist in zwei Zeilen angebracht. Als Worttrenner dienen Dreiecke. Auf der linken Seite des Steins ist ein Stück abgebrochen.
Die Buchstaben der Kapitalis sind im wesentlichen gleichstrichig ausgeführt. Das A ist spitz, die Balken des E sind gleich lang, der Mittelteil des M reicht fast bis auf die Grundlinie, der Schrägschaft des N ist leicht eingezogen und das O ist nicht kreisrund. Die Sporen an den Schaft- und Balkenenden sind zumeist als Dreiecke ausgeprägt. Die Buchstabenformen der Inschrift entsprechen somit nicht mehr denjenigen entwickelter karolingischer Inschriften zwischen etwa 830 und 8801) und lassen sich im Duktus eher mit der Inschrift des 938 verstorbenen Mönchs Meginbrath in der Krypta der Fuldaer Michaelskirche vergleichen.2) Auch das verwendete Formular, das sich erstmals in der zweiten Hälfte des 9. Jahrhunderts ohne Verbindung zu einem weiteren Text nachweisen läßt, und dann im 10. Jahrhundert häufiger vorkommt, spricht für eine Entstehung der Inschrift im 10. Jahrhundert.3) Nach dem Brand der Hersfelder Kirche 1037 oder 1038 wurde der Stein offenbar beim anschließenden Neubau als Baumaterial verwendet.4)
Geschlecht, Alter, Familienstand
Stand
Inschrift
Umschrift
Übersetzung
Am 6. Tag vor den Iden des November (8. November) starb Gawolf, Priester und Mönch.
Schrift
Nachweise
Fußnoten
Literatur
- Meyer, W., Die Schriftquellen zur Baugeschichte der Hersfelder Stiftskirche, in: Mein Heimatland. Zeitschrift für Geschichte, Volks- und Heimatkunde, Beilage der Hersfelder Zeitung 5 (1921/22), Nr. 1, 3; Nr. 2, 1–3, hier Nr. 1, 3.
- Vonderau, J., Die Ausgrabungen an der Stiftskirche zu Hersfeld in den Jahren 1921 und 1922 (Veröff. d. Fuldaer Geschichtsvereins 18), Fulda 1925, S. 36 mit Abb. XXXVIII.
- Hörle, J., Das Lullusgrab und die anderen Gräber im Stift bis 1500, in: Die Stiftsruine 2. Zeitschrift für Vorgeschichte, Geschichte, Volkstums- und Heimatkunde 31, Nr. 5 (1941), S. 33–37, hier S. 35.
- Großmann, D., Die Abteikirche zu Hersfeld, Kassel 1955, Abb. Taf. 4,2.
- Bramm, O., HARTVVIN … NIAS. Zwei neuentdeckte Steininschriften im Gemäuer unserer Stiftsruine vom Beginn des neunten Jahrhunderts, in: HJH 1957, 14–17, hier S. 15.
- Bramm, O., Ein neuer Inschriftenstein im Gemäuer der Stiftsruine zu Bad Hersfeld, in: Hess. Heimat 20 (1970), S. 62–64 und 101, hier S. 62.
- „...hawolf (Richawolf ?) 9.–10. Jahrhundert, Hersfeld“, in: Grabdenkmäler
- Scholz, S., Bedeutung und Möglichkeiten der Inschriftenpaläographie am Beispiel Hersfelder Inschriften, in: Archiv f. Diplomatik 59 (2013), S. 534–554, hier S. 540 m. Abb. 2.
Bearbeitung
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Nachnutzung
Rechtehinweise
Erschließung: Die Rechte liegen bei den Urhebern, vgl. die Angaben im Abschnitt „Bearbeitung“
Abbildung(en): siehe die Angaben beim jeweiligen Digitalisat
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Priester Gawolf 10. Jahrhundert, Hersfeld“, in: Grabdenkmäler <https://lagis.hessen.de/de/personen/grabdenkmaeler/alle-eintraege/2243_priester-gawolf-10-jahrhundert-hersfeld> (aufgerufen am 02.11.2026)
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