Heddernheim, Arbeitserziehungslager (AEL)

 

Nutzungsgeschichte

Objektbeschreibung

Das Arbeitserziehungslager Heddernheim bestand zwischen dem 1. April 1942 und dem Frühjahr 1945. Das Lager, das in einer ausgehobenen Lehmkuhle einer Ziegelei eine Fläche von 1250qm einnahm, diente der Unterbringung von deutschen und ausländischen (mehrheitlich Russen und Polen) Gefangenen. Das Lager bestand aus drei Baracken, einigen Schuppen und einem Wachraum. Zudem gab es einen „Bunker“, der der Bestrafung der Häftlinge diente. Insgesamt waren in dem Lager, das drei Jahre bestand, 10.000 Menschen inhaftiert gewesen.

Beschreibung

In Frankfurt unterhielt die Gestapo bereits seit Februar 1942 ein Arbeitserziehungslager für Männer. In Heddernheim wurden deutsche und ausländische Arbeiter untergebracht.
In Hedderheim, das noch drei Außenkommandos (in Freienseen und Hundstadt) hatte, hatten die Häftlinge unter schlechten Haftbedingungen zu leiden, zudem waren sie den Schikanen der Wärter ausgeliefert.
In Heddernheim wurden auch Exekutionen durchgeführt. Seit 1943 erfüllte Heddernheim die Funktion eines erweiterten Polizeigefängnisses.
Das Lager sollte der Erziehung „fauler“, „disziplinloser“ oder „widerspenstiger“ (Ost)-Arbeiter dienen. Ausländische Zwangsarbeiter, auf die nach Meinung der SS oder der Gestapo diese Kriterien zutrafen, wurden an die Arbeitserziehungslager überstellt.
Die Häftlinge aus Heddernheim wurden an verschiedene Frankfurter Firmen und die Stadt Frankfurt als Arbeitskräfte vermietet. Hierbei gelang es dem AEL, da die Unterbringungskosten für die Gegfangenen gering gehalten wurden, einen wirtschaftlichen Gewinn zu erzielen.
Auch Juden wurden seit 1943 nach Heddernheim gebracht. Hierbei handelte es sich um jüdische Männer, die in Mischehen lebten, und „Mischlingskinder“. Sie wurden von Heddernheim aus in verschiedene Konzentrationslager deportiert.
Kurz vor dem Einmarsch der Amerikaner wurden auf Anweisung der Gestapo politische Gefangene aus Heddernheim hingerichtet.

Adresse in der NS-Zeit

zwischen Zeilweg und Oberschelder Weg

Heutige Adresse

zwischen Zeilweg und Oberschelder Weg

Nutzungsanfang (früheste Erwähnung)

1. April 1942

Nutzungsende (späteste Erwähnung)

23. März 1945

Weitere Nutzungen der Liegenschaft

Nutzung vor NS-Zeit

Das Lager war auf dem Gelände einer stillgelegten Ziegelei errichtet worden. Von Anwohnern wurde dieses Gebiet auch als „Kull“ bezeichnet.

Nutzung nach NS-Zeit

Zwischen 1983 und 1995 wurde eine Gedenkstätte auf dem Gelände des ehemaligen Arbeits- und Erziehungslagers in Frankfurt-Heddernheim zwischen Zeilweg und Oberschelder Weg errichtet. „Die vorhandenen Gemäuer, die früher vermutlich als Arrestzellen dienten, wurden befestigt und die Vergitterungen erneuert. Die Behelfshäuser der Nachkriegszeit auf dem restlichen Gelände des ehemaligen Lagers dürfen nicht abgerissen werden.“ Es ist noch der „Bunker“, ein kleiner aus Backsteinen gemauerter Raum erhalten, der vermutlich dem verschärften Strafvollzug diente.

Nachnutzung

Rechtehinweise

Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Heddernheim, Arbeitserziehungslager (AEL)“, in: Topografie des Nationalsozialismus in Hessen <https://lagis.hessen.de/de/orte/topografie-des-nationalsozialismus-in-hessen/alle-eintraege/4_heddernheim-arbeitserziehungslager-ael> (aufgerufen am 14.06.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

https://lagis.hessen.de/resolve/de/nstopo/4