Elisabeth und Ulrich Schenk von Erbach, Steinbach

Elisabeth und Ulrich Schenk von Erbach, Steinbach
Standort
Angaben zum Standort
Die Platte lag ursprünglich in der Steinbacher Klosterkirche, wurde 1818 unter Graf Franz I. von Erbach in der Kapelle des Erbacher Schlosses aufgestellt und schließlich 1932 über den Luzerner Kunsthandel an das Art Museum in Saint Louis, Missouri, verkauft.
Heutiger Aufbewahrungsort
Merkmale
Datierung
1369
Typ
Material
Erhaltung
erhalten
Größe
101.6 x 174.7 cm (B x H)
Beschreibung
In dem leicht eingetieften, durch eine Schriftleiste geteilten Feld steht links in flachem Relief die Figur eines Mädchens mit vor der Brust gefalteten Händen auf einem Hund. Ihren Kopf mit langem offenem Haar, das an der Stirn mit einem Reif umwunden ist, wendet sie leicht nach links ihrem Bruder zu. Sie trägt ein modisches Gewand mit langen, gezaddelten Ärmeln und einem breiten Gürtel auf den Hüften. Rechts steht die Figur Ulrichs mit ebenfalls vor der Brust gefalteten Händen auf einem Löwen. Seinen leicht nach rechts gewendeten Kopf bedeckt schulterlanges Haar, das an der Stirn durch einen Reif gehalten wird. Er ist mit einem enganliegenden Obergewand mit gezaddelten Ärmeln, das über den Hüften gegürtet ist, sowie mit Strumpfhosen und Schnabelschuhen gekleidet. Über den Köpfen der beiden sind jeweils zwei Wappen angebracht. Inschrift (A) beginnt auf der unteren Hälfte der mittleren Leiste und läuft im Uhrzeigersinn um. Inschrift (B) beginnt auf der oberen Hälfte der mittleren Leiste und läuft ebenfalls im Uhrzeigersinn um. Als Worttrenner dienen Quadrangel mit paragraphzeichenförmig ausgezogenen Zierstrichen. Die rechte Leiste ist im unteren Drittel beschädigt.
(Nach Photo bei Beeh-Lustenberger).
Aus dem einheitlichen Duktus der Schrift auf allen Leisten ergibt sich, daß die Platte erst nach dem Tode Ulrichs 1369 angefertigt wurde.
Darstellung
figürlich
Geschlecht, Alter, Familienstand
Stand
Enthaltene Wappen
Erbach Katzenelnbogen
Erbach Katzenelnbogen.
Dargestellte Personen
Elisabeth und Ulrich Schenk von Erbach.
Elisabeth und Ulrich waren Kinder Eberhards VIII. Schenk von Erbach und der Elisabeth von Katzenelnbogen, Tochter Graf Eberhards III. und der Agnes von Bickenbach. Ihr Geburtsdatum ist nicht bekannt, doch macht die Bezeichnung PUER deutlich, daß sie bei ihrem Tod noch nicht mündig waren.
Inschrift
Umschrift
A · ANNO · D(OMI)NI · M° · CCC° · LXV/III · IN · DIE · / B(EA)TI · IACOBI · AP(OSTO)LI · O(BIIT) · ELISABET · PI(N)C(ER)NA · DE · ERPA/CH · PVER ·
B · ANNO · D(OMI)NI · M° · CCC° · / LXIX · I(N) · DIE · / ASCE(N)SIO(N)IS · D(OMI)NI · O(BIIT) · ULRICVS · PINCE[RNA] · DE · ERPA/CH · PUER ·
Übersetzung
(A) Im Jahre des Herrn 1368, am Tag des heiligen Apostels Jacobus (25. Juli) starb Elisabeth Schenkin von Erbach, unmündig.
(B) Im Jahre des Herrn 1369, am Tag Christi Himmelfahrt (10. Mai) starb Ulrich Schenk von Erbach, unmündig.
Schrift
Nachweise
Literatur
- Gabelkover, Kollektaneen 448
- Schneider, Historie 68 Nrr. 44, 45 und Taf. III,44 und 45
- Luck, Historische Genealogie 15, Nr. 60 und Nr. 61
- Boehn, Mode 77 Abb.
- Schaum-Benedum, Figürliche Grabsteine 161:
- Beeh-Lustenberger, Grabdenkmäler 278, Nr. II,13 mit Abb. Taf. 124
Bearbeitung
Die Inschriften des Odenwaldkreises. Gesammelt und bearbeitet von Sebastian Scholz (Die Deutschen Inschriften 63), 2005, S. 21 f., Nr. 22.
Siehe auch
Weitere Angebote in LAGIS (Standort)
Orte
- Hessische Flurnamen
- Historische Kartenwerke
- Topografie des Nationalsozialismus in Hessen
- Historisches Ortslexikon
- Topografische Karten
Personen
Quellen und Materialien
Nachnutzung
Rechtehinweise
Erschließung: Die Rechte liegen bei den Urhebern, vgl. die Angaben im Abschnitt „Bearbeitung“
Abbildung(en): siehe die Angaben beim jeweiligen Digitalisat
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Elisabeth und Ulrich Schenk von Erbach, Steinbach“, in: Grabdenkmäler <https://lagis.hessen.de/de/personen/grabdenkmaeler/alle-eintraege/155_elisabeth-und-ulrich-schenk-von-erbach-steinbach> (aufgerufen am 03.11.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
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