Abt Andreas aus Koblenz gen. Bopparder 1553, Eberbach
Standort
Gebäude / Areal
Eberbach, Klosterkirche (aus Kapitelsaal)
Angaben zum Standort
Heute an der Wand des Nordseitenschiffes aufgerichtet.
Heutiger Aufbewahrungsort
Merkmale
Datierung
14. September 1553
Typ
Material
Erhaltung
erhalten
Größe
108 x 216.5 cm (B x H)
Größe der Buchstaben
6-7,5 cm
Beschreibung
Schmale Platte mit dem Flachrelief des Abtes im Ordenskleid, mit Regelbuch und Stab. Zu Häupten des Abtes ein Rundbogen, in den Zwickeln je ein kleiner Putto; auf dem Rand umlaufende Grabinschrift zwischen Linien.
Geschlecht, Alter, Familienstand
Stand
Dargestellte Personen
Abt Andreas aus Koblenz gen. Bopparder.
Nach dem Ableben des Abtes Johannes V. hatte sich der Konvent auf Prior Martin von Erbach geeinigt, der jedoch die ihm angetragene Abtswürde ablehnte. An dessen Stelle trat der aus Koblenz gebürtige, 1540 als Bursar tätige Andreas Bopparder.1) 1545 hatte Abt Andreas bei der feierlichen Amtseinführung des Erzbischofs Sebastian von Heusenstamm (+ 1555) assistiert; drei Jahre später war er bei der Diözesansynode im Mainzer Dom anwesend.2) Wenig später hatte er die Abtei durch die Bedrängnisse im Gefolge der Türkenkriege zu führen; Verkäufe von Höfen und Liegenschaften wurden notwendig, um die erforderlichen Geldmittel aufzubringen.3) Am schlimmsten litt die Abtei unter Markgraf Albrecht Alkibiades von Brandenburg, der nach dem Ende der Belagerung Frankfurts in den Rheingau einfiel und Eberbacher Höfe sowie die Vorratsspeicher des Klosters ausplündern ließ.4) Während seiner Teilnahme an der Frankfurter Herbstmesse 1553 wurde Abt Andreas krank und verstarb am 14. September.5) Außer der beschrifteten Grabplatte setzte ihm der Konvent ein Denkmal in Form eines als Wandmalerei ausgeführten Grabgedichtes.
1) Nachlaß Rossel, Ms. Bär 299.
2) Lenhart 85.
3) Wie Anm. 1, hier 300 und 301.
4) Ebd. 301.
5) Series abbatum fol. 104 zu Erkrankung und Tod des Abtes; demzufolge wurde die Leiche des Verstorbenen per Schiff von Frankfurt nach Eberbach gebracht und dort im Kapitelsaal nahe bei den Amtsvorgängern beigesetzt: inter decessorum monumenta conditum fuit.
Inschrift
Umschrift
+ Anno · d(omi)ni · l · 5 < · 5 · 3 18 / K(a)l(endas) octobris> · obiit · Reuerendus · in · chr(ist)o · p(ate)r [et] d(omi)n(u)s · Andreas · de · / Co(n)fluencia · alias · de Bopardia / Abbas · Ebbirbacen(sis) · Tricesimus · Cui(us) · a(n)i(m)a · requiescat · in · pace · am(en)
Schrift
Nachweise
Literatur
- Helwich, Syntagma 180
- Catalogus fol. 41v, ed. Roth, Geschichtsquellen III 125; IV 122
- Roth, Geschichtsque-len II I270.
Bearbeitung
Die Inschriften des Rheingau-Taunus-Kreises. Gesammelt und bearbeitet von Yvonne Monsees (Die Deutschen Inschriften 43), 1997, S. 362 f., Nr. 435.
Nachnutzung
Rechtehinweise
Erschließung: Die Rechte liegen bei den Urhebern, vgl. die Angaben im Abschnitt „Bearbeitung“
Abbildung(en): siehe die Angaben beim jeweiligen Digitalisat
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Abt Andreas aus Koblenz gen. Bopparder 1553, Eberbach“, in: Grabdenkmäler <https://lagis.hessen.de/de/personen/grabdenkmaeler/alle-eintraege/1999_abt-andreas-aus-koblenz-gen-bopparder-1553-eberbach> (aufgerufen am 03.11.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
https://lagis.hessen.de/resolve/de/gdm/1999