Ritter Stoltz von Böckelheim 1450 ? oder kurz danach, Rüdesheim

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Ortsname
Rüdesheim
Topografische Karten
KDR 100, TK25 1900 ff.

Standort

Gebäude / Areal

Rüdesheim, Kath. Pfarrkirche St. Jakob

Angaben zum Standort

Der Ritter lag vor dem Katharinenaltar bestattet lag; heute ist der Stein an der nördlichen Seitenschiffswand aufrecht angebracht.

Heutiger Aufbewahrungsort

Merkmale

Datierung

1450 ? oder kurz danach

Typ

Material

Erhaltung

erhalten

Größe

112 x 210 cm (B x H)

Größe der Buchstaben

7 cm

Beschreibung

Hochrechteckige Platte mit viereckig trapezoidem, oberem Abschluß. Halbreliefierte Figur des gerüsteten Verstorbenen im Gebetsgestus. Oberhalb der linken Schulter das Vollwappen des Verstorbenen; ein weiterer Wappenschild ist neben der rechten Hüfte der Figur aufgelegt. Alle ehemals auf den vier Plattenecken sitzenden Wappen, von denen Helwich nur das linke untere und das rechte obere beschrieb, das rechte untere jedoch nicht mehr erschließen konnte, sind heute zerstört. Die Unterschenkel der Figur und die Schwertspitze sind abgeschlagen; zu Häupten der Figur ist die Plattenoberfläche grob abgespitzt. Auf dem Plattenrand zwischen Linien umlaufende Grabinschrift mit Verlusten, im rechten unteren Eck vollständig zerstört.
Erg. nach Helwich.
An der freigelassenen Stelle nach der Jahresangabe sind eigentlich Sterbemonat und -tag zu erwarten. Dies deutet auf eine Anfertigung der Grabplatte zu Lebzeiten des Verstorbenen hin. Nach seinem Tode wurde das Sterbedatum nicht mehr in die freie Stelle eingefügt. Helwich zeigte diesen Sachverhalt nicht an. Daher ist eine Entstehung der Platte 1450 oder kurz danach anzunehmen.

[Ergänzung von Gerhard Killesreiter, 28.5.2023: Das untere Wappen ist gewendet, man würde daher annehmen, dass rechts neben dieser Grabplatte die der Ehefrau lag oder zumindest vorgesehen war.]

Geschlecht, Alter, Familienstand

Stand

Enthaltene Wappen

Stoltz von Böckelheim; Stoltz von Böckelheim, Kreis von Saulheim; ? (ein gesenkter Flügel)'), ?

Dargestellte Personen

Ritter Stoltz von Böckelheim.
Die in Gaubickelheim ansässige3) Familie des Verstorbenen, der in den Kunstdenkmalinventaren ungenau nur als Herr von Beckelheim4) oder de Breckenehe5) bezeichnet wird, tritt 1239 mit einem Werner von Bickelheim erstmals urkundlich entgegen.6) Der 1439 verstorbene und in Partenheim bestattete Eberhard Stoltz von Böckelheim7) könnte ein Sohn des Verstorbenen gewesen sein; auch der 1464 urkundlich genannte Ritter Eberhard Stoltz von Böckelheim war wohl ein näherer Verwandter (Enkel?) des Toten.8) In der Rüdesheimer Pfarrkirche befanden sich Helwich zufolge noch drei inschriftlose Totenschilde der Stoltz von Böckelheim.
3) Kratz, Rüdesheim 93 zufolge trug die Familie in rotem Feld drei goldene Bickel (Pickel), die Gemeinde dagegen in goldenem Feld drei rote Bickel.
4) Kdm. 332 Nr. 2.
5) Lotz (1880) 385; Luthmer (1907) 20; Dehio Hessen (1984) 761, jeweils ohne Inschriftenzitat.
6) Kratz, Rüdesheim 93.
7) Vgl. zu dessen Grabinschrift Helwich, Syntagma 84.
8) Gruber 19 mit Wappenbild.

Inschrift

Umschrift

anno · domini + + / m° + cccc° · l° + <...> obiit · [no. . . / . . . ] · sto[ltz] / de · beckelnhey(m) · cuius · anima · requiescat · i(n) · pace

Schrift

Nachweise

Literatur

  • Helwich, Syntagma 290
  • Zaun, Landkapitel 284
  • Roth, Geschichtsquellen III 297.

Bearbeitung

Die Inschriften des Rheingau-Taunus-Kreises. Gesammelt und bearbeitet von Yvonne Monsees (Die Deutschen Inschriften 43), 1997, S. 174, Nr. 208.

Nachnutzung

Rechtehinweise

Erschließung: Die Rechte liegen bei den Urhebern, vgl. die Angaben im Abschnitt „Bearbeitung“
Abbildung(en): siehe die Angaben beim jeweiligen Digitalisat

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Ritter Stoltz von Böckelheim 1450 ? oder kurz danach, Rüdesheim“, in: Grabdenkmäler <https://lagis.hessen.de/de/personen/grabdenkmaeler/alle-eintraege/1910_ritter-stoltz-von-boeckelheim-1450-oder-kurz-danach-ruedesheim> (aufgerufen am 05.11.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

https://lagis.hessen.de/resolve/de/gdm/1910