Abt Philipp Sommer aus Kiedrich, vor 1600, Eberbach

19378F4F-88AF-441E-BC79-64A0466C0DEA
Ortsname
Eberbach
Topografische Karten
KDR 100, TK25 1900 ff.

Standort

Angaben zum Standort

Heute in den Boden der fünften Südkapelle des Langhauses eingelassen (Plan Äbte Nr. 19).

Heutiger Aufbewahrungsort

Merkmale

Datierung

vor 1600

Typ

Material

Erhaltung

erhalten

Größe

101 x 255 cm (B x H)

Größe der Buchstaben

6 cm

Beschreibung

Im eingetieften Feld der Platte die Figur des Abtes im Ordenskleid, mit Regelbuch und Stab unter einer Rundbogennische. In den oberen Zwickeln Vanitassymbole: links eine Sanduhr vor gekreuzten Knochen, rechts ein Schädel mit Sense und Spaten. Zu Füßen der Figur ein kleines Abtswappen und darunter zwischen den Schuhen des Abtes Initialen (B). Auf dem Plattenrand läuft die Grabinschrift (A) ohne Linien um, insgesamt guter Erhaltungszustand.
Offenbar 'wurde die Grabplatte noch zu Lebzeiten des Abtes angefertigt, da das Todesdatum eindeutig nachgetragen wurde. Ob es sich bei den Initialen um eine verschriebene Wappenbeischrift1) oder gar um eine Künstlersignatur, das wäre dann die erste und einzige bei Eberbacher Abtsgrabplatten, handelt, ist nicht zu entscheiden.

Geschlecht, Alter, Familienstand

Stand

Enthaltene Wappen

Sommer (ein sechsstrahliger Stern).

Dargestellte Personen

Abt Philipp Sommer aus Kiedrich.
Der aus Kiedrich stammende Philipp Sommer war 1554 Bursenschreiber, 1558 Prior und stand sehr • wahrscheinlich zwischen 1563 und 1565 der Burse vor, bis er 1569 als Syndicus des Eberbacher Hofes in Limburg tätig wurde.2) 1571 folgte er Johann VI. auf den Abtsstuhl.3) Nach 29 Amtsjahren starb er bei einem Aufenthalt auf der Grangie Drais.4)
1) Unterstellt man eine Auflösung zum Namen des Abtes (etwa S(OMMER) P(HILIPP)), verwundert aber deutliches B statt P.
2) Schnorrenberger 123, 126; 122 mit Anm. 10.
3) Ebd. 122.
4) Nachlaß Rössel, Ms. Bär 314 f.; vgl. Catalogus fol. 106v, dort ohne Inschriftzitat.

Inschrift

Umschrift

A REVERE(N)D(VS) · IN · CHR(IST)O P(ATE)R · AC · D(OMI)N(VS) · / D(OMINVS) · PHILIPP(VS) · SO(M)MER · KIDRACE(NSI)S · HVI(VS) · MONAST(ERII) · ABBAS · 34 · VIGILA(N)TIS(SIMVS) · / CO(N)CESSIT · FATIS · A(N)NO · D(OMI)NI · <1600> DIE <29> / ME(N)SIS <MAY> CVI(VS) A(N)I(M)A FOELICI · IOCV(N)DITATE · LAETETVR · AME(N) ·
B S · B

Übersetzung

Der ehrwürdige Vater in Christo und Herr, Herr Philipp Sommer aus Kiedrich, 34. wachsamster Abt dieses Klosters, wich dem Schicksal im Jahre des Herrn 1600, am 29. Tag des Monats Mai. Seine Seele möge die glückselige Freude genießen.

Schrift

Nachweise

Literatur

  • Helwich, Syntagma 181
  • Roth, Geschichtsquellen III 271.

Bearbeitung

Die Inschriften des Rheingau-Taunus-Kreises. Gesammelt und bearbeitet von Yvonne Monsees (Die Deutschen Inschriften 43), 1997, S. 431 f., Nr. 537.

Nachnutzung

Rechtehinweise

Erschließung: Die Rechte liegen bei den Urhebern, vgl. die Angaben im Abschnitt „Bearbeitung“
Abbildung(en): siehe die Angaben beim jeweiligen Digitalisat

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Abt Philipp Sommer aus Kiedrich, vor 1600, Eberbach“, in: Grabdenkmäler <https://lagis.hessen.de/de/personen/grabdenkmaeler/alle-eintraege/2052_abt-philipp-sommer-aus-kiedrich-vor-1600-eberbach> (aufgerufen am 02.11.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

https://lagis.hessen.de/resolve/de/gdm/2052