Abt Valentin Molitor aus Rauenthal 1618, Eberbach

Abt Valentin Molitor aus Rauenthal 1618, Eberbach
Standort
Angaben zum Standort
Seit 1936 im Boden der fünften Südkapelle des Langhauses (Plan Äbte Nr. 21).
Heutiger Aufbewahrungsort
Merkmale
Datierung
1618
Typ
Material
Erhaltung
erhalten
Größe
110.5 x 248 cm (B x H)
Größe der Buchstaben
7 cm
Beschreibung
Schmale Platte mit der halbreliefierten Figur des Verstorbenen in eingetieftem Feld. Der Abt ist bekleidet mit langer, enggefältelter Kukulle, die die Schuhe freiläßt, in den Händen trägt er Regelbuch, Rosenkranz und Stab. Der Kopf ist hinterfangen von einer mit Rollwerk verzierten Muschel. Oben befinden sich links das Zisterzienser- bzw. Abtswappen und rechts das persönliche Wappen des Abtes mit seinen Initialen. Über dem Scheitel der Muschel sitzt ein Totenschädel, der von einem geflügelten Puttenkopf überragt wird. Auf dem Rand der Platte läuft die Grabinschrift ohne Linien um. Einige Abplatzungen und stärkere Verwitterungen im Randbereich.
Geschlecht, Alter, Familienstand
Stand
Enthaltene Wappen
Zisterzienser/Abt; Molitor (Initiale M(OLITOR), im Mittelteil des M Schaft mit Kopfkreuzsprosse, neben dem Schaft Initale V(ALENTIN)).
Dargestellte Personen
Abt Valentin Molitor aus Rauenthal.
Valentin I. Molitor wurde um 1563 in Rauenthal geboren. Sein Werdegang innerhalb des Eberbacher Konvents ist unbekannt. Auf ihn einigten sich die Mönche nach dem Tod des Abtes Philipp Sommer (Nr. 537) in der Wahl vom 25. Juni 1600.1) Unter Molitors Abbatiat erfolgten Visitationen des Erzbischofs und des Generalkapitels.2) Abt Valentin war es auch, der dem Mainzer Erzbischof und Herzog Wilhelm von Bayern zwischen 1608 und 1613 einige Reliquien schenkte, womit er sich offenbar das Wohlwollen beider erwarb.3) Unter seiner Leitung wurden Erneuerungsarbeiten innerhalb der Abtei durchgeführt und u.a. ein neuer Hochaltar angefertigt, dessen Inschrifttafeln erhalten sind (Nr. 565). Molitors 1617 einsetzende, nicht näher bekannte Erkrankung führte dann zu Jahresbeginn 1618 zum Tod. Den tief betrauerten Verlust für den Konvent schildert eine offenbar nicht inschriftlich ausgeführte Elegie auf den Tod des Abtes in zeittypisch ausführlicher und eindringlicher Weise.4)
1) Nachlaß Rössel, Ms. Bär 317, auch zum folgenden.
2) Ebd.
3) Ebd. 326.
4) Catalogus abbatum, ed. Roth, Geschichtsquellen III 144-146, IV 136-138; erw. bei Bär, Eberbach I 65.
Inschrift
Umschrift
A(NN)O) D(OMI)NI M D C XVIII XIIII KAL(ENDAS) FEB(RVARII) / OBYT ADMODVM R(EVEREN)D(VS) IN CHR(IST)O PATER AC D(OMI)N(V)S D(OMINVS) VALENTIN(VS) DE RAVENTHAL HVI(VS) NO(MIN)IS / PRIM(VS) ABBAS EBIRBACENS(IS) VIGI[L/ANTI]SSIM(VS) NVMERO XXXV CVI(VS) ANIMA AETERNA FRVATVR REQVIE AMEN
Übersetzung
Im Jahre des Herrn 1618, am 14. Tag vor den Kalenden des Februar (19. Januar) starb der ehrwürdigste Vater in Christo und Herr, Herr Valentin von Rauenthal, der erste dieses Namens, und überaus sorgsamer 35. Abt von Eberbach, dessen Seele die ewige Ruhe genießen möge. Amen.
Schrift
Nachweise
Literatur
- Helwich, Syntagma 181
- Catalogus fol. 69v, ed. Roth, Geschichtsquellen III 143
- Roth, Geschichtsquellen III 271.
Bearbeitung
Die Inschriften des Rheingau-Taunus-Kreises. Gesammelt und bearbeitet von Yvonne Monsees (Die Deutschen Inschriften 43), 1997, S. 454 f., Nr. 575.
Indizes
Sachbegriffe
Nachnutzung
Rechtehinweise
Erschließung: Die Rechte liegen bei den Urhebern, vgl. die Angaben im Abschnitt „Bearbeitung“
Abbildung(en): siehe die Angaben beim jeweiligen Digitalisat
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Abt Valentin Molitor aus Rauenthal 1618, Eberbach“, in: Grabdenkmäler <https://lagis.hessen.de/de/personen/grabdenkmaeler/alle-eintraege/2074_abt-valentin-molitor-aus-rauenthal-1618-eberbach> (aufgerufen am 02.11.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
https://lagis.hessen.de/resolve/de/gdm/2074