Abt Heinrich III. von Eberbach 1369, Eberbach

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Ortsname
Eberbach
Topografische Karten
KDR 100, TK25 1900 ff.

Standort

Angaben zum Standort

Die Grabplatte befand sich ursprünglich im Kapitelsaal, heute an der Wand des Nordseitenschiffs aufgerichtet.

Heutiger Aufbewahrungsort

Merkmale

Datierung

1369

Typ

Material

Erhaltung

erhalten

Größe

104 x 199 cm (B x H)

Größe der Buchstaben

6-6,5 cm

Beschreibung

Große Grabplatte mit der Ritzzeichnung der Standfigur des Abtes. Bekleidet mit dem Ordenshabit, hält er den in eine verzierte Krümme auslaufenden Stab m der rechten Hand. Das Gesicht ist leicht nach rechts gewendet, die linke Hand umfaßt das Regelbuch. Die Inschrift umläuft den Stein auf dem Rand zwischen Linien, Randzone beschädigt, Platte nach Zerschlagung wieder zusammengefügt mit großer Bruchlinie über der unteren Plattenmitte; dabei Verlust einiger Buchstaben.
Die Heinrich-Platte, die wohl das erste erhaltene Zeugnis für die Sepultur eines Eberbacher Abtes im Kapitelsaal darstellt, steht am Anfang einer Entwicklung, die zu der Angleichung der Abtsgrabplatten an die zeittypischen Relief- und Architekturformen laikaler Denkmäler hinführt.1)
1) Zur Entwicklung des Grabbildes vgl. Monsees, Entwickung 27.

Geschlecht, Alter, Familienstand

Stand

Dargestellte Personen

Abt Heinrich III. von Eberbach.
Über die Herkunft des Verstorbenen berichten die Series abbatum, daß Heinrich aus Köln stammte und 1353 die Nachfolge des 1352 vom Amt zurückgetretenen Abtes Nikolaus antrat. Während seines Abbatiates konnte er die Leistungen des Abtes Wilhelm weiterführen und Eberbach in seiner rechtlichen und wirtschaftlichen Position konsolidieren. Besondere Freundschaft verband Abt Heinrich III. mit Erzbischof Gerlach von Nassau 2).
2) Series abbatum fol. 88 f.

Inschrift

Umschrift

+ · C · ter · milleno · minus · vno septu/ageno
· Abbas · h[ei]nricus moritur pietatis amicus ·
Idib(us) / apr[ilis] luget hunc puer at(que) / virilis ·
Cui(us) nu(n)c flatu(m) iubeat deus esse beatu(m) ·
am(en)

Übersetzung

Tausenddreimalhundert und siebzig weniger eins (1369), an den Iden des April (13. April) starb Abt Heinrich, Freund der Frömmigkeit, vom Knaben wie vom Manne betrauert, dessen Seele Gott nun selig sein lasse. Amen.

Kommentar

Vier leoninische Hexameter, zweisilbig rein.

Schrift

Nachweise

Literatur

  • Helwich, Syntagma 176
  • Catalogus fol. 18; ed. Roth, Geschichtsquellen III 106
  • Series abbatum fol. 89
  • Bär, Eberbach 1130 Anm. 70
  • Bär/Stoff, Eberbach III122 Anm. 45
  • Roth, Geschichtsquellen III 267
  • Lotz (1880) 88
  • Foto LfD N 10547
  • Meyer zu Ermgassen, Untersuchungen 51 Anm. 81
  • Monsees, Entwicklung 27 f.

Bearbeitung

Die Inschriften des Rheingau-Taunus-Kreises. Gesammelt und bearbeitet von Yvonne Monsees (Die Deutschen Inschriften 43), 1997, S. 94 f., Nr. 101.

Nachnutzung

Rechtehinweise

Erschließung: Die Rechte liegen bei den Urhebern, vgl. die Angaben im Abschnitt „Bearbeitung“
Abbildung(en): siehe die Angaben beim jeweiligen Digitalisat

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Abt Heinrich III. von Eberbach 1369, Eberbach“, in: Grabdenkmäler <https://lagis.hessen.de/de/personen/grabdenkmaeler/alle-eintraege/1839_abt-heinrich-iii-von-eberbach-1369-eberbach> (aufgerufen am 02.11.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

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