Adelheid gen. von Scharfenstein 1287, Tiefenthal

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Ortsname
Tiefenthal
Topografische Karten
KDR 100, TK25 1900 ff.

Standort

Gebäude / Areal

Tiefenthal, Ehem. Kloster Tiefenthal

Angaben zum Standort

Im Kreuzgang.

Heutiger Aufbewahrungsort

Merkmale

Datierung

1287

Typ

Erhaltung

verloren

Beschreibung

Die Grabstätte im Klosterkreuzgang wurde von Helwich bei seinem Besuch am 16. November 1614 gesehen .

Geschlecht, Alter, Familienstand

Stand

Dargestellte Personen

Adelheid, gen. von Scharfenstein.
Adelheid dürfte zu der Familie von Scharfenstein gehört haben, die auf der wohl zwischen 1160 und 1180 begonnenen, aber erst nach 1260 fertiggestellten Burg1) bei Kiedrich ansässig war. Möglicherweise war sie mit der 1286 urkundlich nachgewiesenen Schwester Adelheidis identisch, die als Witwe Herberts von Kiedrich dem Kloster Eberbach ihre Güter zu Kiedrich und Heimbach vermachte.2). Einige Namensträger sind im 13. Jh. urkundlich mit frommen Stiftungen an Klöster belegt, so etwa das Ehepaar Nikolaus dictus miles de Scharpenstein und seine Frau Omelina 1249 mit einer Pitanzstiftung an Eberbach. Die hier in Abgrenzung zu den meist adligen3) Konventualinnen gebrauchte Bezeichnung laica ist als Bezeichnung für eine weltliche Person zu verstehen, wobei ihre Bestattung an bevorzugter Stelle im Kreuzgang unter einer eigenen Grabplatte auf eine besondere Stellung der Verstorbenen (Gönnerin, Stifterin?) schließen läßt. Den Ordensregeln zufolge blieb eine Bestattung im engeren Klosterbereich (Kirche, Kapitelsaal, Kreuzgang) meist den Äbten/Äbtissinnen vorbehalten mit Ausnahme würdiger und bedeutenderer Persönlichkeiten, während Konventualen und anderen Ordensfremden das Begräbnis auf dem entsprechend geteilten Klosterfriedhof gewährt wurde.5)

Inschrift

Umschrift

Anno domini m cc Ixxxvii viii kalendas marcii obiit Adelheidis laica dicta de Scharpinstein cuius anima requiescat in pace.

Übersetzung

Im Jahre des Herrn 1287, am 8. Tag vor den Kalenden des März (22. Februar) starb Adelheidis, Laiin, genannt von Scharfenstein, deren Seele in Frieden ruhe.

Kommentar

Nach Helwich.

Nachweise

Fußnoten

  1. Zur Baugeschichte der Burg vgl. Wolfgang L. Roser, Die Burgruine Scharfenstein bei Kiedrich. In: Nass. Ann. 104 (1993) S. 91-103. ↑
  2. Roth, Geschichtsquellen I 104 Nr. 659. ↑
  3. Vgl. Kunkel, Tiefenthal 138. ↑
  4. Vgl. Nikitsch, Sepulkralkultur 18lf., 185. ↑

Literatur

  • Helwich, Syntagma 328
  • Roth, Geschichtsquellen III 235

Bearbeitung

Die Inschriften des Rheingau-Taunus-Kreises. Gesammelt und bearbeitet von Yvonne Monsees (Die Deutschen Inschriften 43), 1997, S. 24 f., Nr. 14.

Siehe auch

Nachnutzung

Rechtehinweise

Erschließung: Die Rechte liegen bei den Urhebern, vgl. die Angaben im Abschnitt „Bearbeitung“
Abbildung(en): siehe die Angaben beim jeweiligen Digitalisat

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Adelheid gen. von Scharfenstein 1287, Tiefenthal“, in: Grabdenkmäler <https://lagis.hessen.de/de/personen/grabdenkmaeler/alle-eintraege/1763_adelheid-gen-von-scharfenstein-1287-tiefenthal> (aufgerufen am 02.11.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

https://lagis.hessen.de/resolve/de/gdm/1763