Siegfried von Lindau 1359, Wiesbaden-Klarenthal
Standort
Angaben zum Standort
Außerhalb der Kirche (extra templum) an der Stelle des früheren Kreuzganges.
Heutiger Aufbewahrungsort
Beschreibung
Zwei Wappen mitgeteilt.
Geschlecht, Alter, Familienstand
Stand
Enthaltene Wappen
Lindau
Dargestellte Personen
Ritter Siegfried von Lindau.
Humbracht verzeichnete noch ungenau einen frühen Siegfried als Sohn eines 1298 erwähnten Konrad von Lindau.3) Der hier gemeinte Siegfried wird bei Möller 1313-21 als Edelknecht, 1326-50 als Ritter und als ein Sohn eines Siegfried verzeichnet; dieser war mit einer Katharina verheiratet und starb wohl vor 1316.4) Der jüngere Siegfried war verheiratet mit Irmengard, Tochter Heilmanns von Bommersheim-Praunheim. 1326 bei der Grenzfestlegung zwischen Klarenthal und Wiesbaden als Zeuge belegt,5) pflegte er zeit seines Lebens enge Beziehungen zum Kloster Klarenthal. Dort stiftete er ein Jahr vor seinem Tode für sich und seine Nachkommen eine Grabkapelle mit der Auflage, daß in dieser Kapelle nur Angehörige der Familie von Lindau bestattet werden dürften. Ferner vermachte er dem Konvent eine jährliche Gülte von 22 1/2 Pfund Heller zu seinem Seelgerät und zur Pitanz und verpflichtete den Konvent zu einer täglichen Messe in seiner Kapelle.6)
Im Nekrolog sind insgesamt 18 Mitglieder der Familie von Lindau nachgewiesen.7) Zum 22. April ist Siegfried im Klarenthaler Nekrolog verzeichnet.8)
Inschrift
Umschrift
+ Anno domini m ccc lix in die paraceues obiit dominus Sifridus miles de Lindaw cuius anima requiescat in sancta pace amen.
Übersetzung
Im Jahre des Herrn 1359, am Karfreitag (19. April) starb Herr Siegfried Ritter von Lindau, dessen Seele im heiligen Frieden ruhe, Amen.
Kommentar
Nach Helwich.
Nachweise
Fußnoten
- Humbracht Taf. 286. ↑
- Möller, Stammtafeln NF II Taf. LXIV. Nicht zu entscheiden ist, ob es sich bei dem zum 1. Januar eines nicht genannten Jahres im Klarenthaler Nekrolog eingetragenen Syfridus de Lindav und seine Ehefrau Katharina um diesen Siegfried handelte oder um den Großneffen des Verstorbenen, nämlich um den wohl vor 1418 verstorbenen, ehemaligen Rheingauer Viztum (vgl. zu diesem Witte, Herrschaft 229 Nr.33), dessen Ehefrau Katharina von Erligheim war und der als Stifter von Glasfenstern in Wiesbaden-Frauenstein belegt ist. ↑
- Czysz, Klarenthal 142. ↑
- HHStAW 18/50 zu 1358 März 27; Langkabel, Das Kloster Klarenthal 25.; Czysz, Klarenthal 142. ↑
- Otto, Necrologium 111f. ↑
- Ebd. 62 Nr. 162. ↑
Literatur
- Helwich, Syntagma 135
- Otto, Clarenthaler Studien II:Grabdenkmäler 48 (nach Helwich).
Bearbeitung
Die Inschriften der Stadt Wiesbaden. Gesammelt und bearbeitet von Yvonne Monsees, unter Mitarbeit von Rüdiger Fuchs (Die Deutschen Inschriften 51), 2000, S. 19, Nr. 18.
Siehe auch
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Orte
Quellen und Materialien
Nachnutzung
Rechtehinweise
Erschließung: Die Rechte liegen bei den Urhebern, vgl. die Angaben im Abschnitt „Bearbeitung“
Abbildung(en): siehe die Angaben beim jeweiligen Digitalisat
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Siegfried von Lindau 1359, Wiesbaden-Klarenthal“, in: Grabdenkmäler <https://lagis.hessen.de/de/personen/grabdenkmaeler/alle-eintraege/2114_siegfried-von-lindau-1359-wiesbaden-klarenthal> (aufgerufen am 03.11.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
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