Anna Elisabetha Maus 1698, Gießen
Standort
Gebäude / Areal
Gießen, Alter Friedhof (Licher Straße).
Heutiger Aufbewahrungsort
Angaben zum Aufbewahrungsort
Außen an der Südwand der Friedhofskapelle.
Merkmale
Datierung
1698
Typ
Material
Erhaltung
erhalten
Größe
53 x 95 cm (B x H)
Größe der Buchstaben
1,5-3 cm
Beschreibung
Weitere Maße: Tiefe 9 cm, bearbeitete Höhe über Sockel 76,5 cm.
Der Grabstein ist mittels einer waagrechten Leiste im oberen Drittel in ein Inschriftfeld (A) und ein Figurenfeld unterteilt, welches die stehenden Familienmitglieder mit Namensbeischriften (B) zu beiden Seiten des Gekreuzigten in anbetenden Haltungen wiedergibt. Der obere Abschluss des Steines wird von symmetrisch angelegten Bogenformen bestimmt.
Im Figurenfeld steht links neben dem Kruzifix mit Kreuztitulus, welches die Mitte des Bildfeldes einnimmt, zunächst der Ehemann der Verstorbenen, über dessen Kopf ein kleiner Wappenschild dargestellt ist. Nach dem linken Rand hin schließen sich fünf Söhne an, wobei derjenige, der hinter dem Vater steht, diesen an Größe überragt, also erwachsen ist. Die vier jüngeren Söhne des Ehepaares werden dicht gedrängt und mit Überschneidungen nach dem linken Rand hin wiedergegeben. Nach Maßgabe der kleinen, eingemeißelten Kreuzchen sind der erwachsene Sohn und drei seiner jüngeren Geschwister verstorben. Alle tragen unter langen, capeartigen Umhängen mit Kragen die dreiviertellangen, weiten Männerröcke, Kasack genannt, die um die Mitte des 17. Jahrhunderts in Mode kamen. Die Knopfreihen sind angegeben, die Ärmel haben Manschetten. Dazu werden Schuhe mit Absätzen getragen.
Im rechten Feld neben dem Gekreuzigten erscheinen nur vier Personen, die in regelmäßiger Aufreihung nebeneinander stehen. Die beiden großen, also erwachsenen Frauen tragen Hauben, das rechts neben dem Kreuz stehende Mädchen eine relativ eng anliegende Mütze. Bei dem zweiten Kind handelt es sich laut Namensbeischrift auffallenderweise um einen Knaben; er hat offenes Haar. Die Kleider mit Kragen haben faltenreiche, lange Röcke. Kleine Kreuzchen über der ersten und der zweiten Figur seitlich des Gekreuzigten kennzeichnen sie als Verstorbene.
Darstellung
figürlich
Enthaltene Wappen
Der Wappenschild oberhalb der Figur des Ehemannes der Verstorbenen zeigt eine Schere als Handwerkszeichen der Schneider.
Nachweise
Literatur
- Azzola, Friedrich Karl: Sechs historische Grabsteine, um 1700, vom Alten Friedhof in Giessen. In: Mitteilungen des Oberhessischen Geschichtsvereins Giessen NF 79 (1994), S. 81ff., hier S. 83ff.
- Broschek, Eva: Weitere drei Grabsteine um 1700 vom Alten Friedhof in Gießen. In: Mitteilungen des Oberhessischen Geschichtsvereins Giessen NF 80 (1995), S. 135ff., hier S. 136f.
Bearbeitung
Christa Benedum, Gießen, und Andreas Schmidt, ehemals HLGL
Siehe auch
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Orte
Personen
Quellen und Materialien
Nachnutzung
Rechtehinweise
Erschließung: Die Rechte liegen bei den Urhebern, vgl. die Angaben im Abschnitt „Bearbeitung“
Abbildung(en): siehe die Angaben beim jeweiligen Digitalisat
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Anna Elisabetha Maus 1698, Gießen“, in: Grabdenkmäler <https://lagis.hessen.de/de/personen/grabdenkmaeler/alle-eintraege/1034_anna-elisabetha-maus-1698-giessen> (aufgerufen am 02.11.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
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