Hanemann genannt Herold 1340, Wiesbaden-Klarenthal

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Landkreis
Wiesbaden, Stadt
Topografische Karten
KDR 100, TK25 1900 ff.

Standort

Angaben zum Standort

Wohl auf der Südseite des Kirchenschiffs ("a dextris inscriptio tumuli").

Heutiger Aufbewahrungsort

Merkmale

Datierung

1340

Typ

Erhaltung

verloren

Beschreibung

Grabplatte. Ein Wappen.

Geschlecht, Alter, Familienstand

Stand

Enthaltene Wappen

Herold.1)#In Rot ein beiderseits gestufter silberner Schrägfaden.

Dargestellte Personen

Hanemann genannt Herold.
Der 1318 als Ratsherr in der Reichsstadt Oppenheim nachgewiesene Hanemann Herold stiftete laut Klarenthaler Nekrologeintrag zum 23. November zu seinem eigenen Seelenheil, dem seiner zuvor verstorbenen Ehefrau Elisabeth, dem seiner beiden Töchter und dem aller Eltern jährlich mehr als acht Malter Weizen, sechs Pfund Heller und acht Kapaunen.2)
Die Schöffen- und Ratsherrenfamilie Herold war an den Stiftungen von Fenstern in der Oppenheimer Katharinenkirche beteiligt. Das Familienwappen erscheint dort dreimal als Bestandteil der um 1332/33 entstandenen sogenannten Ratsrose, mit dem sich die Oppenheimer Ratsherren als Stifter ein Denkmal setzten.3) Das Wappen sitzt auch im Fundatorenfenster des Chores über zwei Stifterfiguren,4) die vielleicht Hanemann und seine Ehefrau Elisabeth darstellen. Bei den Figuren dieses Fensters dürfte es sich nach Rauch um die Fundatoren der Klerikergemeinschaft des Katharinenstifts gehandelt haben, die sich mit der Darstellung ihrer Wappen und Abbilder eine andauernde memoria schufen.5)
Weitere Familienmitglieder sind für Oppenheim belegt, so 1348 Henricus dictus Herult, oppidanus oppinheimensis und 1408 ein Peter Herold als Schöffe in Oppenheim.6) Ein Mitglied der Familie, Johannes Herold, der am 5. August 1358 verstarb, wurde in Mainz bestattet.7)

Inschrift

Umschrift

+ Anno domini m ccc xl in die sanctae Catharinae virginis obiit Hanemannus dictus Herolt ciuis in Oppenheim cuius anima requiescat in sancta pace amen.

Übersetzung

Im Jahre des Herrn 1340, am Tag der heiligen Jungfrau Katharina (25. November) starb Hanemann genannt Herold, Bürger in Oppenheim, dessen Seele im heiligen Frieden ruhe, Amen.

Kommentar

Nach Helwich.

Nachweise

Fußnoten

  1. Vgl. Otto, Necrologium 95 Nr. 432. ↑
  2. Vgl. Möller, Wappen 114 und 123; Rauch, Memoria und Macht, Farbtaf. 4 und 212ff. sowie 70 allgemein zur Stiftertätigkeit der Familie Herold. ↑
  3. Rauch, ebd. 133f., 140 3b und Abb. 14. ↑
  4. Ebd. 83 und 134. ↑
  5. Möller, wie Anm. 3. ↑
  6. Vgl. DI 2 (Mainz) Nr. 740. ↑

Literatur

  • Helwich, Syntagma 131
  • Otto, Clarenthaler Studien II 44 (nach Helwich).

Bearbeitung

Die Inschriften der Stadt Wiesbaden. Gesammelt und bearbeitet von Yvonne Monsees, unter Mitarbeit von Rüdiger Fuchs (Die Deutschen Inschriften 51), 2000, S. 16 f., Nr. 15.

Indizes

Sachbegriffe

Wappen

Nachnutzung

Rechtehinweise

Erschließung: Die Rechte liegen bei den Urhebern, vgl. die Angaben im Abschnitt „Bearbeitung“
Abbildung(en): siehe die Angaben beim jeweiligen Digitalisat

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Hanemann genannt Herold 1340, Wiesbaden-Klarenthal“, in: Grabdenkmäler <https://lagis.hessen.de/de/personen/grabdenkmaeler/alle-eintraege/2112_hanemann-genannt-herold-1340-wiesbaden-klarenthal> (aufgerufen am 03.11.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

https://lagis.hessen.de/resolve/de/gdm/2112